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Friedliche Festtage: So übersteht ihr Weihnachten mit der Familie

Weihnachten sollte eigentlich ein Fest des Friedens sein. Die Festtage werden aber schnell zum Pulverfass. Eine Familientherapeutin erklärt, wie man die Zeit mit Eltern, Geschwistern und Verwandten übersteht.

Streit an Weihnachten

Ob unter Geschwistern, mit den Eltern oder den Verwandten: An Weihnachten herrscht oft dicke Luft

Getty Images

Ein bisschen klingt es wie eine Ironie der Geschichte: Vor etwas mehr als 2000 Jahren machten sich auf Anweisung der Regierung hin Menschen auf den Weg in ihre Geburtsstadt. Dabei kam der Überlieferung zufolge ein Kind zur Welt, dessen Geburt wir heute noch feiern. Und zwar indem auch jetzt – zwei Jahrtausende später – Menschen aus dem ganzen Land und der ganzen Welt zumindest für einige Tage in ihre Heimat zurückkehren, um dort diesen Anlass zu begehen.

Wenn der Tannenbaum steht, auch die letzte Kerze am Adventskranz brennt und alle Geschenke gekauft sind, dann schlägt die Zeit der Sippschaft. Weihnachten ist das Hochfest der Familie. So sehr sich die Gesellschaft auch fragmentiert haben mag: Weihnachten mit Eltern, Geschwistern und Verwandten zu feiern, gehört einfach dazu. Daran lässt sich meistens nicht rütteln. Die ganze Familie kommt zusammen, man trifft Verwandte und meist dauert es nicht lange, bis die ersten Konflikte aufbrechen. Denn Weihnachten ist in den meisten Familien unweigerlich auch eine Zerreißprobe.

Tipps für friedliche Weihnachten

Wir haben mit der Familientherapeutin Sandra Konrad einige Szenarien durchgespielt, die regelmäßig auch in den besten Familien vorkommen. Die Buchautorin ("Das bleibt in der Familie") erklärt, wie man am besten auf solche Situationen in der Weihnachtszeit reagiert.

Problem 1: Der AfD-Onkel

Das Szenario: Wie jedes Jahr trifft sich die ganze Verwandtschaft am ersten Weihnachtstag zum Essen: Oma, Opa, Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen. Plötzlich äußert ein Onkel ganz unverhohlen Sympathien für die AfD und hetzt gegen Flüchtlinge und andere Ausländer. Ansichten, die deinen vollkommen widersprechen. Solltest du dagegenhalten oder um des Friedens willen einfach den Mund halten?

Das rät die Expertin: "Wenn menschliche Werte angegriffen werden, sollte man niemals – auch an Weihnachten – schweigen. Allerdings wäre es ratsam, große Konfliktgespräche, die eskalieren könnten, auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und sie dann auch wirklich zu führen – unter Erwachsenen und mit guten Argumenten."

Problem 2: Die blöden Fragen

Das Szenario: Du hast kaum die Jacke ausgezogen, schon geht die Fragerei los: Wie lange willst du noch studieren? Wann findest du endlich einen richtigen Job? Warum hast du denn keine/n Freund/in? Ständig hast du das Gefühl, dich rechtfertigen zu müssen. Wie reagiert man am besten?

Das rät die Expertin: "Es gibt viele Möglichkeiten. Mit Humor, zum Beispiel: 'Studieren ist die schönste Zeit im Leben, habt ihr immer gesagt. Das will ich jetzt so lange wie möglich genießen.' Mit entwaffnender Ehrlichkeit: 'Ich bin schon wieder durch eine Prüfung gefallen, es geht mir sehr schlecht deshalb und ich mache mir große Sorgen um meine Zukunft. Können wir an den Feiertagen bitte nicht darüber sprechen, damit ich ein bisschen Abstand bekomme?'

