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Einfach sitzengelassen: Mein schlimmstes Date: Wenn die Traumfrau einfach verschwindet

Ein schönes Konzert mit einer tollen Frau – da geht was, dachte sich unser Autor. Doch dann ging alles schief, am Ende saß er alleine da. Eine unangenehme Angelegenheit für alle Beteiligten.

Frau geht weg, im Hintergrund der zurückgelassene Mann

Jetzt ist sie weg, weg ... (Symbolbild)

Zugegeben, ich gehe nicht oft auf Dates. Wenn es darum geht, auf Frauen zuzugehen, bin ich zurückhaltend bis schüchtern, und mich jede Woche mit jemand anderem zu treffen, ist für einen sensiblen Typen wie mich auch einfach emotional zu anstrengend.

Insofern war Annika* eine seltene Ausnahme. Sie kam aus , dunkelblond, mit ungefähr doppelt so viel Energie und Lebensfreude wie ich. Wenn sie besonders aufgeregt war, fing sie unversehens an, Afrikaans zu sprechen und ich verstand kein Wort mehr. Wenn sie Deutsch sprach, dann mit einem Akzent, der ans Niederländische erinnerte. Beides fand ich schrecklich süß.

Die ganze Geschichte ist drei Jahre her, wir trafen uns damals schon regelmäßig. Der sommerliche Sonntagabend, an dem wir zu einem Konzert verabredet waren, war also nicht unser erstes Date. Ich kam an mit der Vorfreude auf einen schönen Abend mit und einer Frau, in die ich damals ehrlich gesagt schon ziemlich verknallt war. Sie kam mit schlechter Laune – anscheinend hatte sie bis dahin einen echt schlechten Tag gehabt. Was ich nicht wusste: Mein Tag sollte auch noch schlecht werden.

Auf einmal war sie weg

Ich kaufte ihr ein Bier, wir setzten uns irgendwo hin. Irgendwie gelang es mir, ihre abgestellte Bierflasche umzukippen und die Hälfte des Getränks zu verschütten. Immerhin kam keine Kleidung zu Schaden. Cool war's trotzdem nicht.

Das Konzert begann. Nach etwa 20 Minuten bekam sie eine Nachricht auf's Handy – und erklärte mir anschließend, dass sie nun dringend gehen müsse. Sie habe völlig vergessen, dass sie eigentlich mit einer Freundin verabredet sei und da sie der früher als mir zugesagt hätte, müsse sie nun auch zu ihr gehen. Ich war konsterniert und brachte sie noch nach draußen. Das Konzert war danach für mich natürlich gelaufen – an dem höchstens mittelmäßigen Singer-Songwriter lag das noch am wenigsten.

Ich schaue genügend Serien, um zu wissen, dass manche Frauen diese Masche einsetzen, um lästige Typen bei Dates loswerden – und behaupte mal, dass es hier nicht so war. Annika entschuldigte sich auf dem Weg nach draußen ungefähr fünfmal, danach geschätzte zwölfmal über Whatsapp (ich kann nicht nachzählen, aus Gründen habe ich den Chatverlauf gelöscht) und im Laufe der Woche sogar noch einmal mit einem echten handgeschriebenen Brief.

Das schlimmste Date meines Lebens bis jetzt

Ihr war die ganze Farce anscheinend unangenehmer gewesen als mir selbst. Dabei war ich keineswegs sauer auf sie, nur ziemlich enttäuscht. Der Termindreher hätte mir genauso passieren können. Und in Sachen Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit war ich eben der Deutsche von uns beiden. Trotzdem war es das schlimmste Date meines Lebens – oder wie Homer Simpson sagen würde: "Das schlimmste Date deines Lebens bis jetzt!"

Wir vereinbarten eine angemessene Strafe: Sie musste mich zum Eis einladen. Das Treffen lief besser. Ein paar Monate später hat sie mir trotzdem das Herz gebrochen. Aber das ist noch mal eine andere Geschichte.

*In Wirklichkeit heißt Annika anders

Wenn auch Ihr ähnlich schlechte "Date-Erfahrungen" hattet, schreibt uns eine E-Mail an leseraufruf@stern.de und in die Betreffzeile das Stichwort "Horror-Date". Wir veröffentlichen die schönsten Eurer Geschichten!

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