HOME

Besser Essen: Dieser Eisladen macht Eis aus verschwendeter Nahrung

Kim und Tyler Malek, die Besitzer von Salt&Straw, kreieren Eis aus Essensresten und machen so auf die steigende Lebensmittelverschwendung aufmerksam. 

Kim und Tyler Malek, die Besitzer von Salt&Straw, kreieren Eis aus Essensresten.

Gutes Gewissen: Bei dem Eisladen Salt & Straw gibt's bald leckeres Eis, das auch dem guten Zweck dient.

Der Frühling ist da, die Sonne kommt raus, Zeit für Eis!

Schoko, Vanille, Himbeer, Joghurt, Banane, Pistazie, Nutella... Es gibt ja so viele verschiedene Geschmackssorten, dass man manchmal gar nicht mehr weiß, was man überhaupt nehmen soll. Wobei Mango und Kinderschokolade inzwischen ja auch schon fast zu langweilig geworden sind. 

Ganz anders macht es deshalb der US-amerikanische Eisladen Salt & Straw, bei dem alle vier Wochen das Menü jahreszeitenbedingt wechselt und gerne ungewöhnliche Zutaten aus der Nahrungswelt integriert. Fischsoße zum Beispiel, oder Sauerteig. Diesen Juni gehen die beiden Besitzer, Kim und Tyler Malek, noch einen Schritt weiter: den Sommermonat über werden ihre Eissorten aus Essensresten bestehen, jeder Geschmack wird aus Nahrung hergestellt, die sonst im Müll gelandet wäre.

Eis aus Müll

Dabei arbeiten die beiden Cousins eng zusammen mit Organisationen wie Urban Gleaners oder Portland Fruit Tree Project, die verschwendetes Essen retten und unter bedürftigen Gemeinden verteilen. "Wir waren wirklich betroffen bei dem Gedanken, dass wir 40% unseres Essens in den Vereinigten Staaten verschwenden, und dass Kinder in unseren Städten hungern", äußert sich Kim Malek gegenüber dem US-Magazin "Fast Company". Fast ein Drittel aller Lebensmittel landen im Müll, wovon zwei Milliarden Menschen leben könnten.

"Wir dachten: Was, wenn wir unser Menü im Juni nutzen, um auf diese Agenturen aufmerksam zu machen und ihre Geschichten zu erzählen, und zu schauen, ob wir unsere Kunden und die Gemeinde im Allgemeinem dazu bringen können, bewusster über diese Organisationen und ihrer Arbeit zu werden und sie zu unterstützen", so Malek. "Wir wollen zeigen, dass ein Apfel vielleicht etwas hässlich sein kann, aber dass das nicht heißt, dass es nicht perfekt schmeckt und weggeschmissen werden sollte."

Aus alt wird neu

Die Geschmackssorte Apfelsirup, die im Juni kreiert werden soll, wird aus verbeulten Äpfeln bestehen, deren Schicksal sonst der Müll gewesen wäre. Auch eine Geschmacksrichtung mit Rum solle entstehen, die mitsamt Pfefferkörnern, Vanille und Orangenschale in Sahne gemischt werden soll. Die Zutaten werden von "Portland's East Side Distillery" kommen, eine Schnapsbrennerei in Portland. 

Natürlich kann ein kleiner Eisladen vielleicht nicht ganz so viel ausrichten, aber Tyler Malek rechnet immerhin mit 900 Kilo Essen, das sie damit retten können. "Wir arbeiten mit vielen Firmen und versuchen zu beweisen, dass da eine realisierbare Versorgungskette ist", erklärt er. Zum Beispiel sind die zu reifen Erdbeeren, die ein Bauer wegwerfen würde, perfekt für den Eisladen, da sie eh eingefroren werden würden. "Wir versuchen, zu zeigen, dass dieses Essen benutzt werden kann und unseren Kunden zu sagen, dass es möglich ist, etwas unglaubliches und witziges aus etwas zu machen, das verschwendet werden würde.

Hoffen wir, dass sich viele dieser Idee anschließen.