VG-Wort Pixel

Nachhaltigkeit Berliner Unternehmen gibt Mitarbeitern mehr Urlaub – wenn sie aufs Fliegen verzichten

Frau steht auf Steg und streckt Arme in die Luft
Die Deutschen lieben Reisen – aber es gibt auch Alternativen zum Fliegen
© iStockphoto / Getty Images
Kann man nachhaltig reisen? Man kann zumindest weniger fliegen, findet ein Berliner Unternehmen. Wenn die Mitarbeiter ihren Urlaub klimaschonend planen, gibt es dort zum Ausgleich mehr Urlaub.

Weniger Fleisch kaufen und essen, regional und nach Saison einkaufen, auf Plastikverpackungen verzichten – die eigene CO2-Bilanz lässt sich mit kleinen Veränderungen schon nachhaltig verbessern. Doch wie so oft ist einer der größten Klimakiller etwas, auf das man ungern verzichten möchte: das Reisen. 12,36 Tonnen CO2 verbraucht der Deutsche im Durchschnitt, Vielflieger noch deutlich mehr. Die Kreuzfahrt oder der Langstreckenflug schlagen beim CO2 Verbrauch ordentlich zu Buche. Und laut der Analyse der Forschungsgemeinschaft für Urlaub und Reisen waren die Deutschen 2018 so viel unterwegs wie nie.

Doch was tun? Schließlich war die Südamerika-Reise ein Kindheitstraum, und Zugreisen, selbst innerhalb Deutschlands, können ganz schön lang und anstrengend sein. Ein Berliner Unternehmen versucht es nun mit neuem Anreiz: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erhalten drei Tage mehr Jahresurlaub, wenn sie keine langen Flugreisen mehr antreten. "Jeder weiß, dass Flugreisen ein Klimakiller sind", sagt Geschäftsführerin Katja von der Bey von Weiberwirtschaft. Das Gründerinnenzentrum in Berlin-Mitte will mit seiner Aktion vor allem als Beispiel für andere Unternehmen vorangehen, auch wenn der Effekt erstmal nur symbolisch sei.

In anderen Ländern hat sich der Verzicht aufs Fliegen schon zum regelrechten Trend entwickelt. In Schweden verzichten immer mehr Politiker und Prominente auf Flugreisen und gehen damit in die Öffentlichkeit. Bestes Beispiel: Klimaaktivistin Greta Thunberg, die sogar mit dem Zug nach Davos reiste. Und das Ganze hat sogar einen Namen – „Flygyskam“, zusammengesetzt aus den schwedischen Wörtern für Fliegen und Schande.

Und auch in Deutschland ist der Trend längst angekommen. Bloggerin Madeleine Alizadeh, bekannt als "dariadaria", postete bei Instagram ein Foto von ihrer Nachtzugfahrt innerhalb Deutschlands. Dazu schrieb sie: "Zwölf Stunden hin und morgen zurück per Nachtzug für ein vierstündiges Meeting in Düsseldorf. Glaubt mir: Morgen in ein Flugzeug zu steigen, wäre so viel einfacher gewesen. Aber dann denke ich an Greta Thunberg, die 60 Stunden mit dem Zug fährt, um ihr Ziel zu erreichen. Wir leben in Zeiten, in denen wir unsere Komfortzone verlassen müssen."

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Twelve hours by night train today and twelve hours back tomorrow for a four hour meeting in Düsseldorf. Believe me: getting on a plane tomorrow morning and back at night would be so much more convenient. But then I think of people like @gretathunberg who go over 60 hours by train to get places. After all it’s (apart from a money question sometimes) a comfort question. We live in a time where we can’t continue without leaving our comfort zones. This Friday I’m going to march with the students of Austria and @fridaysforfuturevienna at the second worldwide climate strike! We start at 9am at Heldenplatz in Vienna and go from there. I’d be super excited to meet many of you there! 🧡 #strikewithme

Ein Beitrag geteilt von Madeleine Daria Alizadeh (@dariadaria) am

lau

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker