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Tipps für Bewerbungen: Stipendien-Geld, das keiner will: "Jedes Jahr bleiben Millionen übrig"

Studieren in Holland, unterrichten in Afrika: Wer ins Ausland will, sollte sich unbedingt auf Stipendien bewerben. Denn die gibt es mittlerweile nicht mehr nur für High Performer. Tipps für die Bewerbung.

Stipendien

Schnapp dir das Stipendium!

Stell dir vor, es wird Geld verschenkt - aber keiner will es. Ein bisschen ist es so mit Stipendien. Jedes Jahr bleiben in Deutschland mögliche Fördergelder ungenutzt, und zwar nicht zu knapp, wie Mira Maier von der Plattform "MyStipendium.de" bestätigt: "Jährlich sind mehrere Millionen übrig, die nicht abgerufen werden. Die Chancen stehen deshalb noch immer hervorragend."

Also nichts wie ran an den Speck: Vor allem für Auslands-Aufenthalte können sich Stipendien lohnen. Bei Studenten ist nach wie vor Erasmus das beliebteste und größte Programm, jedes Jahr werden darüber etwa 30.000 Deutsche gefördert. Die studieren dann übrigens am liebsten in Österreich oder Holland. Der Deutsch-Akademische-Austauschdienst ist auch einer der bekanntesten Anbieter. Aber viele kleinere Stiftungen bieten ebenfalls Unterstützung für Auslandsaufenthalte an. Manchmal sind es sogar die Regierungen selbst, die junge Menschen mit Stipendien zu sich ins Land holen wollen, wie zum Beispiel Mexiko.

Stipendien gibt's nicht nur für Streber

Wer jetzt denkt, das kommt alles eh nur für High-Performer in Frage, täuscht sich. Mittlerweile gibt es zahlreiche mehr oder weniger kuriose Programme, die untypische Stipendiaten suchen. "Wenn wir selbst Stipendien vergeben, soll es nicht nach Noten gehen", sagt Kira Maier. Ihr "Dream New"-Stipendium schickt zum Beispiel Studenten, die "große Träume haben und sich nach Abenteuer sehnen", für ein Semester nach Neuseeland. Das "Wegweiser-Stipendium" finanziert "orientierungslosen Studenten" einen vierwöchigen Sprachkurs in San Diego. 

Insgesamt steht jungen Deutschen für In- und Auslands-Stipendien ein ordentlicher Topf zur Verfügung. "Wir haben bei uns in Deutschland etwa 2.500 Programme erfasst, das sind Stipendien im Wert von 610 Millionen Euro im Jahr. Europaweit sind es sogar mehr als 12.000 Anbieter. Da sind es Summen in Milliardenhöhe," sagt Maier. Viel zu schade, um sein Studium oder Auslandsaufenthalt selbst zu zahlen, oder?

Ihr wollt jetzt auch euer Glück versuchen? Hier sind vier Tipps für eine erfolgreiche Stipendien-Bewerbung:

1. Fangt so früh wie möglich mit der Suche nach einem passenden Stipendium an. Viele Anbieter haben nur einen einzigen Einsendeschluss im Jahr, manche zwei oder mehr. Dann heißt es abwägen: Für das Kulturweit-Stipendium der UNESCO bewerben sich zum Beispiel weniger Leute für die Ausreise im März, weil die Abiturienten sich auf den Termin im Herbst direkt nach dem Abschluss konzentrieren. 

2. Habt keine Angst, euren Professor oder Arbeitgeber nach einem Gutachten oder Empfehlungsschreiben zu fragen. Mehr als "nein" sagen können sie nicht - und werden sie wahrscheinlich auch nicht. Aber: Setzt sie nicht unter Zeitdruck, sondern plant eine ausreichende Frist ein.

3. Überschätzt die Konkurrenz nicht: 41 Prozent aller Bewerbungen haben Erfolg. Also traut euch! Vor allem bei großen staatlichen Programmen und bei eher unbekannteren Stiftungen mit sehr spezifischen Anforderungen stehen die Chancen gut.

4. Wie bei allen Bewerbungen gilt: Bloß keine Rechtschreibfehler, bloß keine Standard-Floskeln. Und unbedingt das Anschreiben an den korrekten Ansprechpartner richten.

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