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Wiener Opernball 2008: Fußballwahn und Edelstripperin

Der Wiener Opernball 2008 stand voll und ganz im Zeichen der kommenden Fußball-Europameisterschaft. Neben den klassischen Debütantinnen walzerte deshalb auch der Ball übers Parkett der Wiener Oper. Unter den Augen echter Stars und solchen, die es gerne wären.

Fußball und Glamour in der Wiener Oper: Im Jahr der Europameisterschaft in Österreich hat es das runde Leder vom Rasen aufs Tanzparkett des glanzvollsten Balls geschafft. Der Opernball wurde am Donnerstagabend vor dem Donauwalzer mit einem "Fuß-Ballett" von Tänzern in Spielertrikots eröffnet.

Zum Tanz in das an dem Abend restlos ausverkaufte Opernhaus kamen Fußballgrößen wie Franz Beckenbauer und Hansi Müller. Es sang ein großer Fußballfan unter den Tenören, Jose Carreras. Die Fußball-EM findet im Juni in Österreich und der Schweiz statt. Als Vorgeschmack auf das Sportereignis war im Opernhaus der Pokal für den künftigen Europameister ausgestellt.

Für Aufregung sorgte jedoch Tänzerin Dita von Teese, die Bauunternehmer Richard Lugner in diesem Jahr als Ehrengast eingeladen hatte. Die Strippern flüchtete vor den Kameraleuten auf die Toilette und weigerte sich, ohne Polizeischutz herauszukommen. Schließlich sprang Lugner ein und drängte die Fotografen zurück. "Es ist wunderschön österreichisch-traditionell", erklärte die Ex-Frau von Schockrocker Marilyn Manson. Befürchtungen, die Stripperin könnte am Abend zu viel zeigen, bewahrheiteten sich nicht: Von Teese präsentierte sich auf dem roten Teppich in einer eleganten, hellgrauen Robe. Sie trug wie stets hellen Gesichtspuder und leuchtend rote Lippen. Nach dem Zwischenfall mit den Fotografen zog sich Von Teese in ihre Loge zurück und wollte keine Interviews mehr geben. Um 00.15 Uhr verließ sie schließlich das Fest.

Dita von Teese stripte im Martiniglas

Bereits am Abend zuvor hatte sich von Teese auf einer Bühne in Lugners Einkaufszentrum kunstvoll entblättert, um in einem überdimensionalen Martiniglas in Champagner und Schaum zu baden.

Der Überraschungsgast des Abends war wohl Teri Hatcher. Wie erst einen Tag zuvor bekannt wurde, kam die US-Schauspielerin der Serie "Desperate Housewives" auf Einladung des Unternehmens Superfund mit ihrer Tochter zum Ball. "Ich bin mit einer Gruppe von Freunden hier", sagte die Schauspielerin, die ein braunes, schulterfreies Kleid trug. Für Christina Lugner war der 52. Opernball der erste nicht an der Seite von ihrem Ex-Mann Richard. Trübsal blies die wenig charmant als "Alt-Mausi" titulierte Lugner allerdings nicht - ganz im Gegenteil. "Das ist mein erster Opernball in Freiheit. Endlich kann ich tun und lassen, was ich will", schwärmte sie.

Erstmals ein roter Teppich

Die neue Opernball-Chefin Desiree Treichl-Strügkhs hatte dem Fest behutsam kleine Änderungen verordnet, um die Veranstaltung ins 21. Jahrhundert zu führen. Erstamals wurde für die Prominenz vor der Oper ein roter Teppich ausgerollt und es gab einen mit Stoff ausgekleideten VIP-Eingang.

Für den Einlass zum noblen Tanzfest in der Oper waren 230 Euro zu zahlen. Dazu kamen 17.000 Euro für eine Loge. Auch ein Tisch für sechs Personen kostete immerhin noch 960 Euro. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 7200 Karten verkauft. Die Oper hat an dem Abend damit einen Reingewinn von 1,1 Millionen Euro erwirtschaftet.

Reuters/AP / AP / Reuters