HOME

Bafög-Reform: Immer weniger junge Leute erhalten Bafög – das will die Bundesregierung jetzt ändern

Mehr Geld für die Ausbildung: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat Änderungen für das Bafög-Gesetz vorgeschlagen, um den Negativtrend bei der Ausbildungshilfe zu stoppen. Diese Dinge sollen sich nun verbessern.

Bafög Reform Bundesregierung Geld

Wer sich keine Sorgen um seine Finanzen machen muss, kann mit Spaß studieren (Symbolbild).

Getty Images

Fast drei Millionen junge Menschen haben im vergangenen Jahr ein Studium begonnen. Aber die Zeit an der Universität können die wenigsten aus der Portokasse bezahlen. Und auch, wer eine Ausbildung macht, braucht teilweise finanzielle Unterstützung. Damit das allen möglich ist gibt es in Deutschland seit 1971 das sogenannte Bundesausbildungsförderungsgesetz – auch Bafög genannt. Die Idee: Jeder soll unabhängig von der wirtschaftlichen und sozialen Situation seine berufliche Ausbildung absolvieren können.

Das plant die Bundesregierung

Soweit der Plan. Aktuell funktioniert das in Deutschland aber nicht immer so gut. Seit 2013 sinkt die Zahl der Bafög-Empfänger stetig. 2017 wurden nur noch rund 557.000 Studierende und 225.000 Schülerinnen und Schüler gefördert. Deshalb plant die Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) eine Gesetz zur Änderung des Bafög. Der aktuelle Entwurf sieht vor, dass mehr junge Menschen gefördert werden können.

Konkret soll der Freibetrag für das Einkommen der Eltern erhöht werden. Danach bemisst sich, ob man Bafög bekommt oder nicht. Viele Studentinnen und Studenten bekamen bisher keine Förderung, weil der Verdienst ihrer Eltern knapp über der Einkommensgrenze lag. Bis zum Jahr 2021 sollen die Freibeträge für das Einkommen nun um 16 Prozent steigen. Außerdem sollen die Empfänger selbst mehr Vermögen haben dürfen – die Grenze steigt hier bis 2021 auf 8200 statt bisher 7500 Euro. Geplant ist zudem die Erhöhung des Wohnungszuschlages und des Zuschusses zur Kranken- und Pflegeversicherung. Auch der aktuelle Bafög-Höchstsatz soll von 735 auf 861 Euro im Jahr 2020 steigen. Dafür will die Bundesregierung bis 2022 1,8 Milliarden Euro mehr ausgeben. Die letzte Bafög-Erhöhung hatte es im Jahr 2016 gegeben.

Kritik am Gesetzentwurf kommt von der Oppostion. Grünen-Bildungsexperte Kai Gehring glaubt nicht an eine Kehrtwende: "Auch mit der geplanten Novelle wird der Bedeutungsverlust des Bafög nicht gestoppt." Er fordert, die Fördersätze und Freibeträge schon im kommenden Semester um jeweils zehn Prozent zu erhöhen. Danach müsse das Bafög automatisch und regelmäßig steigen.

Wer bekommt Bafög?

Bafög bekommt grundsätzlich erst einmal jeder junge Mensch mit deutscher Staatsbürgerschaft und auch Ausländer, die eine Bleibeperspektive in Deutschland haben. 2017 bekamen von den 5570.000 Geförderten 229.000 den Höchstsatz. Die Höhe der Förderung hängt von verschiedenen Faktoren ab: Ob die Studierenden noch bei den Eltern oder in einer WG leben, ob sie Geschwister haben, wie hoch das eigene Vermögen und das Einkommen der Eltern ist und ob man im Ausland studiert.

Von den Förderungen muss man am Ende maximal 10.000 Euro zurückzahlen, da Bafög zur Hälfte als Darlehen und zur Hälfte als Zuschuss gezahlt wird. Gezahlt werden muss spätestens fünf Jahre nach dem Ende der Förderung – ob in Raten oder einmalig entscheidet man abhängig vom eigenen Einkommen selbst. Mit dem neuen Gesetzentwurf soll die Rückzahlung auf 20 Jahre begrenzt werden; wer bis dahin noch nicht alles abbezahlt hat, bekommt die Restschuld erlassen.

Auslandsstudium
lau