Gegenfragen sind auch immer gut, um den Fokus zu verändern: 'Was hat dir an deinem ersten richtigen Job gut gefallen?' oder 'Wann hast du die Person kennengelernt, von der du wusstest, dass du mit ihr alt werden möchtest?'

Letztlich ist es wichtig, die eigenen Anteile zu reflektieren: Bei welchen Themen fühle ich mich angegriffen und warum? Idealerweise entsteht irgendwann eine 'erwachsene' Haltung: Ich treffe meine eigenen Entscheidungen und führe mein eigenes Leben. Ich bin nicht auf der Welt, um Erwartungen von anderen zu erfüllen. Wer das verinnerlicht hat und volle Verantwortung für sein Handeln übernimmt, kommt schneller raus aus der Defensive."

Problem 3: Unterschiedliche Erwartungen

Das Szenario: Die Eltern wollen unbedingt in die Kirche, du kannst damit gar nichts anfangen. Alle sollen sich am Heiligabend festlich anziehen, du möchtest eigentlich in die Jogginghose. Und dann soll auch noch jede Großtante besucht werden. Die Erwartungen, wie die Weihnachtstage gestaltet werden sollen, gehen oft auseinander. Wie kann man auf einen Nenner kommen?

Das rät die Expertin: "Einen gemeinsamen Nenner für alle Bedürfnisse gibt es nicht, es kann auch nicht alles in drei Tage gepresst werden. Also heißt es: einen Minimalkonsens finden und alle weiteren Wünsche und Aktivitäten in kleineren Gruppen oder ganz alleine verwirklichen. Aber natürlich können wir einander auch ideelle Geschenke machen, also ganz bewusst über unseren Schatten springen, zum Beispiel raus aus der Jogginghose und rein in die Stoffhose. Wir können Kompromisse schließen und gleichzeitig Prioritäten setzen: Ich komme mit zur Tante, aber wenn ihr in die Kirche geht, möchte ich lieber ein Buch lesen. Und ich bleibe nicht drei Tage, sondern nur zwei, den letzten Tag möchte ich mit meinem Freund verbringen."

Problem 4: Oberflächliches Gerede

Das Szenario: Deine Eltern und Geschwister siehst du nur ein paar Mal im Jahr, doch auch dann schafft ihr es kaum, euch substanziell zu unterhalten. Ehrlich wird es nur selten, Probleme werden lieber totgeschwiegen und die Gesprächsthemen drehen sich um Wetter, Essen, andere Leute und "Wie läuft's auf der Arbeit?". Wie lässt sich mehr Qualität in die Zeit mit der Familie bringen?

Das rät die Expertin: "Oftmals erleben alle die Sprachlosigkeit, die Leere und den Stillstand, aber keiner traut sich, etwas daran zu verändern. Da hilft nur, selbst die Initiative ergreifen und die Gespräche anregen, die wir gern führen würden. Sich öffnen und erzählen, wie es einem gerade wirklich geht und nicht darauf warten, dass die anderen es tun. Spiele können auch ein gutes Mittel sein, um die Familie aufzutauen und um miteinander Spaß zu haben. Jeder hat die Chance, etwas zu verändern im Umgang miteinander, es muss nur einer den Anfang machen."

Sehnsucht nach Harmonie

Oft entzünden sich Konflikte daran, dass auf den Weihnachtstagen ein ganz besonderer Druck lastet. "Gerade Weihnachten ist in Familien ein solches Pulverfass, weil es eine emotional aufgeladene Zeit ist, die mit zu hohen Erwartungen einhergeht", sagt Familientherapeutin Sandra Konrad. "Und das, obwohl viele Menschen zusammenkommen, die sonst wenig Zeit miteinander verbringen." Alles soll perfekt werden, alles soll zumindest nach außen hin den makellosen Anschein erwecken. Vielleicht hilft es da auch, die ganze Angelegenheit etwas entspannter anzugehen – so kann die Zeit mit der Familie doch ein Erfolg werden.

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Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?