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Fashion Week Berlin: Orange mit Promifaktor

Wer während der Fashion Week in Berlin neben modernen Klamotten auch viele bekannte Persönlichkeiten auf einen Haufen sehen will, sollte nicht die spektakulären Veranstaltungen von Boss verpassen. Zur Schau des Labels Orange in einer stillgelegten Fabrik gaben sich Promis die Klinke in die Hand.

Von Cathrin Wissmann

Wie eine Karawane zogen am Donnerstagabend hunderte von Taxis durch die Berliner Innenstadt. Ihr Ziel war nicht etwa eine hippe Location in Mitte, sondern ein stillgelegtes Fabrikgebäude im Südosten der Hauptstadt. Hugo Boss hatte die Treptower Rathenauhallen als Schauplatz seiner Modenschau gewählt. Für ein Nachwuchslabel hätte wohl kaum jemand der 1200 geladenen Gäste die 30-minütige Fahrt dorthin in Kauf genommen. Doch die Shows des deutschen Modeunternehmens sind nicht nur ein Garant für ungewöhnliche Locations, sondern auch für die höchste Promidichte.

Für die Präsentation der Unterlinie Boss Orange gönnte man sich auch diesmal eine illustre Gästeliste: Internationale Gäste wie Sienna Miller, Adrien Brody und Jade Jagger mischten sich mit deutschen Stars wie Sabine Christiansen, Eva Padberg und Matthias Schweighöfer - fast alle brav in Orange gehüllt. Während der 15-minütigen Show, die erst mit einer Verspätung von eineinhalb Stunden begann, bekamen sie ausgewaschene Jeans, Seidenshorts, lässige Overalls und pinkfarbene Jacken zu sehen. "Orange ist die raue, unpolierte Seite von Hugo Boss", meint Claus-Dietrich Lahrs, Vorstandschef des Metzinger Unternehmens. Die einzelnen Linien des Hauses will er künftig schärfer trennen: die edle Hauptmarke Boss Black, die vom Bruno Pieters designte Avantgardelinie Hugo und eben Boss Orange, die klar im Freizeitbereich angesiedelt ist.

Angekommen in der Hauptstadt

Auch die Kollektionen von Hugo und Boss durften bereits auf der Berliner Modewoche defilieren. Doch erst mit Orange scheint man in Berlin angekommen: Lahrs will seine alltagstauglichen Klamotten auch künftig in der Hauptstadt zeigen, die für ihren unglamourösen Stil bekannt ist. "Casualwear wächst noch", prophezeite Lahrs. Gleiches kann man von der deutschen Fashion Week auch sagen.

So mancher Promi allerdings wollte sich ein bisschen Pomp nicht nehmen lassen: Jade Jagger zum Beispiel torkelte in kurzem Paillettenhöschen und Schwindel erregenden Plateausandalen über die Rasenfläche vor der Fabrikhalle. Dort fanden sich die Gäste im Anschluss zum zwanglosen Barbecue ein - zumindest diejenigen, die sich dem Dresscode "Casual" gebeugt hatten und nicht mir ihren Absätzen im Gras versanken.