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Erfahrungsbericht: Ich habe abgetrieben und das war richtig – aber ich würde es nie wieder tun

Plötzlich schwanger mit 20 und eigentlich nicht bereit für ein Kind – Lena* musste eine schwierige Entscheidung treffen. Sie erzählt, was der Schwangerschaftsabbruch mit ihr gemacht hat.

Frau im Bett

"Vorher denkt man immer, andere wären einfach nur zu blöd zum Verhüten – aber jetzt war ich selbst schwanger" (Symbolbild)

Unsplash

Protokoll: Ivy Haase

Teil 1: Die ungewollte Schwangerschaft

Vor zwei Monaten habe ich erfahren, dass ich schwanger bin. Ich bin 20 Jahre alt und wollte von der Pille auf die Kupferspirale umsteigen. Mir ging es gesundheitlich nicht so gut, ich musste mich mehrmals übergeben, hatte oft Durchfall. Man könnte jetzt lange überlegen, wie es so weit kommen konnte, aber letztendlich macht das auch keinen Sinn, die Schuld auf irgendetwas zu schieben. Meine Tage sind schon häufiger einmal ausgeblieben, aber plötzlich war da dieses mulmige Gefühl: Meine Brüste taten weh, ich war müde, konnte an nichts anderes mehr denken, als daran, dass es doch tatsächlich passiert sein könnte. Eine Freundin machte mir Mut und sagte, dass ich sowieso nicht davor weglaufen könnte. Ich habe den Schwangerschaftstest eine halbe Stunde lang angestarrt, obwohl das Ergebnis sehr eindeutig war. Nach und nach wurde es real. Scheiße, jetzt ist das wirklich mir passiert. Vorher denkt man immer, andere wären einfach nur zu blöd zum Verhüten – aber jetzt war ich selbst schwanger. Der Kloß im Hals war riesig. Ich habe erst vor einem halben Jahr angefangen zu studieren, war weit weg von zu Hause und einfach total überfordert.

Mein Freund war im Ausland und ich wollte es ihm am Telefon nicht sagen. Kann ich mir überhaut vorstellen, jetzt ein Kind zu haben? Soll ich dieses Kind behalten? Wenn man nicht selbst in dieser Situation ist, kann man leichtfertig sagen, wie man damit umgehen würde, ob man abtreiben würde oder nicht. Aber jetzt war ich selbst die Betroffene. Meine Freundin und ich haben jede Möglichkeit durchgespielt. Aber ich habe mich seit dem Moment, in dem ich es wusste, unwohl gefühlt. Ich bin doch selbst noch auf so vielen Ebenen ein Kind. Letztendlich habe ich entschieden, zum Frauenarzt zu gehen. Dort anzurufen war gar nicht so leicht. Was, wenn sie mich direkt verurteilen? Wenn sie denken, ich bin zu blöd, um Sex zu haben?

Der Arzt klärte mich über alle Möglichkeiten auf, war sehr nett. Wenigstens ging es in irgendeine Richtung, ich war nicht mehr ganz so hilflos. Danach haben wir die Schwangerschaftsuntersuchung gemacht – ich war in der 6. Woche. Jetzt war es Realität, die hundertprozentige Sicherheit: Ich bin schwanger. Der Arzt gab mir Infomaterial und hat mich über die zwei Arten der Abtreibung informiert. Medikamentös oder operativ. Ich habe sofort meine Mama angerufen, ihre erste Reaktion war: "Um Gottes willen, das ist jetzt nicht dein Ernst!" Aber nach dem ersten Schock hat sie mir versichert, sie würde mich unterstützen, egal wie ich mich entscheide. Auch meinem Freund habe ich über Skype Bescheid gegeben. Ich habe ihm gesagt, dass ich das momentan einfach nicht kann, und er stand vollends hinter mir. Ich war so erleichtert, dass mein Umfeld mich nicht verurteilt, mich unterstützt und mir die Entscheidung überlässt.

Teil 2: Meine Abtreibung

Nächster Schritt: Beratungsstelle. Einen Tag habe ich trotzdem noch gebraucht, um dort einen Termin zu machen. Ich habe eine neutrale Beratungsstelle im Landratsamt gewählt. Die Frau dort informierte mich über Unterstützungsmöglichkeiten, für den Fall, dass ich das Kind doch behalten will. Erst danach haben wir über einen Schwangerschaftsabbruch gesprochen. Die Frau in der Beratungsstelle konnte mich aber nicht wirklich detailliert informieren. Sie erzählte mir, warum andere Frauen sich für eine der Möglichkeiten entschieden haben. Ich fühlte mich nach der Beratung einfach nur hilflos. Ich kannte niemanden, der das schon einmal durchgemacht hat, und im Internet stand auch nur Müll. Wie soll ich mich für etwas entscheiden, von dem ich keine Ahnung habe, wenn die, die mich beraten sollen, auch nur das sagen, was sie irgendwo gelesen haben? Was ist denn nun besser für mich? Eine operative Abtreibung ist bis zur 14. Schwangerschaftswoche möglich, eine medikamentöse bis zur neunten. Ich war in der achten Woche.

Nach der Beratung hat man drei Sperrtage, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Diese drei Tage waren eine Qual, aber auch sinnvoll, denn man muss hinter dieser Entscheidung stehen – sie verändert dein Leben.

Ich entschied mich dazu, bei einem Arzt anzurufen, der die medikamentöse Variante anbietet, und bei einem, der operativ abtreibt. Dort, wo ich zuerst einen Termin bekommen würde, dort würde ich auch hingehen. Den frühesten Termin bekam ich erst in anderthalb Wochen – und zwar für die medikamentöse Variante.

