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Mode: Laura Biagiotti: "Ich weiß wie es ist, älter und dick zu werden"

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Hamburg – Die italienische Mode-Designerin Laura Biagiotti hat ein Herz für Frauen, die nicht mit Traummaßen gesegnet sind. In einem Interview mit dem stern sagte die 59-Jährige: "Ich kenne mich doch mit der Wirklichkeit aus: Ich weiß, was sich bequem tragen läßt und was es heißt, Mutter, ein wenig dicker, älter zu werden." Zum Glück gebe es ein paar Designerinnen, die auch an so etwas dächten. Sie halte Komfort und Bequemlichkeit für elementare Faktoren beim Kleidermachen. Und mit einem kleinen Seitenhieb auf ihre männlichen Kollegen: "Männern fällt es leichter, sich zu ästhetischen Höhen emporzuschwingen. Sie entwerfen für engelhafte Göttinnen, für nicht real existierende Frauentypen."

Dass Männer die Modebranche dominieren, erklärt sich die Modeschöpferin mit dem tiefen Argwohn des Kapitals gegenüber den unternehmerischen Fähigkeiten der Frauen. "Es gibt da ein großes Mißtrauen", sagte sie. "In China hat man mich immer nur mit "Signore Biagiotti" angesprochen – nicht aus Respektlosigkeit, sondern weil es dort keine weibliche Ansprache für Unternehmerinnen gibt."

Auf Dauer hält die Römerin nichts von börsennotierten Modeunternehmen. Es habe sich gerade jetzt gezeigt, dass die Branche als erste die Folgen der wirtschaftlichen Krise zu spüren bekomme. Dass sich ihr Unternehmen gut gehalten habe, liege an der familiären Führung und an den treuen Kunden: "Wenn sie kein Kleid kaufen, dann kaufen sie eben ein Parfüm. Es gibt Kundinnen, die seit 20 Jahren ‘Roma‘ kaufen. Wir haben Kriege überstanden und etliche Krisen im Privatleben. Ich habe 30 Jahre in der Branche auf dem Buckel. Ich bin ein alte Eiche."

Nachrichtenredaktion
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