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Magersucht: Zu dünn zum Leben - zu dick zum Sterben

Es ist ein schockierender Anblick: Ein blasser, bis auf die Knochen abgemagerter Körper, die Wangen eingefallen, der greisenhafte Mund halb geöffnet, die großen blauen Augen starren verstört aus tiefen Höhlen. Über diesen Körper, abgebildet auf einem Werbeplakat für die italienische Modemarke "Nolita", diskutiert zurzeit ganz Mailand. Es ist der Körper von Isabelle Caro.

Von Julia Mäurer

Jeden Morgen das gleiche Ritual. Vorsichtig erhebt sich Isabelle Caro aus ihrem Bett, tritt ans Fenster ihrer Wohnung in Marseille und schiebt die bodenlangen, roten Vorhänge zur Seite. Dann bückt sie sich und holt unter ihrem Bett die Waage hervor. Langsam lässt sie ihr Nachthemd zu Boden gleiten. Es ist unerwünschter Ballast auf ihrem ausgemergelten Körper. 30 Kilogramm zeigt das Gerät an. 30 Kilogramm, die unendlich schwer wiegen. Isabelle Caro ist magersüchtig. Seit 14 Jahren. Die Hälfte des Lebens der heute 27-jährigen Französin ist bestimmt von Kalorienzählen, Gewichtskontrolle, Erbrechen. Zeitweise wog Isabelle bei einer Größe von 1,65 Metern nur noch 25 Kilogramm. Mehr tot als lebendig.

Der italienische Fotograf Oliviero Toscani, der jahrelang für "Benetton" tätig war und mit seinen Werbefotografien etwa von Aids-Kranken oder zum Tode Verurteilten Anstoß erregte, machte Isabelle zum Gesicht seiner neuen Kampagne für die italienische Modemarke "Nolita". Pünktlich zur Modewoche, die noch bis zum 29. September in Mailand läuft, wurden die riesigen Werbeplakate veröffentlicht.

Geschmacklos finden es einige Gesundheits-Experten und warnen davor, dass das Foto als "Anregung" für andere Magersüchtige dienen könnte, ebenso dünn zu werden. "Dieses Mädchen gehört in die Klinik und nicht auf ein Plakat", schimpft etwa Fabiola De Clercq, Präsidentin des italienischen Verbandes "ABA", der sich im Kampf gegen Magersucht engagiert. Die italienische Gesundheitsministerin Livia Turco hingegen und auch Designer wie Georgi Armani und Dolce&Gabbana befürworten die Initiative, da sie auf das schwierige und ernste Thema Magersucht aufmerksam mache. Genau das war auch Isabelles Ambition. Auf ihrer Internetseite schreibt sie: "Ich habe für die Kampagne posiert, weil ich hoffe, dass die Jugendlichen so auf die Gefahren dieser Krankheit reagieren."

Seit vierzehn Jahren kämpft Isabelle Caro gegen die Magersucht

Mit dreizehn, ein Alter wo der Hunger auf das Leben beginnt, hörte Isabelle auf zu essen. "Meine Mutter litt unter schweren Depressionen", erzählt sie in einem TV-Porträt, das der französische Sender TF1 vor kurzem ausstrahlte. "Ich musste mich um sie kümmern. In der Zeit zwischen meinem vierten und meinem elften Lebensjahr war ich nur mit meiner Mutter zusammen. Das war sehr, sehr hart." Aus Angst, die Mutter würde sie nicht mehr lieben, wenn sie sich äußerlich verändert, verzichtete Isabelle auf Nahrung. Die Magersucht als Waffe gegen das Erwachsenwerden. "Ich konnte mir ja nicht meine Beine abschneiden", sagt sie zaghaft. "Da war das Hungern das einzige, was in Frage kam."

Seit vierzehn Jahren ernährt sich Isabelle von einem Toast mit Diätmarmelade und einer Schale Milchcafé zum Frühstück, den sie nicht trinkt, sondern langsam löffelt. Das ist alles, was sie bis zum Abend zu sich nimmt. Eigentlich ist es überhaupt alles, was sie an einem Tag in ihrem Körper behält. Denn ihr Abendessen, ein Steak und einige Scheiben Tomaten, das sie sich mit zittrigen Händen zubreitet und dann langsam von der Gabel lutscht, erbricht sie. Jeden Tag. Seit vierzehn Jahren. Zusätzlich schluckt sie nach dem Abendessen Medikamente, um den Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen ein wenig auszugleichen, um zu überleben.

Isabelle weiß, dass ihr Körper nur noch Haut und Knochen ist, weiß, dass es nicht schön aussieht. "Aber ich schaffe es nicht zuzunehmen", gesteht sie im TV-Interview. Seit ihrem 13. Lebensjahr hat die Französin kaum Gewicht dazu gewonnen. Sie isst so viel wie ein vierjähriges Kind und jede Mahlzeit stellt sie vor extreme Herausforderungen. Auch den Alttag bewältigt Isabelle immer schwerer. Sie kann sich kaum auf den Beinen halten, muss sich immer wieder setzen und ausruhen, zu viele Menschen um sie herum erschöpfen sie zusätzlich. Ihre Ausbildung an der Schauspielschule hat sie unterbrochen. Die Krankheit macht sie zu müde, um zu arbeiten. Zu müde, um sich mit Freunden zu treffen. Manchmal sogar zu müde, um überhaupt aufzustehen.

Die Kampagne von Oliviero Toscani sieht Isabelle Caro nun als Chance, auf ihr Schicksal und die Gefahren von Magersucht aufmerksam zu machen. Toscani selbst verteidigt seine schockierenden Fotos energisch. Er sei nur Zeuge seiner Zeit, argumentiert er. Seine Werke bildeten nur die Wirklichkeit ab. "Denn das eigentliche Drama ist doch", so der 65-jährige Fotograf "dass wir uns von einem Bild erschüttern lassen - und nicht von der Realität."

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.