Dolce & Gabbana Auf Goldkurs


Dolce & Gabbana feilen daran, dass ihre Marke ewig währt. Welche Farbe läge da näher als Gold, ihr neuer Lieblingston?
Von Viola Keeve

Vor einem Jahr erst haben sie groß gefeiert: 20 Jahre Dolce & Gabbana. Nun sind sie schon wieder da, mit "Fashion Album", einem Bildband, in dem berühmte Fotografen wie Jürgen Teller oder Mario Testino ihre Mode inszeniert haben. Domenico Dolce und Stefano Gabbana, in Mailand nur "die Jungs" genannt, sind kaum zu bremsen. Gerade sah man sie noch als Models für ihr güldenes Motorola-Handy, da legten sie schon "The One" nach: einen neuen Duft im Goldflakon, präsentiert von Gisele Bündchen.

Gold, die ewige Farbe, ist der Ton, in dem sich die Designer derzeit am besten gefallen. Sie haben diesen Namen auch für ihr erstes Restaurant gewählt, das gerade in Mailand eröffnet hat: ein überraschend wenig pompös designter Luxus-Traum in Creme und: Gold. Wer darin speisen soll? Ihre Entourage - prominente Freunde und reiche Mailänder. Zur Eröffnung kamen die Chefin der US-"Vogue" Anna Wintour, Kylie Minogue, die Hilton-Schwestern und Silvio Berlusconis Kinder Eleonora und Luigi. Gabbana ist erklärter Berlusconi-Fan. Das Duo, mit 1,1 Milliarden Euro Umsatz im Jahr nach Prada und Armani die Nummer drei in Italien, weiß: Deine Mode ist tot, wenn keiner mehr über dich spricht. Am besten verstanden hat das Giorgio Armani. Als es um seine Mode stiller wurde, begann er, Möbel, Kosmetik, ein Restaurant und einen Palast für seine Schauen - das "Teatro Armani" - zu entwerfen. Zuletzt konzipierte er eine Zeitung. Die Welt der Mode bestehe eben aus ehrgeizigen Leuten, die vom Konkurrenzkampf getrieben seien, sagt Armani. "Ich habe das Teatro auch gebaut, damit meine Kollegen sagen: Verdammt! Wie hat er das wieder geschafft!?" Sollte seine Eminenz sich je zurückziehen, gilt es, sein Erbe zu verteilen. Einen umgebauten Kinopalast für ihre Schauen besitzen Dolce & Gabbana schon - nun fehlt eigentlich nur noch ein Hotel. Natürlich in der strahlendsten aller Farben.

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