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Ralph Lauren: American Dreamer

Vor 40 Jahren gründete er mit einem kleinen Kredit eine Krawattenfirma, heute führt er den größten Modekonzern der Welt: Ralph Lauren blickt auf die wohl ungewöhnlichste Karriere der Branche zurück. Dem stern gewährte er Einblick in sein Privatleben.

Von Mareile Grimm und Dirk van Versendaal

Herr Lauren, hat Ihre Mutter jemals ein von Ihnen geliebtes Kleidungsstück entsorgt?

Oh ja, sie hat meine Lieblingsjeans in den Müll geworfen. Mein Gott, wenn ich nur daran denke! Leider achten Mütter ja darauf, was ihre Kinder in der Schule anziehen, und eines Tages fragte sie mich: „Wie kannst du nur in diesen zerrissenen Hosen herumlaufen?“ Deshalb hüte ich noch heute alle meine Lieblingsstücke wie Schätze. Was ich einmal geliebt habe, liebe ich weiter. Mit meiner Frau Ricky bin ich auch schon seit 43 Jahren verheiratet.

Waren Sie ein guter Schüler?

Nein. Ich war nicht konzentriert bei der Sache. Ich war gut in Psychologie, aber richtig schlecht in Wirtschaftslehre. Was ich spannend fand, habe ich gern gelernt, was mich langweilte, brachte mir schlechte Noten ein. Auf einer Modeschule wäre ich vermutlich eine Niete gewesen.

In diesem Jahr feiern Sie mit Ihrem Unternehmen dessen 40. Geburtstag. Nach vier Jahrzehnten Mode – was motiviert Sie da noch?

Tatsächlich denke ich manchmal: Oh mein Gott, schon 40 Jahre! Aber sehen Sie sich mal meine Jeans an. Mit der habe ich vor ein paar Tagen meine Mitarbeiter genervt: Wie findet ihr die? Gefällt sie euch? Das mache ich nur, weil es mir immer noch Spaß bringt. Ich bin nach wie vor auf der Suche nach der perfekten Jeans.

Sie besitzen vermutlich Hunderte.

Trotzdem, ich bin einfach ein begeisterter Konsument. Ich gehe in einen Laden, sehe ein Stück und denke: Das will ich haben! Und wenn ich nicht finde, was ich suche, mache ich es eben selber. Das ist wohl der Grund für meinen Erfolg: Ich suche seit 40 Jahren unaufhörlich nach Dingen, die ich noch nicht gemacht habe.

Kritiker würdigen in der Regel das Marketing-Genie Lauren, nicht den schöpferisch begabten Designer - wurmt Sie das? Ich habe meine sehr eigenen Ansichten und Ideen das Business betreffend, und die gefallen eben nicht jedem.

Im Modezirkus gelten Sie als verlässliche Größe, Revolutionen erwartet von Ihnen niemand. Haben Sie damit Ihr persönliches Ziel erreicht?

Ich will, dass meine Kleider zeitlos sind. Sie sollen Bestand haben. Ich wollte nie „in Mode“ sein, so war es schon, als ich 1967 mit meinen breiten Krawatten anfing. Das heißt aber nicht, dass ich keine Veränderungen will. Mir gefällt vor allem die Idee, heute einen eleganten Anzug zu tragen und morgen als Freizeit-Lastwagenfahrer aufzutreten.

Sie besitzen fünf Anwesen. Sind die eigentlich alle ähnlich eingerichtet?

Nein, meine Ranch in Colorado ist im Cowboystil gestaltet, sehr rustikal. Meine Hauptwohnung am Central Park besteht dagegen aus luftigen, ganz und gar weißen Räumen - seit mehr als 20 Jahren. Früher, wenn unsere Kinder die Wände anfassten, schrie meine Frau immer: "Aaaah!" Entsprechend hassten die Kids das Weiß. Heute sind sie es, die nicht wollen, dass wir die Wohnung umgestalten.

Braucht es weiße Wände, um farbenfrohe Welten zu erfinden?

Jemand, der ständig mit Farben zu tun hat, brauchte karge Räume. Ich hatte mich damals entschlossen, diese Wohnung selber einzurichten, und ging täglich ins Guggenheim- Museum, um mich inspirieren zu lassen. Am Ende landete ich im Krankenhaus, weil die Aufgabe mich völlig überforderte.

Wer entscheidet eigentlich bei Ihnen zu Hause über die Inneneinrichtung?

Für gewöhnlich haben die Frauen in diesen Dingen ja das letzte Wort ... Meine Frau und ich leben zusammen, also gestalten wir auch unseren Wohnraum gemeinsam. Ricky hat einen sehr guten Geschmack, allerdings habe ich großen Einfluss auf ihre Entscheidungen ... (lacht)

1987 erkrankten Sie an einem Hirntumor. Wie hat das Ihr Leben verändert?

Das war eine sehr emotionale Zeit und natürlich beängstigend. Meine Kinder waren aber von Anfang an überzeugt, dass alles gut enden würde. Seltsamerweise habe ich das dann auch geglaubt. Ich hatte Glück, dass der Tumor sich als gutartig herausstellte.

Haben Sie Ihr Leben anschließend nicht ändern wollen? Mehr Spaß, weniger Arbeit?

Wie alle Leute, die viel arbeiten, sage ich mir manchmal, dass ich vielleicht mal wieder Urlaub machen sollte. Aber dann gehe ich am Strand spazieren, entdecke einen Blauton im Meer und denke: Diese Farbe muss in meiner nächsten Kollektion auftauchen! Das ist keine Arbeit, das ist pures Vergnügen. Meine Arbeit ist, was ich bin.

Im Oktober werden Sie 68. Denken Sie gelegentlich über Ihren Ruhestand nach?

Nein.

An Ihrer Miene ist mühelos abzulesen, wie wenig Sie diese Frage lieben.

Ich kenne sie eben schon, und ich antworte jedes Mal gleich: Dies ist ein großes Unternehmen, in dem viele gute Leute arbeiten. Mein Sohn David ist dabei, das Geschäft zu lernen, und irgendwann wird er sagen: "Ich mach’s" oder "Ich mach’s nicht". Bis dahin bleibe ich. That’s it.

Ihr Sohn hat einmal gesagt, er wolle nie im Geschäft seines Vaters arbeiten.

Nun, ich denke, es gefällt ihm inzwischen ganz gut. Er ist zwar kein Designer, aber er liebt das Unternehmen.

Ihr Sohn ist mit der Präsidentennichte Lauren Bush liiert. Sind Sie gelegentlich versucht, sich in die Herzensangelegenheiten Ihrer Kinder einzumischen?

Lauren ist ein nettes Mädchen. David und sie nehmen ihre Beziehung sehr ernst. Ich will nur, dass sie glücklich miteinander sind.

Sie gelten als Familienmensch, der einen ruhigen Abend daheim Glamour-Events vorzieht. Stimmt das?

Jawohl. Hört sich langweilig an, oder? Ich lebe mit meinen Kindern, mit meiner Frau, ich bin ein echter Mensch. Ich habe gelegentlich Schmerzen, bin krank, mache mir Sorgen um andere. Ich schmeiße nicht mit Geld um mich, ich mache meine Arbeit.

Ihr Sohn Andrew ist im Filmgeschäft. Warum haben Sie selbst es nie in Hollywood versucht?

Hollywood ist eine echte Herausforderung, aber als ich jung war, hatte das Filmbusiness nichts mit meinem Leben zu tun. Ich kannte niemanden dort. Hollywood lag weiter weg als der Mond.

Klingt da eine Spur Bedauern mit?

Heute bin ich froh, dass ich es gelassen habe. Ich will nun einmal der Star sein bei dem, was ich tue. Und zum Star hätte ich es in Hollywood früher nicht gebracht. Tja, und heute könnte ich bestenfalls noch die Rolle des Großvaters spielen ...

Soweit bekannt, sind Sie ein heterosexueller Modemacher, der ...

... was heißt hier: "Soweit bekannt"!?

Anders gefragt: Hätten Sie als schwuler Modemacher noch größeren Erfolg gehabt?

Wie soll ich diese Frage beantworten? Das ist doch völlig hypothetisch.

Es gibt, zumindest in Europa, einige Modemacher, die sich verhalten über die schwulen Netzwerke in der Modeindustrie beschweren. Hatten Sie je damit zu kämpfen?

Überhaupt nicht. In meinem Beruf sollte es auch nicht um sexuelle Neigungen gehen, sondern um Geschmack und Visionen.

Welche Vision steht denn hinter einer weißen Wandfarbe?

