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Finanzen verstehen: Nie wieder Mutti anpumpen: Mit diesen fünf Tipps sparst du Geld

Ist schon wieder am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig? NEON zeigt dir, wie du deine Finanzen endlich in den Griff bekommst.

Von Katharina Weiß

Geld sparen

So sparst du Geld - in fünf einfachen Schritten

Unsplash

Wenn man jung und schön ist, reiht sich der Reichtum abseits der Glamourwelt selten als drittes Geschenk mit ein. Die wilden Zeiten nach dem Auszug aus dem Elternhaus werden also häufig von Geldsorgen überschattet. Trotzdem ist es ein Unterschied, ob man als Berufseinsteiger oder Student wirklich an der Armutsgrenze lebt – oder der Grund für die ewige Pleite am Monatsende auch in einem schlechten Finanzmanagement begründet liegt. Die große Herausforderung ist oftmals: Gut leben und gleichzeitig Geld sparen. Ziel der folgenden fünf Tipps ist also nicht, sich innerhalb der nächsten Monate zu Dagobert Duck zu knausern, sondern sein festes Monatsbudget mit mehr Bedacht zu verteilen. 

1. Trau dich ans Haushaltsbuch – auch per App

Verschafft dir einen Überblick! Wage das Experiment, zwei bis drei Wochen sind genug: Wo fließt dein Gehalt hin, wann bist du am anfälligsten für überflüssige Ausgaben und wo lässt du überraschend wenig Geld liegen? Dass die Führung eines Haushaltsbuches Sinn macht, leuchtet da schnell ein. Doch kaum einer hat Lust, sich jeden Abend mit einem Stift zu bewaffnen und über die Prassereien des Tages nachzusinnen. Da ist es viel praktischer, sich eine Haushaltsapp herunterzuladen, in der man bereits von unterwegs die Kleckerbeträge vermerken kann. Beispiele hierfür sind "Monefy Expense Manager", "Easy Home Finance" oder die "Unser Haushaltsbuch App". Falls man sich nicht als Einzelperson sondern als WG den Überblick über gemeinsame Ausgaben verschaffen möchte, lohnt sich ein kostenloser Test der App "Flatastic – the Roommate App". Die Resultate nach so einem Selbstexperiment sind oft verblüffend! Auch wenn irgendwie klar war, dass das Wasser und die Saftschorle, die man sich jeden Tag vom Bahnkiosk neben der Uni kauft, im Supermarkt billiger sind: Wer dann am Ende der Woche sieht, dass er 13 Euro für unalkoholische Flaschengetränke ausgegeben hat, die man im Supermarkt für 5 Euro (oder unter dem Wasserhahn für 0 Euro) bekommen könnte, ist gleich viel motivierter, einmal öfter im Discounter für Vorrat zu sorgen.  

2. Weg vom Minus - mit Barzahlungen

Wer sein Finanzverhalten beobachtet hat und sich einschätzen kann, dem fällt es leichter, eine Art Tagesbudget festzulegen. Das kann, je nach Freizeitverhalten und Arbeitszeiten, zum Beispiel bei 20 Euro an Wochentagen oder bei 50 Euro an einem Samstag liegen. Am Anfang der Woche schätzt man dieses Budget grob ein und hebt den entsprechenden Betrag (mit leichtem Puffer) vom Bankautomaten ab. Dadurch steigt zum einen die tägliche Kontrolle über das Budget und der Versuchung, mit Karte zu bezahlen weil mal wieder kein Cash im Geldbeutel ist, wird entgegengewirkt. Denn die Kartenzahlung ist der ewige Widersacher des Sparfuchses: Man sieht die Kohle nicht zerrinnen. Wer keine Scheine auf den Tresen legen muss, dem tut es nicht weh, eine Runde auszugeben. Und dann noch eine. Und dann noch eine. Manchmal könnte es ewig so weitergehen. Der Finanzkater setzt erst beim nächsten Gang zum Automaten ein. 

