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Women's World Awards: "Für die Frauen dieser Welt"

Für ihr soziales, politisches und gesellschaftliches Engagement wurden 16 zumeist prominente Frauen bei den "Women's World Award" in Hamburg ausgezeichnet.

Glanzvolle Weltpremiere für die Women’s World Awards: Prominente Preisträgerinnen wie die Soul-Diven Whitney Houston und Dionne Warwick sind zur Verleihung am Mittwochabend nach Hamburg gekommen. Bei einer großen Gala im CCH überreichte der frühere Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, die Trophäen an 16 namhafte Frauen und würdigte deren soziales, politisches und gesellschaftliches Engagement. Auch Top-Model Naomi Campbell, Modeschöpferin Vivienne Westwood, Amnesty-International-Botschafterin Bianca Jagger, Eislauf-Star Katarina Witt sowie die Schauspielerinnen Iris Berben und Nadja Auermann waren an die Elbe gekommen.

Cher sagte kurzfristig ab

Zu den weiteren Ausgezeichneten, die eine 300-köpfige Jury sowie das Preiskomitee ausgewählt hatten, gehörten die Pop-Sängerinnen Cher und Nena sowie UNO-Sonderbotschafterin Waris Dirie. Die Veranstalter konnten zufrieden sein: Nach den bereits bekannten Absagen von Journalistin Christiane Amanpour und Talkmasterin Oprah Winfrey hatte lediglich Pop-Star Cher auf die Teilnahme verzichtet. Die 58-Jährige habe zwei Stunden vor Beginn der Gala wegen privater Probleme abgesagt, hieß es.

"Ohne den Beitrag der Frauen, ohne ihre Wärme aus dem Herzen hätten wir nicht so viel Positives erreichen können", sagte Gorbatschow. Zugleich gestand der Präsident der World Awards, die bislang stets nur an Männer verliehen wurden: "Für mich bedeutet das auch Gerechtigkeit und die Korrektur eines Fehlers." Vor Beginn der Gala hatte Gorbatschow hinter der Bühne Sängerin Houston, die in Begleitung ihres Mannes Bobby Brown und ihrer Tochter erschienen war, persönlich begrüßt. Die Show, die von den TV-Sendern Vox (Samstag) und ORF (Sonntag) gezeigt wird, hatte daraufhin erst mit 40 Minuten Verspätung begonnen.

Familienbande

Höhepunkt des zweistündigen Abends war dann auch der umjubelte Auftritt der 40-jährigen Houston und ihrer 63 Jahre alten Cousine Warwick, bei dem sich das Publikum - darunter ebenfalls viele bekannte Gesichter - von den Plätzen erhob. Die beiden Soul-Diven hatten die Auszeichnung "für ihr Lebenswerk, mit dem sie Musikgeschichte schrieben" bekommen. "Frauen können es auch", sagte Warwick. Stimmgewaltig verabschiedeten sich die beiden Cousinen beim Finale von den Hamburgern: Beide sangen zum Abschluss Warwicks Hit "That’s What Friends Are For".

Allen Frauen in der Welt gewidmet

Mick Jaggers Ex-Frau Bianca (59), die für ihren Einsatz für die Menschenrechte gewürdigt wurde, forderte, "dass Frauen und Männer bald wirklich gleichberechtigt sind". Schauspielerin Iris Berben bedankte sich bei Gorbatschow: "Sie haben die Welt wie kein Anderer verändert", sagte die 53-Jährige, die für ihren Einsatz gegen Rassismus und Antisemitismus geehrt wurde. "Wir müssen immer wieder auf Dinge aufmerksam machen, die uns wichtig sind." Preisträgerin Waris Dirie widmete ihre Trophäe allen Frauen in der Welt, besonders denen in Afrika.

Campbell fühlt sich als "Großmutter"

"Ich fühle mich ja schon als Großmutter meines Berufs, seit 18 Jahren bin ich im Geschäft", sagte Campbell im silberfarbenen Kleid. Die 34-Jährige hatte den Preis für ihre "Karriere als erstes schwarzes Top-Model" erhalten. "Ganz überwältigt" gab sich Schauspielerin Diane Kruger, die derzeit als Helena im Kino-Film "Troja" zu sehen ist, vor der Presse. Unesco-Sonderbotschafterin Ute- Henriette Ohoven nahm die Auszeichnung für die "über 100 Millionen Kinder in Not auf der Erde" entgegen. "Das gibt mir Mut und Kraft, meine Arbeit fortzusetzen", sagte die 58-Jährige später.

Hunderte Fotografen, Kamerateams und Autogrammjäger hatten bereits auf die Prominenten gewartet. Rund 2500 Gäste verfolgten nach Angaben der Veranstalter im ausverkauften Saal die Gala, die von Schauspieler Kai Wiesinger und Moderatorin Judith Adlhoch präsentiert wurde.

Den Trubel um die Preisverleihung und einem ebenfalls zur Veranstaltung gehörenden Women’s World Congress im Vorfeld nutzten auch Demonstranten: Frauen in orangefarbenen T-Shirts protestierten vor Beginn der Gala gegen die geplante Schließung des 1. Hamburger Frauenhauses.

DPA / DPA