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Neue Beobachtungen Faszinierende Aufnahmen: So taktisch, blitzschnell und effektiv jagt ein Oktopus

Credit: Wardill Lab, University of Minnesota
Im Video (ohne Ton): Oktopusse stochern nicht einfach nur wild mit ihren Armen herum sondern jagen mit System. Wissenschaftler haben faszinierende Entdeckungen zum Jagdverhalten der Kopffüßer gemacht. In einem mit den Erkenntnissen veröffentlichten Video sind die einzelnen Taktiken eindrucksvoll dokumentiert. 
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Wissenschaftler beobachteten Oktopusse bei der Jagd. Es zeigte sich, dass die Kopffüßer mit System und äußerst effektiv vorgehen. 

Eine Krabbe sinkt in einem Wassertank zu Boden und versucht, davon zu krabbeln. Weit kommt sie nicht. Ein Oktopus, der in einem Rohr kauert, stürzt heran, stülpt sich über das Krustentier und zieht sich mit der Beute wieder zurück (im Video ist die Szene etwa ab Minute 0:46 zu sehen). Was auf den ersten Anblick wie der überhastete Angriff eines gierigen Räubers anmutet, folgt einem effektiven System. Wissenschaftler der University of Minnesota haben Oktopusse in Gefangenschaft bei der Jagd  beobachtet und dabei Faszinierendes über die Achtbeiner herausgefunden. 

Studie über Oktopusse auf der Jagd

Für eine Studie, die sie im Fachjournal "Current Biology" veröffentlichten, haben die Forscher unter anderem untersucht, ob Oktopusse bestimmte Arme bei der Jagd bevorzugen und unterschiedlich einsetzen, ob sie also quasi "Links- oder Rechtshänder" sind (natürlich unter der Berücksichtigung, dass die Tiere links und rechts jeweils vier Fangarme, genannt Tentakel, haben).

Für die Studie beobachteten die Wissenschaftler die Kalifornische Zweipunktkrake. Die Tiere werden etwa so groß wie ein Tennisball und leben etwa zwei Jahre lang. Die Forscher haben die Arme an beiden Seiten des Körpers durchnummeriert und verschiedene Beutetiere in den Tank der Krake fallen lassen: Krabben und Garnelen. Die Kopffüßer lauerten in ihrem Versteck, ein Auge nach vorn gerichtet. Die Jagdszenen wurden gefilmt und ausgewertet. 

Oktopusse starten Angriffe immer mit dem gleichen Arm

Die Beutetiere wurden ausgewählt, weil sie jeweils eine andere Jagdtaktik erfordern, heißt es. Krabben bewegen sich demnach langsamer, Garnelen wiederum können durch einen Schlag mit dem Schwanz schnell hinfort schwimmen. Folgendes konnten die Forscher beobachten: Beim Jagen von Krabben stürzten sich die Oktopusse mit einer schnellen katzenhaften Bewegung auf die Beute. War eine Garnele im Tank, gingen die Räuber dagegen langsamer vor, bedächtiger, um ihre Beute nicht zu verschrecken und womöglich entkommen zu lassen. Der Oktopus tastete sich zunächst mit einem Angriffsarm langsam vor. Erst nachdem dieser Arm die Garnele gepackt hatte,  wurden die nächsten Nachbararme zur Unterstützung eingesetzt. 

Egal, welche Beute im Tank war – jeder Oktopus griff immer mit dem zweiten Arm zuerst an. Ob mit dem zweiten von links oder rechts hing wiederum davon ab, auf welcher Seite das Auge war, in dessen Sichtfeld sich das Objekt der Begierde bewegte. 

Studie soll bei Entwicklung von Robotern helfen

Flavie Bidel, Hauptautorin der Studie, zeigte sich vor allem überrascht davon, wie vorhersehbar die Jagdbewegungen aller beobachteten Tiere im Versuch waren. Vor allem die Tatsache, dass der Angriff immer zuerst mit dem zweiten Arm ausgeführt wurde sei vor dem Hintergrund, dass die Bewegungen zunächst so unvorhersehbar erscheinen, bemerkenswert. Die Erkenntnisse der Studie sollen künftig bei der Entwicklung von Robotern und Unterwasserfahrzeugen nützlich sein. 

Quelle:University of Minnesota

rös

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