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Interview

Tanz an der Stange: Wie Kathi in ihrem Poledance-Studio jungen Frauen neues Selbstbewusstsein verleiht

Nackte Haut und sexy Posen – Poledance hat besonders in Deutschland immer noch ein Image-Problem. Dabei ist der Tanz an der Stange eine ernstzunehmende Sportart. Kathi betreibt in Hamburg ihr eigenes Studio und hat mit uns über ihre ungewöhnliche Berufswahl gesprochen.

Poledance: Kathi Lemcke in ihrem Poledance-Studio "Nordpole" an der Stange

2016 eröffnete Kathi Lemcke mit einer Freundin ihr eigenes Poledance-Studio "Nordpole"

"Ach, wie cool! Ich wollte das auch immer schon mal ausprobieren!" So oder so ähnlich lauten mittlerweile die Reaktionen, wenn man mit jemandem über Poledance spricht. Und doch hat die Sportart noch immer ein Image-Problem. Denn ja: Poledance ist Sport. Auch wenn das – besonders in Deutschland – viele immer noch nicht begriffen haben. Nackte Frauenhaut assoziieren viele Menschen automatisch mit Sex. Und weil man beim Tanzen an der Stange Hautkontakt mit dem Metall braucht, sind die Trainingsoutfits recht kurz. Die Poledancer werden deswegen eher belächelt als ernstgenommen. Kathi Lemcke erlebt das jeden Tag. Sie hat zusammen mit ihrer Freundin Nina 2016 das "Nordpole"-Studio in Hamburg gegründet. Dort bieten die Beiden Tanzstunden, Yoga und eben Poledance-Kurse an.

Wir haben Kathi zum Interview in ihrem Studio getroffen und mit ihr über Gaffer, Empowerment und diese unglaublich hohen Schuhe gesprochen.

Beim Poledance gibt es noch immer viele Vorurteile

NEON: Kathi, wie bist du zum Poledance gekommen?

Kathi: Ich habe früher schon gerne getanzt und geturnt. Meine allererste Poledance-Stunde hatte ich 2008 in einem Fitnessstudio.  Das war damals eine ganz kleine Gruppe mit nur drei Stangen. Außer der Trainerin und mir waren nur drei andere Teilnehmerinnen da.

Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass ich das gar nicht so schlecht mache – aber wenn ich mir jetzt alte Videos anschaue, denk ich mir schon: Oh, mein Gott. Ich hatte in der ersten Stunde schon Erfolgserlebnisse und war dadurch super motiviert. Aber man fängt auch erst mit Basics an, bei denen die Füße noch am Boden sind.

Manche Menschen halten Poledance ja immer noch für etwas Schmuddeliges. Gab es Schwierigkeiten, als ihr das Studio gegründet habt?

Es ist tatsächlich so: Die meisten, die Poledance noch nie gehört haben, denken, wir würden uns nur halbnackt auf dem Boden räkeln. Als es damals noch nicht so bekannt war und ich gesagt hab, dass das Stangentanz ist, dachten viele, ich sei Stripperin. Oft wird durch den Sport auch auf den Charakter geschlossen: dass man freizügig sei und man sich gerne präsentiert.

Ich muss deswegen tatsächlich gestehen: Als wir die ersten Immobilien für unser Studio anfragten, habe ich geschrieben, wir würden Tanzstunden geben. Erst bei der Besichtigung haben wir unserer Vermieterin erzählt, was wir vorhaben. Zum Glück war sie aber super entspannt.

Was beobachtest du am Verhalten deiner Kursteilnehmerinnen?

Ich sehe oft, dass die Leute, die zum allerersten Mal herkommen, noch sehr schüchtern sind, was knappe Kleidung und nackte Haut angeht. Man sieht, dass sich mit der Zeit das Körpergefühl verändert und sie sich mehr trauen und verstehen, dass man sich auch mit einem bauchfreien Shirt in einem Raum mit anderen Menschen wohl fühlen kann. Man urteilt hier nicht über den anderen – es geht um den Sport.

Dazu kommen die Erfolgserlebnisse. Plötzlich kriegst du eine Figur hin, an der du vorher zu knacken hattest. Man sieht, wie sie immer selbstbewusster werden.

Glaubst du, dass Poledance etwas in der Gesellschaft verändern kann?

Ich glaube: Dadurch, dass die Frauen durch Poledance selbstbewusster werden, trauen sie sich auch in anderen Situationen mehr und fühlen sich mit sich selbst wohler.

Poledance ist auch eher ein Frauensport, oder?

Wir haben tatsächlich hauptsächlich weibliche Teilnehmerinnen. In den westlichen Ländern ist Poledance ein reiner Frauensport, was sehr lustig ist, weil es total kraftaufwendig ist. In Russland zum Beispiel gibt es mehr Männer, die Poledance machen. Hier in Hamburg gibt es nur eine Handvoll Männer, die sich das wirklich trauen. Es gibt hin und wieder mal Männer-Probestunden und wir hatten auch mal eine Box-Freundestruppe hier. Die hatten total Spaß, weil es so herausfordernd ist. Aber weitermachen tun die wenigsten. Ich weiß nicht, ob die das vielleicht eher als Gag sehen und nicht als Option, das echt als Sport zu betreiben.