Es ist nicht bloß ein Weiß, das ich da verkaufe. Ich hatte eine Idee, als ich es mischte. Es gibt 500 verschiedene Weißtöne. Mein Vater war Anstreicher und Kunstmaler, ich war zeit meines Lebens mit Farben beschäftigt. In der Mode geht es darum, Dinge begehrlich zu machen. Es reicht nicht, sich in Wildlederhose and Fransenjacke auf die Straße zu stellen und zu rufen: "Alle mal herkommen! Kauft das Zeug!" Man muss die Hose und die Jacke in eine Geschichte verpacken, einen Western, und nach Santa Fe transportieren, um sie zu einem guten Produkt zu machen.

So wie der rosa Anzug, den Sie Robert Redfords 1974 in "Der große Gatsby" angezogen haben, auch eine Geschichte erzählt hat?

Genau! Warum wollten Männer plötzlich rosa Anzüge kaufen? Weil sie aussehen wollten wie Robert Redford. Dieser Mann war attraktiv, ein Held. Hätte Redford den Schurken gespielt, dann hätte auch niemand seinen Anzug tragen wollen.

Gibt es jemanden in der Filmwelt, der Sie heute so inspiriert wie Redford damals?

Hm, lassen Sie mich überlegen ... Johnny Depp! Wenn ich jemanden herausheben würde, dann ihn. Er ist ein Popstar, Künstler, kaum einer hat so einen individuellen ungewöhnlichen Geschmack wie er. Johnny Depp finde ich fantastisch!

Interessant, Depp ist wohl der unamerikanischste US-Schauspieler der Gegenwart. Das Amerika der Ralph-Lauren-Welt hingegen bedient Postkarten-Klischees: weiße Strände auf Long Island, Cowboys am Kaminfeuer, adrette New-England-College-Kids ...

Genau darum geht es doch: Sehnsüchte! Als junger Mann hatte ich kein Geld. Ich kannte wenig mehr als meine Straßen, die Feuertreppen und die Mülltonen dort. Also ging ich durch die Stadt und stellte mir vor, dass ich in einem weiß getünchten Landhaus mit grünen Fensterläden lebte, umgeben von grünen Wiesen und mit einer schönen Kirche in der Nachbarschaft. Eines Tages sah ich im Kino Bilder von den Adirondacks und sagte mir: Da will ich auch hin! Wo sind die Adirondacks? Ich fing an zu reisen und stellte fest: "Wow! Amerika ist schön!"

Und seither sind Sie besessen vom "zeitlosen, unverdorbenen Amerika", wie Sie es in Ihrem Jubiläumsbildband nennen?

Schönheit gibt es in jedem Land der Welt, aber ich bin nun mal in den USA aufgewachsen. Und ich will seine schöne Seite zeigen. Warum sollte ich in meiner Mode die Slums von New York thematisieren? Ich blicke auf eine freundliche Weise auf das Leben. Viele Leute sehen es zu negativ, finde ich.

Könnte man nicht sagen: Diese Leute sehen es etwas realistischer?

Aber das hat doch in der Mode nichts zu suchen. Wenn man Sie fragte, ob Sie lieber ein Leben als Boheme führen oder in der dunklen Ecke des kleinen Parks in der Innenstadt hausen wollen, was antworten Sie dann?

Diese Wahl haben ja die wenigsten.

Es gab auch mal eine Zeit, da trug ich einen Bart und lief in miefenden Turnschuhen herum und fühlte mich cool. Diese "Wir werden die Welt ändern"- Aufbruchstimmung, ich habe die auch gespürt. Aber ich habe es gleichzeitig immer als Spiel begriffen, ich wusste, dass die Welt sich nicht so ändern würde, wie die Intellektuellen es damals hofften. Jahre später sah man sie dann ja auch wieder, mit deutlich kürzeren Haaren und den Attitüden ihrer Väter. Sie waren so geworden, wie sie eigentlich nie werden wollten.

Sind Sie ein Patriot, Herr Lauren?

Ich bin ein Patriot, weil ich aus dem Nichts kam und heute ein wunderschönes Leben führe. Es ist mein Land, das mir dieses Leben ermöglicht hat.

Und jenseits Ihrer eigenen Situation: Was für ein Amerika sehen Sie heute?

Es ist sicher nicht alles okay in meinem Land, aber das ist es nirgendwo auf der Welt. Ich bin weder der Präsident der Vereinigten Staaten noch ein Mitglied der Regierung, insofern sehe ich mich nicht in der Position, staatstragende Gedanken öffentlich zu machen. Meine Aufgabe ist es, meine Arbeit so gut wie möglich zu erledigen und ehrlich dabei zu sein.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(