3. Individuelle Sparsysteme müssen her

Wer im großen Stil sparen möchte, für den kann es nützlich sein, ein zweites Girokonto zu eröffnen. Ganz nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn leert man so im besten Fall nur das Ausgabenkonto und lässt das Sparkonto unberührt. Für kleinere Sparziele müssen andere Methoden ran. Auch wenn es piefig erscheint, das gute alte Sparschwein zu bemühen: Je nach Persönlichkeit kann es wirklich dabei helfen, ein paar Taler für schlechte Zeiten abzudrücken. Doch wer das Sparschwein ständig schlachtet, der muss sich selbst mit ein paar individuellen Kniffen austricksen. Ein Modell wäre zum Beispiel: In das Sparschwein kommen jeden Abend alle 2-Euro-Münzen, die sich über den Tag als Rückgeld angesammelt haben. In eine offene Schatulle werden hingegen alle 1-Euro-Münzen einsortiert. Für die Brötchen vom Bäcker muss nicht das Sparschwein daran glauben - sondern nur die Schatulle mit den schnellen Zugriffsrechten. Bemerkt man schließlich am 26. des Monats, dass man am 06. zu viel Kaviar hatte und es die letzte Woche nur noch für Spaghetti mit Ketchup reicht, darf auch das 2-Euro-Schwein daran glauben. Die psychologische Motivation für manche: Man legt die Münzen nicht für ein weit entferntes, großes Ziel zurück, zu dem man emotional kaum eine Verbindung aufbauen kann. Stattdessen darf der Notgroschen jeden Monat aufs Neue angebrochen werden, und ermöglicht das Feierabendbier mit den Kommilitonen, wenn sonst nur Netflix angesagt wäre.  

4. Abofallen sind ein Thema

Apropos Netflix: Die Generation unserer Eltern lebte in ständiger Angst vor der Abofalle. Bei uns hat sich dieser Horror größtenteils erledigt. Fast jeder überweist via Dauerauftrag jeden Monat Geld an Serienportale, Musikstreaming-Dienste, Hörbuchflats, Fitnessapps oder Online-Medien. Manche haben auch noch Aboleichen wie Domain-Gebühren für einen längst verwilderten Blog in ihrem Finanzkeller. Da sich die Digital-Abos nach einiger Zeit ganz schön summieren, lohnt es sich, sie jedes halbe Jahr auf Gebrauchsintensität zu überprüfen. In einigen Fällen macht es auch Sinn, sich Bezahlung und Nutzerdaten mit einer befreundeten Person zu teilen. Auch wenn man für zwei Monate auf Reisen geht oder ein Auslandssemester einlegt sind Kündigungen sinnvoll. Anbieter wie Audible bieten zusätzlich die Option an, das der Nutzer sein Abo für einen bestimmten Zeitraum unentgeltlich pausieren kann.

5. Nicht am Genuss, sondern am Alltäglichen sparen

Die ganze Gang hat Lust auf diese eine Bar, direkt um die Ecke. Du willst alle überreden, nochmal zwei Kilometer zu laufen, weil die Weinschorle da 50 Cent billiger ist. Am Ende sitzt du schlechtgelaunt mit der "teuren" Weinschorle da und deine Freunde machen Schwabenwitze über dich. Der Grad ist schmal: Ist man erst einmal im Sparmodus wird man schnell zum nervigem Geizhals. Und am Ende des Monats bemerkt man, dass man zwar erstmals 70 Euro im Plus ist, dafür aber auch Spaß und Spontanität eingespart wurden. Seine Finanzen in den Griff kriegen ist die eine Sache, zum sozialen Einsiedler zu werden die andere. Für den einen gehört es zum Genuss, nach einer langen Feier mit dem Taxi nach Hause zu fahren oder im Restaurant das teure Steak zu bestellen, während sein Kumpel kein Problem mit dem Nachtbus hat und auf vegetarische Salate steht. Der wiederum gibt gerne für drei Clubs an einem Abend Eintrittsgeld aus oder gönnt sich die teuerste Sitzkategorie im Theater. Gutes Sparen bedeutet auch, sich bewusst darüber zu werden, wann man zu viel Geld aus Genuss ausgibt – und wann aus Bequemlichkeit. Und diese Bequemlichkeit hängt oft mit dem Alltäglichen zusammen: Der teurere Supermarkt liegt so praktisch auf dem Heimweg? Manchmal muss man sich zum Umweg aufraffen! Seit Wochen ist die Einladung zur Geburtstagsparty am Sonntag im Kalender, man kauft dann aber Last-Minute an der Tankstelle einen überteuerten Prosecco? Den kann man mit ein bisschen Planung schon vorher für den regulären Preis einkaufen!

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Und wenn alle unsere Spartipps nichts helfen? Dann tröste dich damit, dass du in bester Gesellschaft bist. Auch F. Scott Fitzgerald, Romy Schneider oder Johnny Depp haben es nicht geschafft, ihre Milliönchen zusammenzuhalten – da musst du dich mit deinem verschwenderischen BAföG-Lifestyle nicht unbedingt schlecht fühlen.

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