HOME

#fusionbleibt: "An der Polizei wird es nicht scheitern" – Fusion-Festival offenbar gerettet

Im Streit um die Polizeipräsenz auf dem Fusion-Festival in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich eine Lösung ab. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sendete im Landtag versöhnliche Signale. Auch die Veranstalter zeigen sich optimistisch.

Fusion-Festival

Seit über 20 Jahren (hier 2011) funktioniert das Fusion-Festival ohne dauerhafte Polizeipräsenz auf dem Gelände

DPA

Es gibt neue, berechtigte Hoffnung für die Zehntausenden Fans der Fusion, dass das Festival in Mecklenburg-Vorpommern vom 26. bis 30. Juni 2019 wie geplant stattfinden wird.

Innenminister Lorenz Caffier zeigte sich zuversichtlich, dass der Streit zwischen den Behörden und dem veranstaltenden Verein "Kulturkosmos" über das Sicherheitskonzept der Musik- und Kulturveranstaltung auf dem früheren sowjetischen Militärflugplatz in Lärz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) beigelegt wird.

Fusion-Festival "rundum friedlich"

Der CDU-Politiker sagte am Freitag im Schweriner Landtag, "Kulturkosmos" habe der Polizei in seinem nachgearbeiteten Sicherheitskonzept den "anlassbezogenen Zugang" der Polizei zum Festivalgelände zugesichert, etwa um Straftaten aufzuklären. Anlasslose Streifengänge von Polizeibeamten über das Areal und eine feste Polizeiwache dort seien damit nicht mehr nötig. Wörtlich heiße es in dem Papier: "Die gesetzlichen Befugnisse der Polizei werden durch dieses Konzept in keiner Weise beschränkt." 

Der Innenminister stellte in seiner Rede fest, dass die Fusion seit über 20 Jahren ein "rundum friedliches" Festival sei, er machte aber auch klar: "Keine Veranstaltung findet im rechtsfreien Raum statt. Auch für die Fusion gelten Regeln."

Er würdigte die Verdienste der Veranstalter um die Region. Mit dem Festival hätten sie etwas "Einzigartiges" erschaffen. "Dafür gebührt Ihnen Anerkennung, Unterstützung und Dank."

"Kulturkosmos" zeigte sich nach der Rede Caffiers erleichtert: "Wir begrüßen diesen Schritt der Vernunft. Unser Kompromissangebot, das wir schon im November gemacht hatten, scheint den Behörden nun doch tragfähig zu erscheinen", hieß es in einer ersten Mitteilung. "Protest zeigt Wirkung."

Zuvor hatten sich über 130.000 Unterzeichner in einer Online-Petition gegen die Pläne der Polizei ausgesprochen. Sie forderte zum ersten Mal in der 22-jährigen Geschichte der Fusion eine dauerhafte Präsenz auf dem Festivalgelände ein. Dies lehnten die Veranstalter mit Blick auf den Festival-Gedanken der freien Entfaltung der Persönlichkeit der Besucher kategorisch ab. Zuletzt drohten die Organisatoren wegen der Pläne der Polizei sogar mit der Absage der Fusion.

Der Streit über das Sicherheitskonzept war in den vergangenen Wochen mehr und mehr eskaliert und wurde zum Teil öffentlich ausgetragen. Beide Seiten warfen sich die Verbreitung von Unwahrheiten vor – die Rede Caffiers vor dem Landtag könnte nun der entscheidende Schritt sein, damit alle Beteiligten aus dem Disput herauskommen und dennoch ihr Gesicht wahren.

"An der Polizei wird es nicht scheitern"

Für zusätzlichen Zündstoff sorgte kürzlich die Veröffentlichung von Planspielen der Polizei durch die "Zeit", wonach auf dem Fusion-Festival auch Räumpanzer und Wasserwerfer vorgehalten werden sollten. Dazu sagte Innenminister Caffier: "Der Einsatz von Wasserwerfern und Räumfahrzeugen ist längst vom Tisch."

Trotz der versöhnlichen Signale: Abschließend ist die Fusion 2019 noch nicht genehmigt. Der "Nordkurier" berichtet, dass im aktuellen Sicherheitskonzept weitere Punkte nachgearbeitet werden müssen, zum Beispiel die Breite von Fluchttoren oder die Anzahl von Ordnern. Die Erfüllung dieser Auflagen scheint jedoch machbar.

Das zuständige Ordnungsamt wird voraussichtlich in der kommenden Woche endgültig entscheiden, ob es das Festival genehmigt. Innenminister Caffier versprach: "An der Polizei wird es nicht scheitern."

Ein Dixi-Klo auf einem Festival

Quellen: Linken-Antrag im Landtag, "Nordkurier", Kulturkosmos e.V., "Zeit"