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"Liebe ist für alle da" Klares Statement: Rammstein setzt bei Konzert in Polen Zeichen gegen Homophobie

Rammstein setzt bei Konzert in Polen ein Zeichen gegen Homophobie
© christoph_schneider_rammstein / Instagram
Rammstein hat bei einem Konzert in Polen ein Zeichen gegen Homophobie gesetzt. Während ihrer Show schwenkte die Band die Regenbogenflagge. Damit beziehen die Musiker zum wiederholten Mal politisch Stellung.

Kaum eine Band beherrscht die Kunst der Provokation so wie Rammstein. Als sich die Berliner Rockband Ende März dieses Jahres mit ihrem Song "Deutschland" nach einer mehrjährigen Pause zurückmeldete, war das Entsetzen über das dazugehörige Musikvideo groß – mal wieder.

Weil Till Lindemann und seine Bandkollegen darin in einem KZ am Galgen hingen, kritisierten Politiker und Organisationen Rammstein. "Wer den Holocaust (…) zu Marketingzwecken missbraucht, handelt verwerflich und unmoralisch", wetterte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, damals. 

Rammstein bezieht nicht zum ersten Mal politisch Stellung

Dabei vermeidet die Band es seit jeher, die Öffentlichkeit über ihre politische Ausrichtung aufzuklären. Stattdessen nutzt Rammstein Provokationen als PR-Werkzeug. Dass die Musiker politisch eher links einzuordnen sind – wie Frontmann Til Lindemann in einem Interview mit dem Musik-Magazin "Rollingstone" bereits vor Jahren erklärte, bewies die Band nun auch bei einem Konzert vor wenigen Tagen im polnischen Chorzów.

Rammstein machte dabei ihrem Lied "Liebe ist für alle da " alle Ehre: Während die Bandmitglieder wie bei den vergangenen Shows auf Schlauchbooten durchs Publikum getragen wurden, schwenkte Schlagzeuger Christoph Schneider eine riesige Regenbogen-Flagge. Fotos und Videos davon verbreiteten sich schnell in den sozialen Netzwerken.Im katholischen und sehr konservativ geprägten Polen ist das ein kräftiges Statement. Erst am vergangenen Wochenende kam es auf einer Gay-Pride-Demo in Bialystok zu Übergriffen. Dabei flogen Steine und Hooligans attackierten Teilnehmer der Pride.

Rammstein bezog mit der Aktion übrigens nicht zum ersten Mal in den vergangenen Wochen klar politisch Stellung. Bereits bei einem Konzert Mitte Juli in der Commerzbank-Arena in Frankfurt hielt die Band in Anspielung auf die Seenotrettung im Mittelmeer ein "Willkommen"-Schild hoch.

rpw

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