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Präsident mit Pathos: Kroatische Kinder und Kriegsveteranen in der Kabine: Die große Show des Emmanuel Macron

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat im Luschniki-Stadion von Moskau den Finalsieg der französischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM kräftig gefeiert. Zu behaupten, dass er dabei bisweilen ein bisschen dick aufgetragen hat, wäre untertrieben.

Emmanuel Macron

Gewinner mit Gönnung: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit der kroatischen Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic bei der Siegerehrung in Moskau

Einem Präsidenten kann für die Stimmung in seinem Land kaum etwas Besseres passieren als ein Fußball-WM-Titel. Emmanuel Macron weiß das. Weshalb es auch wenig verwunderlich ist, dass Frankreichs Staatsoberhaupt im Luschniki-Stadion zu Moskau rund um den Finalsieg seines Teams die große Show abgezogen hat.

Seine Jubelpose auf der Ehrentribüne ging flugs um die Welt. Sein herzlicher Umgang mit der kroatischen Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic machte ebenso Eindruck wie seine Küsschen für die siegreichen Profis und Nationaltrainer Didier Deschamps im Rahmen der Siegerehrung. Im Rausch des Erfolgs war es Macron offenbar auch völlig egal, dass er dabei die ganze Zeit im strömenden Moskauer Abendregen stehen musste - während seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin ein Schirm über den Kopf gehalten wurde.

Emmanuel Macron: Trost für die traurigen Kinder

Bei den Besuchen in den Mannschaftskabinen packte Macron dann noch eine gehörige Portion Pathos obendrauf. Zunächst zollte er den unterlegenen Kroaten Respekt. Dabei ließ er es sich auch nicht nehmen, die traurigen Kinder von Luka Modric zu trösten, wofür sich der kroatische Fußballverband via Twitter auch artig bedankte.

In die französische Kabine brachte Macron dann sogar einen ungewöhnlichen Überraschungsgast mit, wie auf einem Instagram-Video von Mittelfeldspieler Paul Pogba zu sehen ist: "Ihr habt ganz Frankreich zum Träumen gebracht", spricht Macron zu den frischgebackenen Weltmeistern - neben ihm ein Veteran, der im Krieg in Mali einen Arm und ein Bein verloren hatte. Dieser Mann habe ihn zwei Tage vor dem Finale um einen Gefallen gebeten, so Macron: "Sagen Sie (den Spielern), dass sie einen kleinen Franzosen wie mich zum Träumen gebracht haben. Deswegen habe ich ihn euch mitgebracht: weil ich wollte, dass ihr spürt, was ihr tut."

Was bedeutet der WM-Triumph für Frankreich?

Keine Frage: Macron hat an diesem legendären Sonntagabend in Moskau alle Register gezogen. Weil er weiß, was so ein WM-Titel für die Stimmung in seinem Land bedeuten kann. Er wird sich noch gut an den letzten WM-Titel seines Landes im Jahr 1998 erinnern, als der damalige Erfolg einer ganzen Nation den Traum von einem multikulturellen Frankreich vortäuschte. Damals war Macron Anfang 20. Was auch immer der neuerliche Triumph der Equipe Tricolore für die französische Gesellschaft langfristig bedeuten könnte (oder eben nicht): Er wird für immer unwiderruflich verknüpft sein mit den Bildern des jubelnden Emmanuel Macron.

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tim