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Virales Video Sie hat versucht, ihn zu essen: Dieser Clip zeigt, warum der Oktopus das coolste Tier ist

Die Bloggerin schreit vor Schmerzen und versucht das Tier zu entfernen.
Die Bloggerin schreit vor Schmerzen und versucht das Tier zu entfernen.
© YouTube / World Wide Leaks / Kuaishou
Eine chinesische Bloggerin hat versucht, einen lebenden Oktopus zu verspeisen, doch die Rechnung hat sie nicht mit dem coolsten Tier der Welt gemacht. Vier Fakten zu Oktopoden von einem Oktopoden-Fan.

Acht-armige Rache – so könnte man das Video betiteln, das gerade durchs Netz geht. Eine chinesische Livestreamerin, die unter dem Namen "seaside girl Little Seven" bekannt ist, lässt nichts unversucht, um an Popularität zu gewinnen. Auch nicht Tierquälerei, zum Beispiel das Essen eines lebendigen Tieres. Der Clip zeigt, wie sie versucht, einen lebenden Oktopus zu verspeisen. Doch das Tier saugt sich an ihrem Gesicht fest. Was folgt, ist eine Minute Geschrei. Und große Zufriedenheit meinerseits.

Ich bin stolz auf diesen Oktopus, der letztendlich sicher doch noch sein Leben geben musste. Und ein bisschen schadenfroh bin ich auch, als die chinesische Bloggerin blutige Stellen in ihrem Gesicht entdeckt. Einerseits, weil es einfach furchtbare Tierquälerei ist und andererseits, weil Oktopoden (ja, das ist der Plural von Oktopus) die geilsten Tiere der Welt sind. Ehhem, räusper: Hier kommt meine Ode an den Oktopus.

1. You so smart

Wo fängt ihr Gehirn an und wo endet es,

denn sie haben quasi neun.

Ein Körper voll Neuronen und Synapsen,

davon können wir nur träum’.

Ein Riesengehirn verhilft ihnen zum Titel des intelligentesten wirbellosen Tieres. Ok zugegeben, die Konkurrenz ist da nicht allzu groß, betrachtet man andere wirbellose Tiere wie Quallen oder Muscheln. Aber die süßen Achtärmer können mit so einigen Wirbeltieren mithalten. Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren können Oktopoden durch Erfahrung lernen. Aber sie lernen nicht nur durch ihr eigenes Scheitern, sondern beispielsweise auch, wenn sie einem anderen Oktopus beim Scheitern zusehen. Außerdem sind sie eine der wenigen Arten der Welt, die wie Schimpansen, Delfine oder Krähen, Werkzeuge verwenden. Sogar Medizinflaschen mit Kindersicherung sind kein Hindernis für Oktopoden oder zumindest für "Billye", einem weiblichen Pazifischen Riesenkraken, der Biologen in Seattle erstaunte. 

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2. Klitzeklein und riesengroß

Ist da ein Loch, man sieht es kaum.

Ein kleiner Spalt, da war er abgehaun’.

Oktopoden existieren in allen Größen und Farben. Von kleinen zentimetergroßen Tieren bis hin zu dem Pazifischen Riesenkraken, der bis zu sieben Meter Spannweite hat, haben sie alle eines gemein: Sie können sich durch die kleinsten Öffnungen quetschen. Die einzige Voraussetzung ist, dass der Schnabel durch passen muss. Oktopoden besitzen keinen einzigen Knochen in ihrem Körper, alles ist weich und glibbrig, bis auf den Schnabel, der sich im Zentrum ihrer Arme befindet. Immer wieder liest man von Oktopussen (ja, auch ein möglicher Plural), die aus ihren Aquarien im Zoo entweder ganz abhauen, oder nachts auf Erkundungstour gehen. So wie "Inky", der Oktopus, der einem neuseeländischem Zoo über ein Abwasserrohr entwischte. Ciao, ihr Loser!!!

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3. Arme, Lieblingsarme und Penisarme

Sie haben acht an der Zahl.

Jeder macht, was er will.

Und trennt ihr sie ab,

halten sie einfach nicht still.

Oktopoden haben acht Arme, daher auch der Name ("Achtfuß"), wobei sie einen ihrer Gliedmaßen viel öfter benutzen als andere, sie haben also einen Lieblingsarm. Trennt man einen dieser Arme ab, so kann er sich noch selbstständig bewegen, was daher kommt, dass das Gehirn der Tiere vorwiegend in den Armen beheimatet ist. Jeder der Arme hat um die 240 Saugnäpfe, die nicht nur unglaublich stark sind und bis zu 15 Kilo tragen, sondern auch fühlen und schmecken können. Bei männlichen Exemplaren nennt man einen Arm Hectocotylus. Das ist der Penis. Ein Penis mit Gehirn!!! Aber es geht noch abgedrehter: Bei einigen Arten, wie beispielsweise dem Papierboot oder Argonautidae, löst sich dieser Begattungsarm vom Körper, findet selbstständig ein Weibchen und lebt dann in der Mantelhöhle des Weibchens, auch nach der Begattung, weiter! Ist das nicht das Faszinierendste, was ihr je gehört habt? Hat sich der Hectocotylus von seinem Besitzer getrennt ist das kein Weltuntergang, er wächst einfach nach. Wissenschaftler dachten übrigens anfangs fälschlicherweise, es handle sich bei dem Penisarm um einen parasitischen Wurm. 

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4. Tarnen und Täuschen

Erst ist er da, dann ist er weg.

War das ein Tier oder nur Dreck? 

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Oktopoden können innerhalb von Sekundenbruchteilen die Farbe ihres Körpers wechseln. Aber einfach nur camouflage-mäßig mit dem Hintergrund verschmelzen, wäre zu einfach. Stattdessen ahmen viele der Kopffüßler Dinge in ihrer Umgebung nach, in Farbe, Struktur und auch Bewegung. Ob es wehendes Seegras ist oder ein vorbei schwimmender Rochen, alles ein Klacks für den Schauspielmeister. Diese Leistung können die Tiere in Sekundenschnelle erfüllen, da sie mit ihrer Haut sehen können. Die Haut der Oktopoden beinhaltet nämlich die gleichen lichtempfindlichen Proteine wie deren Augen. So müssen sie nicht auf Impulse der Augen oder des Gehirns warten.  

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Ihr Blut ist blau,

sie sind so schlau,

da sage ich einfach nur WOW.

Nicht zuletzt wegen dieser unglaublichen Fähigkeiten, habe ich mich mit 19 dazu entschieden, ein Oktopus-Tattoo auf meiner Haut zu tragen. Andere mögen kleine Welpen (auch nicht schlecht) und ich mag Oktopoden, die geilsten Tiere der Welt. Scheiß auf Lama oder Flamingo: Ich bin für den Oktopus als Trendtier des Jahres.

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