HOME

"Happy Vagina": Lustlosigkeit, Orgasmen, etc.: Das sind die häufigsten Fragen an eine Sex-Bloggerin

Auf ihrem Blog "Happy Vagina" redet Tina Molin offen über Sex. Für NEON beantwortete sie die Fragen, die ihr am häufigsten gestellt werden. Wusstest du zum Beispiel, dass Blowjobs auch Frauen zum Orgasmus führen können? Wir auch nicht.

Von Stephanie Morcinek

Sex-Bloggerin Tina Molin

Was sind die häufigsten Fragen, die eine Sex-Bloggerin zu hören bekommt?

Unsplash

Achtsame Sexualität, Weiblichkeit und Spiritualität. Das steht bei Tina Molin und ihrem Blog "Happy Vagina" ganz weit oben. "Unser Schoß ist nicht bloß die für den Penis, sondern zu mächtigen Orgasmen fähig – viel größer als die meisten von uns es sich vorstellen können", heißt es auf der Seite. 

NEON wollte von der Bloggerin wissen: Welche Fragen sind für ihre Leser am spannendsten? Die Antworten dürften auch brennend interessieren.

1. Deep Throating kann keiner Frau gefallen, geschweige sie zum Orgasmus bringen, oder? Stichwort: Schilddrüsenorgasmus 

Männer stehen drauf, wenn Frauen ihren Penis gaaaanz weit in den Mund nehmen. Dass sie dabei Mega-Lust empfinden, ist klar. Doch auch Frauen können beim Ultra-Blow-Job einen haben. Das sagt zumindest Silja Rehfeldt, die in Berlin als "Integral Transpersonal Sexology and Tantric Science"-Dozentin an der Rasayana Tantra Academy tätig ist. Verantwortlich dafür ist die Schilddrüse. Diese erogene Zone ist noch völlig unbekannt und unerforscht. 

"Wie jede Drüse ist auch die Schilddrüse orgastisch", erklärt Rehfeldt. Wenn der Penis nur weit genug in den Mund aufgenommen wird, wird sie angeregt. Diese Orgasmusart passiert übrigens auch beim Full-Body-Orgasmus. Danach erlebt man eine völlig neue Weite und Lockerheit im Hals. Die Expertin verrät: "Bei sehr starker Erregung kann es sogar zur Ejakulation kommen, bei der eine milchige Flüssigkeit abgesondert wird." 

Wie bei allen sexuellen Spielarten gilt aber: Alles kann, nichts muss. Also wenn du keine Lust auf Deep Throating hast, lass es.

2. Mich stört meine Lustlosigkeit – und meinen Freund auch. Was kann ich dagegen tun? 

In den 20ern macht die Vagina ständig Party. Aber es gibt auch Phasen, da ist der Club dauerhaft geschlossen, das Lustempfinden geht gegen null. Stress und Hektik sind oftmals dafür verantwortlich. Lustempfinden steigt mit der Entspannung und dem Gefühl, mit sich im Reinen und im Fluss zu sein. Doch es gibt einige Tricks, wie du deine Vagina ganz schnell wieder in eine Discokugel verwandelst: 

  • Lust entsteht im Kopf, daher darfst du ruhig Pornos (etwa von Erika Lust) anschauen oder Bücher lesen, die sich um Sex und Lust drehen. Wem "50 Shades of Grey" sprachlich zu profan ist, dem seien die Porno-Bücher von Sophie Andresky empfohlen. Die turnen an und bringen wieder Spaß ins Schlafzimmer. 
  • Hab öfter Sex mit dir. Solo-Sex macht nicht nur Spaß, sondern dein Körper verlangt regelrecht nach mehr. Die Erfüllung kannst du dir dann bei deinem Partner holen.
  • Hör endlich auf mit deiner Perfektion! Für die meisten Frauen muss alles perfekt sein. Die Stimmung, das Body-Empfinden, die Lücke auf dem Terminplan. Deinen Partner interessiert das alles nicht, er will dich und das gerne mal spontan auf der Kellertreppe oder auf dem Küchentisch.
  • Ausbrechen aus dem Alltag. In Langzeitbeziehungen schläft der Sex oftmals ein. Gerade hier sind kleine Abenteuer wichtig. Wenn euch die Zeit und das Geld für einen aufregenden Urlaub oder eine Nacht im Hotel fehlt, warum fahrt ihr nicht mal zum Zelten übers Wochenende in die Natur? Brecht aus eurer Komfortzone aus, überlegt, was ihr am Anfang eurer Beziehung unternommen habt, werdet kreativ. Ihr wisst ganz genau, was euch anturnt, ihr müsst euch eben nur wieder daran erinnern.

3. Wie funktioniert der vaginale Wellenorgasmus? 

Die meisten Frauen kommen durch Stimulation ihrer Klitoris. Der vaginale Orgasmus wird nur von einem sehr geringen Prozentsatz erlebt. Eine Studie aus dem Jahr 2003 von Lehmann besagt, dass nur vier Prozent aller Frauen regelmäßig durch Penetration zum Höhepunkt kommen. Dabei meinte schon Tiefenpsychologe Sigmund Freud, dass nur der vaginale Orgasmus ein richtiger, ein erwachsener Orgasmus sei. 

Neueste Studien bestreiten aber, dass es diesen Orgasmus überhaupt gibt, da das Lustzentrum der Frau von der Klitoris ausgehend etwa elf Zentimeter lang in die Vagina hineinreicht und somit nur ein Zentrum für den Orgasmus vorhanden ist, das auf unterschiedlichste Arten stimuliert werden kann. Aber die Fachleute zweifeln auch die Existenz des G-Punkts an – Kennerinnen können über diese Unkenntnis nur herzlich lachen.

Im Tantra gibt es folgende Theorie: Der klitorale Orgasmus entsteht über Anspannung. Der Körper spannt sich so sehr an, bis er nicht mehr kann und entlädt sich dann im Höhepunkt. Im Gegensatz zum vaginalen Orgasmen, der aus der Entspannung entspringt und über mehrere Stunden andauern kann. Dabei spricht man von Wellenorgasmen, weil sich der Orgasmus wellenförmig in kleinen und größeren Orgasmen ausdehnt und immer weiter ansteigt – ohne dem letztendlichen Climax. Diese orgasmischen Wellen entstehen, wenn der Schoss sehr lustempfindlich ist und vorher kein klitoraler Orgasmus stattgefunden hat. 

Den Schoss re-sensibilisieren kann man über ein "Cervix-De-Armouring", oder über eine Tantra-Massage. Durch sanfte absichtslose Berührungen, entspannt sich der Körper und öffnet sich für ein Lustempfinden der Extraklasse, denn dabei werden alle Lustzentren von der Brust, über die Haut, bis zum Schoß stimuliert. Der Körper ist in der totalen Hingabe und zu intensiven und unglaublichen Orgasmen fähig. Wer die Fähigkeit erlangt hat, vaginale Wellenorgasmen zu empfinden, kann diese sexuelle Lebensenergie sogar so nutzen als wäre es Adrenalin. Putzmunter also ohne Kaffee und Koks.