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Starfotograf über Morandi-Brücke "Wen kümmert es schon, wenn eine Brücke einstürzt": Benetton feuert Oliviero Toscani

Starfotograf Oliviero Tosani, unter anderem bekannt für Zusammenarbeit mit Benetton
Wegen seiner Aussagen zum Brückeneinsturz in Genua verkündete Benetton das Aus für die Zusammenarbeit mit Fotograf Oliviero Toscani
© Miguel Medina / AFP
Für Benetton lichtete er unter anderem blutende Soldaten ab, doch jetzt trennt sich die Modekette nach langer Zusammenarbeit von Oliviero Toscani. Grund ist seine Aussage zum tödlichen Brückeneinsturz in Genua 2018.

Nach langjähriger Zusammenarbeit trennt sich das Modeunternehmen Benetton vom Starfotografen Oliviero Toscani. Grund dafür ist eine Aussage des 77-Jährigen zum tödlichen Brückeneinsturz in Genua 2018 in einem Radio-Interview. "Die Benetton-Gruppe mit ihrem Präsidenten Luciano Benetton distanziert sich auf das Schärfste von den Aussagen Oliviero Toscanis über den Einsturz der Morandi-Brücke und hält es damit für unmöglich, die Zusammenarbeit mit dem Kreativdirektor fortzusetzen", hieß es in einer kurzen Erklärung der Gruppe mit Sitz bei Treviso vom Donnerstag.

Toscani hatte in einer Sendung am Montag bei dem öffentlich-rechtlichen Sender RadioUno gesagt: "Aber wen kümmert es schon, wenn eine Brücke einstürzt, lasst uns aufhören." In dem Gespräch ging es um ein Foto von einem Treffen von ihm, Luciano Benetton und Vertretern der alternativen sogenannten Sardinen-Bewegung in Genua. Dieses Foto hatte politisch für Wirbel gesorgt. Doch Toscanis Aussagen zur Brücke ließen die Wellen noch höher schlagen, auch Angehörige der Opfer protestierten.

Benetton an Autostrade per l'Italia beteiligt

Der Fotograf hatte sich vor seinem Rauswurf mehrfach entschuldigt und einen Fehler eingeräumt: "Es tut mir leid", sagte er Medien. Die Morandi-Brücke war am 14. August 2018 zusammengekracht. 43 Menschen starben. Für die Brücke war das Unternehmen Autostrade per l'Italia verantwortlich. Dieses Unternehmen wird über die Holding Atlantia von der Familie Benetton kontrolliert.

Oliviero Toscani erregte seit den 1980er Jahren mehrfach Aufsehen durch Foto-Kampagnen mit Schockbildern wie von blutenden Soldaten, sterbenden Kranken und HIV-Positiven für die Modekette United Colors of Benetton.

meh DPA

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