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Beliebter Schuh Designerin beschuldigt Converse nach einer Bewerbung ihre Entwürfe geklaut zu haben

Cecilia Monge behauptet, Converse hätte ihre Designs geklaut 
Cecilia Monge behauptet, Converse hätte ihre Designs geklaut 
© TikTok / ceci.monge
Eine junge Designerin aus den USA behauptet, dass Converse ihre Designs für deren beliebtes Modell "Chucks" geklaut hätte. Sie hatte sich vor zwei Jahren für ein Praktikum beworben und dafür die Entwürfe eingereicht. Die Firma dementiert.

Cecilia Monge, eine junge Designerin aus Florida behauptet, Converse hätte ihre Designs für eine Kollektion des beliebten Modells "Chuck Taylor All Stars", auch "Chucks" genannt, geklaut. Die 22-Jährige sagt, dass sie sich vor zwei Jahren für ein Praktikum bei der Firma beworben und im Zuge dessen einige Entwürfe eingereicht hätte, die sich am Farbschema von US-Nationalparks orientierten.

Nun brachte Converse eine "National Parks"-Kollektion heraus, die ein ähnliches Farbkonzept aufweist. Die Designerin hält dies für keinen Zufall und ging auf Anraten der Familie an die Öffentlichkeit. Mehrere US-Medien berichteten bereits darüber und veröffentlichten Statements von Converse, in denen die Anschuldigungen zurückgewiesen werden.

Die Kollektion  auf TikTok entdeckt

Monge entdeckte die "National Parks"-Kollektion von Converse auf TikTok. Denn: Die Modelle werden derzeit nur im australischen Online-Shop der Nike-Tochter geführt. Sie sei nach eigenen Aussagen zunächst skeptisch gewesen, dass eine solch große Firma eine kleine Designerin wie sie kopieren könnte, doch Freunde und Familie hätten sie in der Annahme bestärkt, dass sie beklaut worden sei. Sie habe sich entschlossen, Converse anzuschreiben und zur Rechenschaft zu ziehen, doch eine Antwort seitens der Firma blieb aus. Nachdem sie daraufhin selbst ein Video veröffentlichte, in dem sie ihren Pitch aus dem Jahr 2019 und der neu erschienenen Kollektion gegenüberstellte, wurden verschiedene US-Medien auf den Design-Nachwuchs aufmerksam.

@ceci.monge

Ouch @converse ##internship ##design ##smalldesigner ##plzstopstealing ##fashion ##TWDSurvivalChallenge ##fyp

♬ original sound - Ceci.monge

Auch der Instagram-Account "Diet Prada", der Designkopien und andere Unstimmigkeiten in der Modeindustrie enthüllt, widmete sich dem Thema. Die Betreiber Tony Liu und Lindsey Schuyler setzen sich gegen Rassismus, Sexismus und weitere Ungerechtigkeiten in der Modebranche ein und waren in der Vergangenheit maßgeblich an der Aufklärung solcher Vorfälle beteiligt. Die Kommentare unter dem entsprechenden Posting und auch vorangegangene Beiträge zeigen, warum: Leider ist es in der Branche keine Seltenheit, dass große Unternehmen von ihren Bewerbern Arbeitsproben verlangen, um diese dann selbst in ihren Kollektionen zu übernehmen.

Converse weist Anschuldigungen zurück

Nachdem mehrere US-Medien und auch "Diet Prada" nach einem Statement verlangten, äußerte sich Converse schließlich zu dem Vorfall: "Im November 2019 bewarb sich die Kandidatin für das Sommerprogramm 2020 – ein hart umkämpftes Programm, für das jedes Jahr Tausende von Bewerbungen eingehen. Sie wurde nicht eingestellt oder zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Die Bewerbung enthielt weder eine Aufforderung zur Einreichung von Design-Portfolios/Mustern, noch wurde sie von Converse dazu aufgefordert. Aus rechtlichen Gründen geben wir keine unaufgeforderten Portfolios von Bewerbern im Unternehmen weiter", so das Unternehmen gegenüber der New York Post.

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Instagram integriert.
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In ihrem Video gibt Monge zu, dass sie nie aufgefordert wurde, Designs einzureichen, habe aber mit ihrer Bewerbung hervorstechen wollen, weil sie den Job unbedingt hätte ergattern wollen. In einem weiteren Video zeigt sie die Daten auf ihrem Rechner, die beweisen sollen, dass besagtes PDF im November 2019 erstellt und seitdem nicht mehr verändert worden war. Converse hingegen behauptet, Vorgänger der "National Parks"-Kollektion sei ein "Chuck 70"-Schuh aus dem Oktober 2020 gewesen, der schon im April 2019 designt worden wäre.

Fashion-Trend

Auch in Deutschland gab es im Sommer 2020 einen ähnlichen Vorfall, bei dem eine Bewerberin die Werbeagentur Scholz & Friends des Ideenklaus bezichtigte. Sie sollte im Zuge ihrer Bewerbung eine Kampagne für The Female Company entwerfen. Nachdem die Agentur ihr eine Absage erteilte, sah die junge Frau ein halbes Jahr später, wie ihre Kampagne ohne sie und medienwirksam umgesetzt wurde. Scholz & Friends wies die Anschuldigungen zurück, The Female Company entschuldigte sich öffentlich für den Vorfall.

Quellen:  "New York Post", "Diet Prada"

yak

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