HOME
Satire

Dramatische Dreamdates: Schellen auf den Seychellen: Wir verraten schon jetzt das Ende dieser "Bachelorette"-Staffel

Da waren's nur noch drei: Bachelorette Gerda nimmt Keno, Tim und Marco mit aufs afrikanische Archipel. Wir veröffentlichen vorab unseren (fiktiven) Rückblick auf die nächste Folge dieser Staffel: So könnte es weitergehen. Oder auch nicht.

"Die Bachelorette": "Schnell nochmal die Zunge rein": Twitter-User lästern über Gerdas Homedates

Die Homedates sind absolviert, in der diesjährigen Staffel von "Die Bachelorette" geht es auf die Zielgeraden. Und weil wir es kaum erwarten können, spekulieren wir einfach mal drauflos. Unsere fiktive TV-Kritik zur nächsten Folge – so könnte es weitergehen:

Man kann von der guten Gerda ja halten, was man will, aber so hoffnungslos horny wie sie hat noch kaum eine Bachelorette ihre Kandidaten gemacht. Das lässt sich schon daran ableiten, dass in dieser Staffel unverhältnismäßig viele Männer freiwillig die Flinte ins Korn geworfen haben – sie konnten die absehbare Ablehnung einfach nicht verkraften, weil sie wirklich was von Gerda wollten. Also versuchten sie mit einem radikalen Rückzieher ihre Restwürde vor der Unerreichbaren (und einem Millionenpublikum) zu wahren. Sowas nennt sich Männerlogik.

Fast ein Wunder also, dass am Ende wie jedes Jahr trotzdem noch ein Trio übrig geblieben ist. Und auch Keno, Tim und Marco wollen offensichtlich wirklich was von Gerda. Ganz aufgeregt flöten sie ihre Hoffnungen für die Dreamdates auf den Seychellen in die Kamera: "Ich kann mir inzwischen wirklich was mit ihr vorstellen", wiederholt Marco seine Feststellung aus der letzten Folge, und das ist schon mal eine gute Voraussetzung – so kurz vor Staffelschluss.

Die Bachelorette

Für Gerda gab es in dieser "Bachelorette"-Staffel, wie hier mit Tim, viel zu lächeln. Bis jetzt.

"Ich will einfach mal sehen, was passiert"

Keno findet Gerda derweil auch in dieser Woche noch ziemlich cool, weil sie so witzig ist – und weil sie blond ist, ergänzen wir treuen Zuschauer, schließlich haben wir bei den Homedates vor einer Woche von Kenos Mutter gelernt, dass ihr Sohn auf hübsche blonde Mädels steht. Und Tim, ja gut, Tim ist ruckzuck wieder in seine alte Lethargie verfallen, aus der er vergangene Woche im Kreise seiner Freunde ganz kurz erwacht schien: "Ich will einfach mal sehen, was passiert", orakelt er so vielsagend wie ein Fußballprofi im Interview vor dem Spiel.

Tim darf auch das erste Dreamdate bestreiten, weil er vor dieser Staffel offensichtlich "Erster alles!" gerufen hat. Seit Wochen darf er vorangehen, obwohl das unübersehbar so gar nicht seine Art ist. Und auch diesmal scheinen ihn Kerzenschein und Wein kaum aufzuwärmen, sodass Gerda zunehmend genervt ist: "Irgendwie weiß ich immer noch nicht, woran ich bei dir bin", beklagt sie sich, bevor sie in ihren lustig-angeprollten Slang wechselt: "Ich glaub, ich muss dir mal 'ne Schelle geben!"

Diese Drohung ist allerdings zu viel für den friedlichen Polizisten aus Kirchheim an der Teck. Schockiert schnellt er aus der Hollywoodschaukel, in der gerade noch so gemütlich gekuschelt wurde, hoch und schimpft: "Sorry, Gerda, geht gar nicht!" Mit ungewohntem Nachdruck macht er der Rosenkavalierin deutlich, dass Gewaltandrohung für ihn schon von Berufs wegen ein absolutes Tabu sei und er deshalb "die ganze Aktion" an dieser Stelle abbrechen müsse. Schnaubend stapft er davon und lässt eine geschockte Gerda zurück.

Doch wie nach einer toxischen Beziehung blickt die Bachelorette schon kurz darauf geradezu mit Erleichterung zurück: "Tim ist nie so richtig aus sich herausgekommen", sagt sie, von daher sei es vielleicht besser, dass er "ins Gras gebissen" habe – und diesmal stimmt die Redewendung sogar. Fast.

