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Psychische Gesundheit: "Unhappy Meal": Warum wir jetzt bei Burger King mit Fast Food unsere Gefühle ausdrücken sollen

Mit ihren neuen "Real Meals" will die Fastfood-Kette auf das Thema psychische Gesundheit aufmerksam machen. Ein wichtiges Thema – doch die Umsetzung finden nicht alle gut.

Burger und Co. sind für viele Menschen ein Comfort-Food: reich an Kalorien, nicht unbedingt gesund, aber etwas, das man sich nach einem anstrengenden Tag mal gönnt. Oder die Fastfood-Version von Burger King oder MacDonalds kann nach einer Party-Nacht glücklich machen und nostalgische Gefühle an vergangene Tage wecken. Diese Idee versuchen uns die Fastfood-Riesen normalerweise in der Werbung zu vermitteln.

feeling salty? blue? pissed? YAAAS? or simply like you DGAF? no one is happy all the time. and that’s ok. have a Real...

Gepostet von Burger King am Mittwoch, 1. Mai 2019

Doch Burger King dreht den Spieß in seinem neuesten Spot nun um: "Nicht jeder wacht fröhlich auf, manchmal bist du traurig, hast Angst und fühlst dich beschissen", sagt ein Mann mit hängenden Schultern am Anfang des Clips. Um das typische "sei-happy-und-stark-mit Fast-Food-Gefühl", geht es hier wohl eher nicht. Stattdessen sollen wir auch mal traurig und genauso sein dürfen, wie wir gerade sind. Wir dürfen uns über den Chef ärgern, darüber vom Date geghostet oder von der Gesellschaft in Schubladen gepackt zu werden. "Keiner ist immer glücklich. Aber das ist ok", lässt uns Burger King wissen. Und damit jeder seine Gefühle zum Ausdruck bringen kann, stellt das Unternehmen gleich fünf "Real Meals" für jede Stimmungslage vor: Blue (traurig), Yass (begeistert), Pissed (ziemlich sauer), Salty (verbittert), DGAF ( don’t give a fuck - alles egal).

Monat der psychischen Gesundheit bei Burger King

Diese "Unhappy Meals", wie sie im Netz bereits genannt werden, enthalten jedoch keine neuen Gerichte, sondern sind nur andere Verpackungen für das altbekannte Whooper-Menü. Erhältlich sind die "Real Meals" aber nur in Restaurants in Austin, Seattle, Miami, Los Angeles oder New York City. Mit der Kampagne will Burger King auf das Thema "Mental Health" aufmerksam machen. Denn das Unternehmen hat den Spot extra für den Monat Mai entwickelt, der in den USA traditionell genutzt wird, um sich mit dem Thema psychische Gesundheit zu befassen. Seit Donnerstag läuft der Spot in den USA und ist angeblich eine Zusammenarbeit zwischen Burger King und der gemeinnützigen Organisation "Mental Health America".

Das die zweitgrößte Burgerkette der Welt die Kampagne nicht nur aus Sorge um seine Kunden gestartet hat, dürfte wohl recht klar sein. Das Unternehmen springt vielmehr auf einen aktuellen Trend zu mehr Realität in der Gesellschaft und in den sozialen Netzwerken auf. Und nutzt natürlich gleichzeitig die Chance, Marktführer und Konkurrent McDonalds einen kleinen Seitenhieb mitzugeben - denn der verkauft das "Happy Meal". Der neue Clip kommt daher auch nicht bei allen gut an: Nutzer werfen dem Unternehmen vor, Profit mit dem Thema psychische Gesundheit machen zu wollen. Zudem solle Burger King erst einmal vor der eigenen Tür kehren und gute Arbeitsbedingungen für glückliche Mitarbeiter schaffen, so die Kritik.

Ob man die recht pathetische Werbung (bei der am Ende alle dann, oh Wunder, auch wieder happy sind) nun gut findet oder nicht: Burger King macht mit dem Spot auf ein Thema aufmerksam, das in der Gesellschaft immer noch stigmatisiert wird. Keiner gibt schließlich gern zu, sich schlecht zu fühlen oder gar psychische Probleme zu haben. Zudem erreicht das Unternehmen eine große Zielgruppe mit vielen jungen Menschen, die sich dem Thema durch den Druck in den sozialen Netzwerken auch immer mehr stellen müssen.

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