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Burn-out-Kolumne: "Endlich ruft die Arbeit wieder – doch ich kann nicht ins Büro. Ich habe Angst!"

Sie war 27, erfolgreich und liebte ihr Leben. Und dann saß sie plötzlich in der Psychiatrie. Für NEON schreibt unsere Autorin offen über ihr Burn-out. Heute berichtet sie von der Rückkehr in den den Job.

Von Sophie Blau

Depressionen

"Sie haben einfach Angst, Frau Blau, Sie laufen davon!"

Seit zwei Wochen stritt ich mit meiner Therapeutin. Darüber, ob ich wieder zu meiner alten Arbeitsstelle zurückkehren sollte oder nicht. Sie war der Meinung: unbedingt. Ich war der Meinung: auf gar keinen Fall.

Es war paradox: Wochenlang hatte ich mit ebendieser Therapeutin daran gearbeitet, um mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass sich mein Leben nach dem Burnout und dem Ausflug in die Psychiatrie grundlegend ändern musste. Nun wollte ich etwas grundlegend ändern – und das passte genauso wenig. Auch wenn ich mich sehr glücklich schätzen konnte, in dieser Situation – nach monatelanger Krankschreibung – einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu haben: Ich wollte nicht mehr zurück an meinen alten Schreibtisch.

Auf lange Sicht hatte ich nie in der PR, in der ich seit einigen Jahren arbeitete, bleiben wollen, nun war ich ohnehin raus – eine bessere Gelegenheit, den Absprung endlich zu schaffen, konnte es doch gar nicht geben. Offenbar schon, meinte meine Therapeutin. "Sie brauchen einen Alltag, Frau Blau, und das bedeutet eben auch arbeiten zu gehen. Sie können nicht nur wochenlang zu Hause herumhängen. Da sind sie schneller wieder zurück in der Depression als sie bis drei zählen können."

Frau vor dem PC

Zurück im Job – für Sophie Blau ein schöner und gleichzeitig schwieriger Moment (Symbolbild)

Pexels

"Sie haben einfach Angst"

Davon, dass ich mittlerweile den ziemlich fixen Plan gefasst hatte, eine Ausbildung zur Physiotherapeutin zu wagen und vorher gerne noch ein, zwei Reisen machen wollte – von der großen Weltreise hatte ich mich schon lange verabschiedet – wollte sie gar nichts hören: "Wissen Sie, wieviel Energie Sie eine neue Ausbildung und auch eine solche Reise kosten wird? Die haben Sie nicht, Frau Blau. Sie haben einfach Angst vor ihrer Arbeit, vor ihrem Chef. Und Angst, das wissen Sie so genauso gut wie ich mittlerweile, wird man nur los, indem man sich ihr stellt."

Da saß ich nun und hatte wirklich kein Argument mehr in der Hand. Schließlich musste ich mir eingestehen: Meine Therapeutin hatte Recht. Ich hatte Angst. Davor, wieder in die Depression abzurutschen. Vor meinem Chef. Sogar vor Büros im Allgemeinen. Ich hatte mittlerweile eine regelrechte Büro-Phobie entwickelt. Es reichte, dass ich mit der S-Bahn die gläsernen Bürotürme zwischen der Donnersberger Brücke und dem Münchner Hauptbahnhof passierte, damit es mir eiskalt den Rücken herunterlief.

Vielleicht war eine Eingliederung wirklich keine so dumme Idee: Ich hätte die Gelegenheit, zu testen, wie fit ich wirklich war. Und ich hätte Gelegenheit, mit allem Frieden zu schließen. Ich fasste also einen neuen Plan. Sechs Wochen zu Hause, um wieder in meinem Leben anzukommen, handelte ich bei der Therapeutin heraus. Dafür musste ich einen detaillierten Beschäftigungsplan vorlegen.

Am 1. Januar wollte ich mit der Wiedereingliederung beginnen, nach dem Hamburger Modell, zwei Stunden in der ersten Woche. Sechs Wochen lang würde meine Arbeitszeit dann schrittweise gesteigert werden, bis ich schließlich bei 40 Stunden und damit beim Ende meiner Krankschreibung angekommen war. Dann konnte ich immer noch kündigen. Mit diesem Plan verließ ich nach insgesamt 12 Wochen, die ich in Kliniken verbrachte, die Psychosomatik.

Kleine Konflikte warfen mich sofort aus der Bahn

Ich fühlte mich stabil und gesund. Pustekuchen. Wenn mich das Burn-out zwei Dinge lehrte, dann war das zum einen Geduld und zum anderen, dass es meistens anders kommt, als man denkt. Die fest geplante Wiedereingliederung trat ich nie an. Ich habe viel, viel länger gebraucht als gedacht, um auch nur in meinem beschaulichen Alltag mit Haushalt, Arztterminen, Sport und Yoga anzukommen. Selbst kleine Konflikte warfen mich sofort aus der Bahn. An Arbeit war lange nicht zu denken.

Ich war einfach nicht stabil genug, nicht einmal für zwei Stunden am Tag. Schließlich unterschrieb ich nach neun Monaten Krankschreibung einen Aufhebungsvertrag. Die Personaldecke sollte ausgedünnt werden. Ich war eines der ersten "Opfer".

Heute bin ich wirklich wieder gesund, belastbar und fit. Die Ausbildung zur Physiotherapeutin ist auch anstrengend, ein Vollzeitjob. Aber es geht wieder, und es geht gut. Ich kann so wie früher, wenn ich will. Das aber ist der wichtige Unterschied. Heute frage ich mich vorher, ob – was auch immer gerade ansteht – es es sein muss, meine Belastbarkeit vollständig auszureizen. Überraschenderweise fällt mir die Antwort meistens leichter als gedacht. Ganz wenige Menschen oder Dinge sind mir so wichtig, dass ich mich für sie aufreiben will.

Lest hier den ersten Text von Sophie für NEON: Mein Leben lag in Scherben – dennoch war das Burn-out das Beste, was mir je passiert ist.


Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.