Besser läuft das Dreamdate mit Marco – zumindest so gut, dass am Ende mal wieder mit viel zu weit geöffneten Mündern gezüngelt wird. Wir ertragen den ekligen Anblick inzwischen mit schockierender Routine und sind froh, als Gerda am nächsten Morgen ziemlich teilnahmslos sagt: "Ich muss mich dann auch leider von dir verabschieden."

Marco hat die Rechnung ohne Keno gemacht

Das meint sie zwar nur für den Moment, aber trotzdem auch allgemein, denn nicht nur uns, sondern auch ihr dürfte längst klar sein, dass Marco gegen Keno keine Chance hat. Nur Marco ahnt davon nichts: "Der Abend und die Nacht waren wunderschön", resümiert er mit genüsslichem Grinsen "und ich glaube, ihr hat es auch gefallen." Kein Zweifel: Er glaubt an den Gesamtsieg.

Aber in seiner Verknalltheit hat Marco die Rechnung ohne Keno gemacht. Abgebrüht wie ein Topfavorit, der er ja auch ist, absolviert er sein Dreamdate. Sogar eifersüchtige Nachfragen zur Konkurrenz verkneift er sich diesmal. Er scheint sich seines Sieges sicher zu sein. Nur als Gerda ihm am nächsten Morgen nebenbei beichtet, dass sie sogar mit Marco geknutscht habe, fällt ihm der Beschützerblick für einen Moment aus dem Gesicht.

Währenddessen wacht Marco in der Abgeschiedenheit seiner Strandhütte, in der RTL ihn untergebracht hat, aus seinem Gerda-Rausch auf – und plötzlich wird ihm klar: Er ist hier nur der Platzhalter. Gerda wird sich für Keno oder Tim entscheiden, keine Frage, für diese Erkenntnis braucht es eigentlich schon seit Wochen keinen Raketenwissenschaftler mehr. Nur hat Marco sich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt doch noch in die Kölnerin verliebt, weshalb ihm auch erst jetzt auffällt, dass er überhaupt nur auf die Seychellen mitfliegen durfte, weil RTL nun mal noch einen dritten Trottel für die Dramaturgie gebraucht hat.

Vor der letzten Rosenvergabe stellt der Fitnesstrainer die ehemals umgarnte Gerda deshalb zur Rede und macht klar Schiff: "Ich weiß, dass du mich nur aus Mitleid durch die Staffel schleifst, seit ich dir meine traurige Familiengeschichte erzählt habe. Meine Mutter und meine Oma haben das sofort gemerkt, deshalb war mein Homedate auch so peinlich." Er gehe deshalb lieber freiwillig und begründet dies traditionell mit der Fairness, auf diese Weise einem anderen Kandidaten nicht die Chance auf eine Rose zu verbauen, und dabei merkt er tatsächlich nicht, dass diese Begründung so kurz vor dem Finale gar keinen Sinn mehr macht.

So bleibt Gerda mit der letzten Rose, die sie ohnehin für Keno reserviert hat, zurück. Umso besser: Endlich ist der Weg frei für sie und den Dürener mit dem Marco-Reus-Gesicht. Doch als dieser endlich vor ihr steht, schaut er reichlich sparsam aus der Wäsche. Gerdas Lächeln gefriert: "Ist irgendwas?"

Er habe nachgedacht, sagt Keno, was aus dem Mund eines jeden Teilnehmers dieser Show immer gleich wie eine Offenbarung klingt: "Ich komm einfach NULL klar damit, dass du Marco geküsst hast." Die Sache mit Tim habe er gerade noch verkraften können, aber Marco?!? "Jetzt muss ich ja davon ausgehen, dass du auch noch mit fünf anderen Typen geknutscht hast", analysiert Keno munter weiter, und wir fragen uns: Wo ist da jetzt genau der Vorwurf? Aber wir ahnen an dieser Stelle auch, dass diese "Bachelorette"-Staffel zum ersten Mal schon mit der vorletzten Folge zu Ende gehen wird.

Die Bachelorette und das vorzeitige Staffelfinale

"Für mich ist das keine Basis für eine Beziehung", bilanziert Keno betroffen und verabschiedet sich von der Bachelorette nach einer letzten Umarmung mit dem obligatorischen Kuss auf die Schulter. Gerda guckt ihm ernst hinterher, bevor sie ihr Handy zückt, um zu checken, wie viele neue Insta-Follower sie gewonnen hat, seit sie das letzte Mal online war.

Dann postet sie ein Bild von sich im Sonnenuntergang, wie sie verträumt auf den Indischen Ozean blickt. "Lieber ein Ende mit Schrecken", schreibt sie dazu in der Caption, "als ein Schrecken ohne Ende."

Themen in diesem Artikel