Wien Theater rund um den Opernball


Der Wiener Opernball steht dieses Jahr im Schatten von Flutkatastrophe und Rauchverbot. Die Veranstalter haben sich aber für die Raucher etwas ganz Besonderes überlegt.

Viel Tumult um die berühmte Traditionsveranstaltung in Wien. Noch am vergangenen Montag forderte der sozialdemokratische Oppositionsführer Alfred Gusenbauer, das wichtigste gesellschaftliche Ereignis Wiens auf Grund der über 200.000 Flutopfer in Asien für ein Jahr auszusetzen.

"Billige, populistische Wichtigtuerei"

Doch der Ball findet wie geplant am 3. Februar statt. Der Staatsoperndirektor Ioan Holender bezeichnete die Forderung als "billige, populistische Wichtigtuerei" und versteigert zum ersten Mal seit Beginn der "Hofopernsoireen" 1877 im Opernhaus die Plätze in der so genanten Direktionsloge 1. Rang. Der Mindesterlös in Höhe von 20.000 Euro soll den Flutopfern zu gute kommen.

Ebenfalls für eine heftige Diskussion sorgte das Rauchverbot für die Gäste. Holender will damit Rücksicht auf die Künstler des Hauses und den Denkmalschutz nehmen. Der Kritik gegenüber sagte Holender, welcher selber raucht, dass es ein "Akt der Normalität" sei: "Wir sind kein Ballsaal, wir sind ein Theater. In der ganzen Scala in Mailand ist totales Rauchverbot" Wer trotz des Verbots rauche, werde vom Sicherheitspersonal auf die Hausordnung hingewiesen.

Wer suchet der findet, auch beim Opernball

Für die hartnäckigen Raucher haben sich die Veranstalter etwas ganz besonderes überlegt. Sie wollen Stände einrichten, wo die Raucher einen Nikotinersatz bekommen können. Die Chef-Organisatorin, Elisabeth Gürtler, gibt diesen Ständen liebevoll den Namen "Rauchernotfallstände" Natürlich werde es sich nicht um Zigaretten oder Ziggaren handeln, es wird Rauchersatz in Form eines Inhalators mit Nikotinkapseln angeboten werden.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker