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Kommentar

Vorbild Schweden: Berliner SPD will feministische Pornos fördern – und das ist sinnvoll

Das Porno-Geschäft ist eine Branche, die regelmäßig auch konservative, homophobe und rassistische Gesellschaftsansichten verbreitet. Die Berliner SPD fordert nun eine staatliche Finanzierung feministischer Pornos. Unsere Autorin erklärt, warum das eine gute Idee ist.

Eine Frau liegt im Bett

Die Lust der Frau soll im Vordergrund stehen: In feministischen Pornos haben konservative Rollenbilder nichts zu suchen. (Symbolbild)

Getty Images

Schweden gilt als großer Pionier im Gebiet des feministischen Pornos. Seit 2009 ist es dort möglich, eine Reihe von frei verfügbaren Filmen, genannt "Dirty Diaries", anzusehen. Unterstützt wurde das Vorhaben vom staatlichen Filminstitut mit einer Finanzierungsspritze in Höhe von rund 50.000 Euro.

Auch in Deutschland soll jetzt eine solche Filmförderung gewährleistet werden. Das wünscht sich zumindest die Berliner SPD. Die Hauptstadt-Jusos hatten schon 2017 einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Berliner SPD sprach sich nun auf ihrem Landesparteitag nach langer Diskussion für den Vorschlag aus.

Feministische Pornografie – was ist das überhaupt?

Ich erlebe ziemlich regelmäßig, dass mir beim Stichwort der feministischen Pornografie blanke Unwissenheit entgegenschlägt. "Bedeutet das, dass die Frau den Mann unterwirft?", ist dabei die vielleicht gängigste Rückfrage.

Deshalb vorab zur Klarstellung: In feministischen Pornos geht es nicht darum zu demonstrieren, wie mächtig Frauen sind oder sein können. Sie wollen vielmehr zeigen, wie realitätsnaher Sex aussieht – und so eine Alternative zum Mainstream-Porno sein, in dem man viele Dinge sieht, die in den meisten Schlafzimmern eher nicht stattfinden.

Feminismus bedeutet für mich vor allem dafür zu kämpfen, dass die Frau dem Mann gleichgestellt ist. Auch im Bett. Und genau hier setzt feministische Pornografie an. Erika Lust ist eine der bekanntesten Regisseurinnen der Branche. Ihr Leitspruch lautet: "Let's make a porno. But let's make it different! Let's make an indie film." ("Lasst uns einen Porno drehen. Aber lasst es uns anders machen! Lasst uns einen Indie-Film drehen!")

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Mit ihren Filmen möchte sie, ebenso wie andere Regisseurinnen, in der Branche gegen Sexismus und konservative Rollenaufteilungen ankämpfen, indem sie veralteten Frauenbilder keinen Platz einräumt. Stattdessen wird weibliche Lust realitätsnah dargestellt – und der weibliche Körper demystifiziert. Entscheidender Unterschied zu 08/15-Pornos: Die Frau dient nicht als lebendes Lustobjekt, das nur die Dinge tut, von denen der Mann träumt; sie ist ein Subjekt, welches seine eigene Lust auslebt.

Warum ist es wichtig, feministische Pornos zu fördern?

Die Pornoindustrie ist eine stark von Männern dominierte Branche. Die Frauen sind deutlich in der Unterzahl. Weniger vor der Kamera, aber Regisseurinnen sind eine Seltenheit. Außerdem sind die Arbeitsbedingungen, gerade für die Darsteller, oft schlecht.

Sie werden nicht ausreichend bezahlt, stehen aufgrund kurzer Drehdauer unter Zeitdruck und haben wenige Rechte. Hinzu kommt regelmäßig eine Portion Rassismus. Nicht-weiße Darsteller und Darstellerinnen gelten dort gerne als "exotisch", werden auf einschlägigen Portalen in entsprechende Kategorien gepackt und entsprechend bezeichnet. Alle Klischees inklusive. Feministische Pornos setzen sich genau dagegen ein. Sie bieten faire Arbeitsbedingungen bei durchschnittlich mehr Drehtagen, die Darsteller haben mehr Rechte und Sexismus ist Tabu.

Das ist die eine Seite der Medaille. Die der Darsteller. Die andere ist die der Zuschauer. Oder viel mehr: der Zuschauerinnen. Denn: Pornos sollten – zumindest ist das meine Ansicht – erotisch und realitätsnah sein. Und somit nicht nur Männer, sondern auch Frauen ansprechen. Und seien wir ehrlich: Das kann man von vielen Streifen, die im Internet so zu finden sind, nicht behaupten. Dass all diese Filme Männer für Männer produzieren, ist nicht zu übersehen. Die Kamera hält die meiste Zeit auf den Körper (und wenn es "gut" läuft auch mal auf das Gesicht) der Frau, den Mann sieht man kaum. Die Darsteller haben oft in den verrücktesten Stellungen Sex und die Frau macht alles, was der Mann sich wünscht. Und lernt gerne Lektionen von ihm. Willkommen in der Steinzeit.

Man könnte all das einigermaßen uncharmant vom Tisch wischen. Soll halt jeder schauen, was er möchte, könnte man einwenden. Und klar, es scheint bei den Männern ja einen Markt für Filme dieser Art zu geben. Sonst wären sie auf all den Streamingportalen nicht so erfolgreich. Doch was bei dieser Diskussion gerne vergessen wird, ist die Tatsache, dass Jugendliche ausschließlich und ungefiltert an diese Pornos herankommen, wenn sie das wollen. Streamingportale bieten die Möglichkeit an, kostenlos und ohne echte Altersüberprüfung Pornofilme anzuschauen. Doch was macht es mit einer jungen Frau oder einem jungen Mann, wenn der oft erste Kontakt mit Pornografie ein völlig verzerrtes Frauenbild propagiert?

Was sind die Richtlinien für die von den Jusos geforderte Finanzspritze?

Für die Jusos steht laut ihres Antrages im Vordergrund, dass faire Arbeitsbedingungen und gerechte Bezahlung herrschen. Außerdem sollen die Regisseure und Regisseurinnen in ihren Filmen die gesamte Gesellschaft abbilden und die Vielfalt an Körperformen, Geschlechtern, ethnischer Herkunft, Sexualität und Sexualpraktiken vermitteln. Außerdem sollen die Filme die Lust aller Beteiligten realistisch darstellen und besonderen Wert auf Verhütung legen.

Es mag in vielen Ohren seltsam klingen, aber ja: Unter diesen Gesichtspunkten könnte feministischer Porno einer besseren Aufklärung dienen. In kaum einer Branche gehören Sexismus, Rassismus und Homophobie heute noch so zur Normalität. Die staatlich geförderten feministischen Pornos könnten ein erster Schritt in eine andere, eine bessere Richtung sein. Vor allem im Sinne der Teenager.

"Gebührenfrei, dauerhaft und nierdrigschwellig" sollen die Filme verfügbar sein. Das wünschen sich die Berliner Jusos. Zugegeben, das wirkt wie ein mutiger, ungewöhnlicher Schritt. Aber es wäre der absolut richtige in einer Welt, in der Pornos bei vielen Menschen zum Alltag gehören.

Anne Richter
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.