Stört es dich, dass Poledance so sexualisiert wird?

Ja. Wer Poledance ausprobiert hat, sieht sofort, wie akrobatisch und vielfältig der Sport sein kann. Es gibt mittlerweile so viele verschiedene Stile – und damit meine ich nicht nur sexy und nicht-sexy. Und ich finde es sehr schade, dass Kindern und Jugendlichen der Sport verwehrt wird, weil sofort etwas Anrüchiges damit assoziiert wird. Im Teens-Kurs, den wir hier haben, sieht man, wie begeistert die Teilnehmer sind. Oder wenn wir beim Training eine Stange im Park aufstellen, sind immer sofort Kinder da dran und turnen rum. Das ist ja eigentlich nichts anderes als am Reck zu turnen. Aber sobald die Stange vertikal und in einem geschlossenen Raum steht, wird es direkt negativ gesehen.

Einige Mütter, die ihre Töchter zum Kurs anmelden wollten, haben sich das Studio vorher angesehen und waren total verunsichert. Eine hat erzählt, dass sie von anderen Müttern blöde Bemerkungen bekommen hat, weil ihre Tochter gerne Poledance machen wollte.

Habt ihr beim Poledance-Training oder bei Wettbewerben Probleme mit Gaffern?

Hier bei uns im Studio hatten wir noch keine Probleme – aber damals in dem Fitnessstudio kam tatsächlich mal ein Typ rein und wollte zuschauen. Er hat sich mitten in den Raum gestellt – das war super seltsam. Unser altes Studio war im Erdgeschoss und direkt an einer Straße. Da kamen abends schon manchmal Leute rein und haben gefragt, was wir da machen.

Mich stört am meisten, dass Poledance immer noch als Streitthema gesehen wird – auch wenn es mittlerweile schon besser geworden ist. Für die meisten ist es ja nur ein Hobby und das wird schnell als gesellschaftliches Statement interpretiert. Entweder, dass du sehr feministisch und selbstbestimmt bist oder dass man das nur für die Männer macht. Das ist bei anderen Sportarten ja auch nicht so. Würde ich jetzt lateinamerikanische Tänze tanzen und auf Turniere gehen, hätte ich auch kurze Röcke und Highheels an und würde mich aufreizend bewegen. Aber da unterscheidet die Gesellschaft, dass man da nur eine Rolle spielt. Beim Poledance ist das anders.

Was kannst du nicht mehr hören?

Das Wort "Pooldance" – das ist so der Klassiker. Viele Leute dachten früher, wir tanzen im Wasser. Das konnte ich irgendwann nicht mehr hören. Und auch wenn jemand wirklich was Doofes sagt, lass ich es eigentlich immer an mir abprallen. Eigentlich ist es auch gar nicht so ein Satz, den die Leute sagen, sondern so ein Grinsen. Du siehst direkt in dem Blick, welche Vorstellungen die Leute sich gerade davon machen.

Warum trägt man eigentlich beim Poledance immer so hohe Schuhe?

Man kann einerseits andere Sachen machen auf den Schuhen – vielleicht kann man es vergleichen mit Spitzenschuhen bei Ballerinas. Dass man sich zum Beispiel besser oder schneller drehen kann, weil man vorne auf der Spitze vom Plateau stehen kann. Außerdem sind sie auch ein bisschen Schutz für die Füße, damit man nicht direkt mit dem Fußballen aufkommt. Wenn man Figuren an der Stange macht, kann man außerdem den Absatz greifen. Man kann es als Hilfestellung benutzen. Ich glaube, in den Poledance-Studios sind die "Sexy Styles" auch immer noch sehr beliebt, weil damals die ersten Studios häufig von Stripperinnen aufgemacht wurden.

Im ersten Moment haben viele Berührungsängste mit den High Heels. Ich kann das verstehen. Als ich das erste Mal die Schuhe gesehen habe, dachte ich: super hässlich, ich werde so etwas nie in meinem Leben tragen. Aber je öfter du das siehst, desto mehr gewöhnst du dich an den Anblick. Und die Schuhe können einem auch Selbstvertrauen geben. Die wenigsten kommen ins Studio und sagen: Ich will sexy mit High Heels tanzen. Sowas entwickelt sich mit der Zeit. Und es macht einfach Spaß.

Was wünscht du dir für die Zukunft des Poledance?

Ich würde mir wünschen, dass sich die Leute nicht mehr fragen müssen, ob sie diesen Sport machen dürfen. Dass sie keine Angst haben müssen, dass jemand aus ihrem Umfeld Vorurteile gegenüber Poledance hat. Dass es endlich als Sport gesehen wird  – egal ob mit oder ohne High Heels und sexy Kleidung. Und dass der Sport endlich nicht mehr belächelt wird.

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Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg