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Kleider, die Geschichte schrieben Hollywood, Adel, High Society – alles vereint im Brautkleid von Fürstin Gracia Patricia

Hochzeitsfoto von Schauspielerin Grace Kelly mit Fürst Rainier III. von Monaco
Das offizielle Hochzeitsfoto von Schauspielerin Grace Kelly mit Fürst Rainier III. von Monaco
© Maxppp Doc / Picture Alliance
1956 heiratete Hollywood-Schauspielerin Grace Kelly den monegassischen Fürsten Rainier III. Ihr Brautkleid gilt bis heute als eine der ikonischsten Roben des 20. Jahrhunderts und fand prominente Nachahmerinnen.

Es war ein Tag, der ihr Leben für immer veränderte: Am 19. April 1956 betrat sie als Schauspielerin Grace Kelly die Kathedrale von Monaco und verließ sie wenige Stunden später als Fürstin Gracia Patricia. Die Metamorphose der gebürtigen Amerikanerin zur monegassischen Landesmutter verfolgten mehr als 30 Millionen Fernsehzuschauer in neun Ländern. Ein besonderes Augenmerk war dabei natürlich auf das Hochzeitskleid gerichtet, das Kellys beider Leben geschickt vereinte: glamourös genug für eine Hollywood-Diva und ausreichend seriös für ihre neue Heimat, das katholische Monaco.

Denn vor ihrer Trauung mit Rainier III. war Grace Kelly einer der Stars der Filmfabrik, ausgezeichnet mit einem Oscar und Muse von Regisseur Alfred Hitchcock. Dass sie ihre Leinwand-Karriere mit nur 26 Jahren beendete, um einen europäischen Adligen zu heiraten, den sie erst ein Jahr zuvor kennengelernte hatte, schmerzte viele in Hollywood. Zumal Kelly bereits einen Vertrag mit dem Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) unterschrieben hatte. Sie sollte die Hauptrolle im der Komödie "Warum hab' ich ja gesagt?" übernehmen.

Filmstudio MGM zahlte Brautkleid von Grace Kelly

Der Part ging stattdessen an Lauren Bacall und das Filmstudio bekam einen Deal: MGM durfte die Trauung von Grace Kelly und Fürst Rainier für einen Dokumentarfilm aufnehmen und finanzierte das Brautkleid der Schauspielerin. Grace Kelly tat sich dafür mit Designerin Helen Rose zusammen, die bei vier ihrer Filme die Kostüme verantwortete. Entstanden ist eine Kreation mit einer vorn geknöpften Spitzencorsage, kleinem Kragen und langen Ärmeln, dazu ein ballonförmiger Rock mit Kummerbund und drei Meter langer Schleppe. Verwendet wurden nur edelste Materialien wie Seide, Brüsseler Spitze und Perlen.

Ungewöhnlich war der Kopfschmuck der Braut: Statt eines Diadems wählte Grace Kelly eine sogenannte Juliet Cap, die mit Perlen und Orangenblüten verziert war. An der Mütze befestigt war der 90 Meter lange Spitzenschleier. Die Kosten für das Hochzeitskleid sollen sich auf knapp 7000 Dollar belaufen haben – verglichen mit heutigen Ausgaben für royale Brautkleider eher ein Schnäppchen.

Modisch gehört die Robe zu den ikonischsten Kleidern des 20. Jahrhunderts und hat zahlreiche Bräute inspiriert. Zu den bekanntesten gehört sicher Herzogin Catherine, die Prinz William 2011 in einer ähnlichen Kreation heiratete. Aber auch Model Miranda Kerr orientierte sich bei ihrer Trauung mit Unternehmer Evan Spiegel an dem Kleid von Fürstin Gracia Patricia.

Im Frühjahr 2006 wurde das Originalkleid im "Philadelphia Museum of Art" ausgestellt und sorgte für einen Besucherandrang. Anlass war der 50. Hochzeitstag des monegassischen Fürtstenpaares. Erlebt haben den traurigerweise beide nicht. Gracia Patricia kam 1982 bei einem Autounfall ums Leben, Fürst Rainier starb 2005.

jum

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