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Ex-Präsident schimpft: "Affenzirkus der Generation Schneeflocke" – Lehrerverband widerspricht Protesten gegen Mathe-Abi

Haben die jungen Leute nichts mehr drauf? Dieser Meinung ist zumindest der langjährige Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. In einem Interview macht er seinem Unmut über die Proteste gegen das vermeintlich zu schwere Mathe-Abitur Luft.

Mathe-Abitur

Schüler bei der Prüfung: "Kein Anlass dafür, dass dieses Abitur zu schwer war oder jetzt besonders schlecht ausfällt" (Symbolbild)

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hält die Aufregung um das vermeintlich zu schwere Mathe-Abitur für überzogen. "Nach meinen Rückmeldungen von Lehrkräften, die das Abitur schon einmal durchkorrigiert haben, gibt es keinen Anlass dafür, dass dieses Abitur zu schwer war oder jetzt besonders schlecht ausfällt", so Meidinger im Interview mit dem BR.

Zwar räumt er Unterschiede zwischen den Bundesländern ein, was den umstrittenen B-Teil des Abiturs betrifft: "Allerdings kann man nicht davon sprechen, dass jetzt der bayerische Teil besonders schwer war oder im Vergleich zu den Vorjahren nicht lösbar war." Es habe sich alles im Rahmen bewegt.

Proteste der "Generation Schneeflocke"?

So diplomatisch drückt sich der ehemalige, langjährige Präsident des Lehrerverbandes, Josef Kraus, nicht aus. Der bezeichnet in einem weiteren BR-Interview die Proteste als "Affenzirkus" und sagt mit Bezug auf die Online-Petitionen: "Wir haben in Bayern 37.000 Abiturienten, aber 55.000 haben unterschrieben – das ist eine typische Reaktion der Generation Schneeflocke."

Die Schüler seien es nicht mehr gewohnt, "sich durchzubeißen". Außerdem zeige die Tatsache, dass mittlerweile Mathematiknachholkurse an jeder Hochschule angeboten werden, dass "die jungen Leute nichts mehr draufhaben!"

Die Schülerproteste nennt Kraus "aufgesetzte Hysterie" und ätzt: "Wahrscheinlich werden wir neben Freitagsdemos künftig auch Montagsdemos haben: Abitur für alle."

Mathe-Abitur: Schüler "nicht in Watte packen"

Es sei für Kraus nun Aufgabe der Kultusministerien und der Schulen konsequent zu bleiben, denn die Schüler müssten sich daran gewöhnen, dass es so nicht geht: "Wir können die Schüler nicht bis ins 20. Lebensjahr in Watte packen."

tim