Ford-Nachfolge Gucci gibt seine neuen Designer bekannt


Nun, da Ford fort ist, hat Gucci die Namen seiner Nachfolger preisgegeben. Drei Designer aus dem Team von Tom Ford werden sich um die Damen- und Herrenmode sowie YSL Rive Gauche kümmern, Kreativchef wird Stefano Pilati.

Gucci setzt bei der Nachfolge für den scheidenden Star-Designer Tom Ford auf eine hausinterne Lösung statt auf große Namen. Drei ehemalige Assistenten des Texaners - Alessandra Facchinetti, John Ray und Frida Giannini - entwerfen künftig für Gucci Kleidung und Accessoires, wie das Modehaus am Donnerstag in Paris mitteilte. Für das Label Yves Saint-Laurent wird der 38-jährige Italiener Stefano Pilati, bisher die Nummer zwei hinter dem großen Meister, verantwortlich sein. "Das ist ein Traum für einen Modedesigner", sagt er. Seine erste Kollektion kann im Oktober bewundert werden.

Gemeinsam mit Tom Ford geht auch Domenico De Sole

Nach 14 Jahren bei Gucci hatte Ford am Sonntagabend in Paris seine Abschiedskollektion für YSL präsentiert. Die letzte Pret-a-Porter-Schau für das Label Gucci zeigte er bereits Ende Februar in Mailand. Gemeinsam mit dem ebenfalls scheidenden Vorstandsvorsitzenden Domenico De Sole hatte der Amerikaner dem angeschlagenen Traditionsunternehmen in den 90er Jahren neuen Glanz verliehen und die Spitzengruppe der Luxusgüterindustrie geführt.

Nach dem Scheitern monatelanger Verhandlungen mit dem Gucci-Mutterkonzern PPR (Pinault Printemps-Redoute) hatten beide Ende letzten Jahres ihren Rücktritt zum April erklärt. PPR-Geschäftsführer Serge Weinberg sagte letzte Woche, auch für De Sole sei ein Nachfolger gefunden, ohne einen Namen zu nennen. PPR-Gründer Francois Pinault hatte Gucci 2001 nach einem erbitterten Kampf mit seinem Erzrivalen Bernard Arnault von LVMH übernommen. Ende April übernimmt PPR die restlichen 30 Prozent des Unternehmens.

Tom Ford träumt von Regie-Projekten

Der 42 Jahre alte Ford will sich zunächst erst einmal auf seine Ranch im US-Staat New Mexico zurückziehen und einige Monate "einfach allein sein". Er wolle künftig Regie führen und suche nach einem Projekt, sagte der Kultdesigner der Zeitung 'Women's Wear Daily' letzte Woche. Ob er noch einmal als Designer arbeiten werde, sei noch nicht klar.

Die Italienerin Facchinetti, die bereits vier Jahre mit Tom Ford zusammen gearbeitet hat, entwirft künftig die Pret-a-Porter-Frauenmode für Gucci. Der einzige Nicht-Italiener im Team, der Schotte Ray, wird künftig für die Herren schneidern. "Ich bin so stolz auf das, was wir in den letzten Jahren unter Tom Ford erreicht haben. Jetzt selbst diese Kollektion beaufsichtigen zu können, ist eine ungeheuere Herausforderung", äußerte er sich begeistert. Giannini übernimmt die Verantwortung für die Accessoires. Der gebürtige Mailänder Pilati, den Ford vor vier Jahren von Prada abwarb, folgt dem Amerikaner als Kreativdirektor bei der Gucci-Tochter Yves Saint Laurent Rive Gauche.

AP AP

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