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Mailand: Der nächste Modewinter wird luxuriös

Die Mode putzt sich auf. Romantische Rüschen, funkelnde Steine, Stickereien und raffinierte Details lassen im kommenden Herbst und Winter dem Minimalismus keine Chance.

Die Mode putzt sich auf. Romantische Rüschen, funkelnde Steine, Stickereien und raffinierte Details lassen im kommenden Herbst und Winter dem Minimalismus keine Chance. Die Designer auf den Mailänder Modenschauen zeigen sich von ihrer kreativsten Seite und sehnen sich nach Luxus und Eleganz.

Comeback des guten Geschmacks

Mit diesen Schlagworten ist auch der gute Geschmack auf die Laufstege zurückgekehrt. Einige sprechen gar von einer Tendenz zum Konservativen. Dort, wo sich die Mode gern entblößt, herrscht jedenfalls eine wohltuende Angezogenheit. Weit und breit keine nackten Brüste. Der Minirock, Star dieses Winters, spielt im kommenden Herbst bestenfalls noch eine Nebenrolle. Die Säume der ausgestellten Modelle enden am Knie oder fallen weiter bis zur Wade.

Prada setzt auf Romantik

Miuccia Prada, in den neunziger Jahren eine der Mitbegründerinnen des Purismus, hat längst bewiesen, dass sie auch die elegante, romantische Partitur zu spielen weiß. In ihrer neuen Kollektion besticht sie mit subtilen oder auch prachtvollen Dekorationen. Das Angebot reicht von Schmuckstein-Arrangements, die sich am Mantelkragen, Ellbogen oder Rocksaum zu Mustern formieren, bis hin zu subtilen, am Computer verfremdeten Druckmotiven. Prada ließ sich unter anderem von den Gemälden Caspar David Friedrichs inspirieren. Die Rocklängen sind ladylike knieumspielend, die Materialien mit Brokat, Satin und Pelz oft prachtvoll. Über dem Chiffonkleid trägt die Prada-Frau Strickjacke und auf dem Kopf Mützen im Husaren-Stil.

Gucci bald mit deutschen Chefdesigner?

Glaubt man den derzeit in Mailand kursierenden Gerüchten, übernimmt demnächst ein Deutscher den Posten des Chefdesigners bei Gucci. Der Schwarzwälder Tomas Maier gilt als heißester Nachfolgekandidat für Tom Ford, der am Mittwochabend seine letzte Kollektion für das Traditionshaus aus Florenz vorstellen wollte. Noch entwirft Maier allerdings für Bottega Veneta, eine italienische Marke, die ihre Ursprünge in den Lederaccessoires hat und seit 2001 zur Gucci-Gruppe gehört. Im selben Jahr wurde der Deutsche zum Kreativdirektor bestimmt und sorgt seitdem mit seinem leisen Luxus für Furore. Für den Herbst/Winter 2004/05 baut Bottega Veneta auf neutrale Töne, die mit Details in kräftigen Farben gebrochen werden. So trifft zum Beispiel Grau auf leuchtendes Grün, Orange und Gelb. Das Musterbild ist grafisch, kreuzförmig angelegt auf einem Rock, in Spiralenform auf einem Kleid.

Armani setzt auf Beinfreiheit

Giorgio Armani gilt vielen als Inbegriff der schlichten Eleganz, doch auch der Mailänder will in der Saison der Experimentierfreude nicht hinten anstehen. Einige Röcke seiner am Dienstag vorgeführten jungen Emporio-Linie zeichnen die Form der Oberschenkel nach und fallen dann auf Wadenhöhe in eine Reifform. Vorn geschlitzt geben sie dem Bein Bewegungsfreiheit.

Ethno-Mix bei Sportmax

Bei Sportmax trafen sich am Mittwoch Stilelemente aus den verschieden Kulturen zu einem fröhlichen Ethno-Hippie-Mix. Die Farben der italienischen Linie aus dem Hause Max Mara sind herbstlich kraftvoll. Bauernblusen werden zur Glencheckhose getragen, Seidentops oder locker fallende Bustierkleider über Rollkragenpullovern.

Pelz ist wieder in

Gabriele Strehle bevorzugt komfortabel geschnittene Jacken und glamourösen weißen Pelz. Darunter geht es in ihrer Strenesse- Kollektion aber recht sommerlich zu: Kurze Seidenkleider mit wippenden Rüschen am Saum werden es wohl schwer haben, in den kalten Monaten zu bestehen

Axel Botur / DPA