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Rollenmuster im Wandel: Warum immer mehr Männer sexuellen Kontakt mit Frauen meiden

Frauen wünschen sich oft starke Männer, die sich im Job durchsetzen, zu Hause aber einfühlsam sind. Keine leichte Voraussetzung, um als Mann eine klare Position zu entwickeln. Therapeut Wolfgang John erklärt, wieso das bei Männern vermehrt zu Unsicherheiten führt.

Von Charlott Friedrich

Mann steht vor Haustür

"Frauen haben oft hohe Erwartungen an den Partner und viele Männer fürchten, diesen nicht gerecht werden zu können." (Symbolbild)

Unsplash

Vor Kurzem ruderte ich mit einem Freund auf der Alster. Ich auf der Ruderbank, er navigierte. Für uns perfekt, wären da nicht die blöden Kommentare vom Ufer gewesen: "Wo bleiben deine Manieren, Junge?" Oder: "So sind sie also, die Gentlemen von heute!" Und das waren vor allem junge Leute. Nach dem fünften Spruch bat mich mein Freund, Plätze zu tauschen. Ich habe ihm die Riemen zähneknirschend abgetreten.

Was es mit der gesellschaftlichen Rolle des Mannes in der heutigen Gesellschaft auf sich hat, versuche ich im Interview mit Wolfgang John zu ergründen. Er ist einer der wenigen Therapeuten, die ausschließlich Männer beraten. 

Sind wir in Sachen Gleichberechtigung doch nicht so weit, wie wir dachten?

Jeder gesellschaftliche Wandel braucht Zeit – und wir sind noch mitten drin. Ihr Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, die Aufhebung der alten Rollenmuster öffentlich und selbstverständlich zu leben. Sie hätten den Platz nicht wechseln sollen.

Aber mein Freund schien sich unwohl zu fühlen.

Reaktionen wie die Ihres Freundes sind Ausdruck einer Verunsicherung. Die erlebe ich bei den Klienten, die zu mir kommen, weil sie in ihrer Rolle als Mann Orientierung suchen, das gilt aber sicherlich auch für viele andere. Vor allem die Jüngeren haben Schwierigkeiten mit ihrem Mannsein und ein erhöhtes Bedürfnis, darüber zu sprechen.

Was macht ihnen denn so zu schaffen?

Ihnen wurde meist das traditionelle Rollenverständnis ihrer Eltern vorgelebt. Heute wünschen sich Frauen aber starke Männer, die sich im Job durchsetzen können, zu Hause aber einfühlsam und verspielt sind. Viele können keine klare Position entwickeln und verweigern sich schlussendlich ganz. Viele Therapeuten berichten, dass sich deutlich mehr Männer als noch vor 15 Jahren vom sexuellen Kontakt mit Frauen zurückziehen.

Wirklich? Sie sind so überfordert, dass sie lieber ganz auf sexuelle Beziehungen verzichten?

Unter meinen Klienten befinden sich viele, die über lange Zeit gar keine Beziehung oder nur sehr kurze Liaisons haben. Obwohl die Kontaktaufnahme mit Frauen durch freiere Umgangsformen und Dating-Plattformen wesentlich leichter geworden ist, schwindet die Bereitschaft für langfristige Partnerschaften. Wenn ich nach den Gründen frage, behaupten die meisten, sie fänden nicht die Richtige.

Und das glauben Sie ihnen nicht?

Oft denke ich, es sind die Männer selber, die einer Partnerschaft bewusst oder unbewusst ausweichen. Weil gerade Frauen oft enorm hohe Erwartungen an den Partner haben, fürchten viele Männer, ihnen nicht gerecht werden zu können.

Sollten wir Frauen also hin und wieder ein bisschen mehr Prinzessin sein, damit sich Mann wieder stark fühlen kann?

Diese Vorstellung fände ich sowohl für Männer als auch für Frauen gruselig. Das passt nicht mehr in die Zeit. Vor allem jüngere Männer wünschen sich ja eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Und trotzdem sind die Ansprüche an eine Beziehung immer noch sehr unterschiedlich.

Das klingt sehr verzwickt. Wie kommen wir da nun raus?

Männer wie Frauen müssten ihre Wünsche und Vorstellungen einfach im selben Maß artikulieren. Frauen fällt das oft leicht, Männer hingegen treten Probleme nicht gerne breit. Das führt dazu, dass sie vieles runterschlucken, weil sie stark wirken wollen. Auch Therapieangebote nehmen sie nachweislich viel seltener wahr als Frauen. Aber auch ein Mann darf mal nicht klarkommen.

Wann haben Sie beschlossen, eine reine Männerpraxis zu gründen?

Als ich noch Planer in der Hamburger Sozialbehörde war, wurde in einer Besprechungsrunde wieder mal über die Förderung von Frauenberatungsstellen gesprochen. Ich hob den Arm und fragte, warum nicht eigentlich auch Männer gezielt beraten werden sollten. Die Antwort: Das sei keine Senatspolitik. Das fand ich nicht sehr logisch und beschloss, das Ganze selbst in die Hand zu nehmen.

Wie können Frauen die Männer unterstützen?

Sie könnten versuchen, sich mehr zu freuen, wenn ihr Partner ihnen seine Unsicherheiten ehrlich spiegelt. Und ihn dafür eben nicht als Weichei sehen – auch nicht heimlich, im Gespräch mit den Freundinnen. All das spürt man nämlich in einer Beziehung, auch wenn es unausgesprochen bleibt. Männer wiederum müssen endlich damit umgehen lernen, dass ihre Partnerinnen auch beruflich und sozial erfolgreicher sein dürfen als sie. Ich bin überzeugt, dass Männer ein klares Bild von sich und ihrer Rolle in der Partnerschaft entwickeln werden. Sie brauchen nur noch ein bisschen Zeit.

Dieser Artikel ist erstmals in der NEON-Ausgabe 09/2017 erschienen.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(