Die Anzeichen der Schwangerschaft wurden inzwischen immer deutlicher: Ich habe mich übergeben, mir taten die Brüste weh, ich musste meine Haare plötzlich jeden Tag waschen – alles in meinem Körper stellte sich auf die Schwangerschaft ein, das machte es für mich noch schwerer. Alles, was ich im Internet fand, wirkte auf mich wie Gehirnwäsche. Niemand berichtete davon, wie es einem damit ging. Ich suchte doch nur jemanden, der mir sagen kann, was da auf mich zukommt.

Zum Glück war zum Termin mein Freund wieder da und ging mit mir zum Arzt. Der erklärte mir dann, was genau bei einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch passiert: Er gab mir drei Tabletten, die den Embryo vom Blutkreislauf trennen würden, damit er abstirbt. Nach zwei Tagen solle ich wiederkommen, ich würde zwei weitere Tabletten bekommen, die dann Wehen auslösen, damit es zu einer Fehlgeburt kommt. Der Arzt sagte mir, ich solle mir keine Sorgen über die Schmerzen machen, das sei ganz normal.

Mein Körper war nach den Tabletten völlig durcheinander. Ich habe mich den ganzen Tag übergeben, nichts wollte drin bleiben. Zum Glück war mein Freund für mich da. Doch der mit Abstand schlimmste Tag meines Lebens war der nächste. Ich hatte bereits Operationen – aber das, was ich an diesem Tag erlebt habe, wünsche ich nicht einmal meinem schlimmsten Feind: Ich bekam eine Tablette, die sich auf der Zunge auflöst. Ich sollte mich in ein Café setzen, dort anderthalb Stunden warten und dann wiederkommen. Schon nach zehn Minuten wurde mir heiß, ich bekam Kreislaufprobleme, Krämpfe, und die Blutung setzte ein. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Auf dem Weg zurück in die Praxis bin ich dann zusammengeklappt, sie verpassten mir einen Tropf mit Schmerzmitteln und legten mich auf eine Liege. Ich schrie eine Stunde lang vor Schmerzen. Der Arzt meinte nur, das sei ganz normal, es seien gute Schmerzen, wie bei einer Geburt, nur dass ich danach kein Kind in den Armen halten würde. Danke fürs Gespräch.

Nach eineinhalb Stunden sollte ich die zweite Tablette nehmen, doch ich versuchte mich zu weigern. Vergeblich. Das Ganze ging von vorne los. Danach ging ich auf die Toilette und das Gewebe und der Embryo wurden ausgeschieden. Ich dachte, jetzt wäre endlich alles vorbei, doch dann sollte ich das ganze Prozedere zuhause noch einmal wiederholen. Darauf hatte mich keiner vorbereitet. Denke ich jetzt darüber nach, bekomme ich immer noch Gänsehaut. Ich habe an diesem Tag nicht eine Sekunde reflektieren können, was gerade passiert war. Die Schmerzen hatten einfach alles übertönt. Erst am nächsten Morgen hatte ich Zeit, darüber nachzudenken. Die Erklärung der Ärzte lautete: Jeder Mensch empfindet das anders. Hätte ich mich für diese Methode entschieden, hätte ich gewusst, was auf mich zukommt? Wahrscheinlich nicht.

Teil 3: Das große Loch danach

Ich bereue meine Entscheidung nicht. Es war in diesem Moment das Richtige, aber ich würde es nie, nie wieder tun. Die Abtreibung hat etwas mit mir gemacht, es hat irgendetwas in mir genommen. Es fühlt sich an, als hätte ich ein Loch in meinem Herzen. Früher hätte ich über eine solche Aussage gelacht. Ich liege jeden Abend im Bett und weine. Ich kann jetzt erst verarbeiten, was passiert ist und das braucht Zeit. Ich stelle mir immer noch die Frage, warum mir das passiert ist, und nicht den Mädels, die schon auf Partys zu mir gekommen sind, und lachend davon erzählt haben, dass sie die Pille vergessen haben. Ich finde, Abtreibungen sind wichtig. Ich finde, jede Frau sollte die Entscheidung über ihren Körper selbst treffen können.

Tagsüber kann ich alles verdrängen, aber nachts schleicht sich das Thema in meine Träume. Ich träume, dass ich schwanger bin oder mit einem Kind auf dem Spielplatz spiele. Mein Freund weckt mich dann immer auf, weil ich im Schlaf vor mich hin brabble. Wenn er mich fragt, was ich geträumt habe, sage ich meistens, dass ich es nicht mehr wüsste. Ich will ihn nicht immer mit der gleichen Leier nerven, auch wenn ich weiß, dass er für mich da ist. Generell habe ich Angst, alleine zu sein, weil ich mich dann nicht so leicht ablenken kann. Ich will über das alles mit jemandem reden, der sich auskennt – einer Psychologin. Aber dafür brauche ich noch etwas Zeit. Vor der Abtreibung habe ich einen Brief an mich selbst geschrieben, auf Drängen meiner Freundin. Darin habe ich meine Gründe für die Entscheidung zum Schwangerschaftsabbruch aufgeschrieben, meine Gefühle zu diesem Zeitpunkt. Ich lese diesen Brief täglich und kann meine Entscheidung immer noch vollends nachvollziehen. Aber sie hat mich verändert.

* Name von der Redaktion geändert

40 Jahre Altersunterschied: Simon und Edna können nicht ohne einander


Themen in diesem Artikel
Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg