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Liverpools Erfolgstrainer: Öfter mal Mensch bleiben – was die Bayern (und wir alle) von Jürgen Klopp lernen können

Jürgen Klopp hat seinen ersten Titel mit dem FC Liverpool geholt. Was über den mitreißenden Fußball seiner Mannschaft aber noch zu wenig Beachtung findet: Der Erfolg des deutschen Trainers folgt einer zutiefst humanistischen Haltung.

Jürgen Klopp

Glückstränen in Madrid: Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool, und sein Kapitän Jordan Henderson nach dem Sieg im Champions-League-Finale gegen Tottenham

Jetzt können sie beim FC Bayern München wenigstens sagen, dass sie in der Champions League gegen den späteren Sieger ausgeschieden sind. Trotzdem zeigt der Verlauf dieser Saison und all ihrer Geschichten, welche Welten wirklich zwischen dem neuen europäischen Titelträger und dem deutschen Rekordmeister liegen. Nicht nur fußballerisch. Sondern vor allem, was die verantwortlichen Persönlichkeiten betrifft.

Gerade hat Karl-Heinz Rummenigge dem "Spiegel" ein Interview gegeben. Und natürlich hat der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern auch diese Chance verstreichen lassen, sich bei seinem Trainer Niko Kovac für die unsägliche Behandlung der vergangenen Wochen zu entschuldigen. Stattdessen erklärt Rummenigge sich einmal mehr mit dem ewig gestrigen Münchner Mantra, dass in diesem Verein nur der Erfolg zähle, er sei "Teil unserer Klub-DNA." Die alte Platte halt.

Flitzerin Kinsey Wolanski beim Champions-League-Finale

Jürgen Klopp, seine "Boys" und der "Spirit"

Anstelle einer anständigen Entschuldigung bei Kovac sagt Rummenigge bloß, und es liest sich beinahe herablassend: "Ich wollte ihm nicht wehtun." Besser als mit diesen Aussagen könnte der Bayern-Zampano den Unterschied zum FC Liverpool des Jürgen Klopp nicht illustrieren. Denn selbstverständlich ist der Erfolg auch ein großer Teil von Klopps DNA. Wer aber gestern nach dem Sieg im Finale gegen Tottenham die innigen Jubelszenen zwischen dem Trainer, seinem Staff und den Spielern gesehen hat, bekam einen starken Eindruck von dem besonderen "Spirit" dieses Teams, den sowohl Klopp als auch seine "Boys" in Interviews immer wieder predigen – einem Spirit, von dem die selbstsüchtige Besetzung des aktuellen Bayern-Kaders nur träumen kann.

Es ist eine Mentalität, die der frühere Mainzer und Dortmunder vorlebt. Insbesondere in den letzten Wochen, in denen unverbesserliche Journalisten ihm immer wieder dieselben stumpfen Fragen zu seinem vermeintlichen Final-Fluch stellten, drehte Klopp den Scheinwerfer routiniert zur Seite: Es gehe nicht um ihn, sondern nur um seine Jungs, für die es ihn nach einer sensationellen Saison wahnsinnig freuen würde. In Zeiten extremen Erfolgsdrucks – denn nichts anderes hat der favorisierte FC Liverpool in den vergangenen Wochen zwischen der knapp verpassten Meisterschaft und dem Finale der Champions League verspürt – machte Klopp die Menschlichkeit zum beherrschenden Thema und setzte damit, wenn auch unbewusst, einen Kontrapunkt zur seelenlosen Erfolgsbeschwörung beim FC Bayern.

Es ist der Grundstein, auf dem seine Erfolgsgeschichte in Liverpool basiert. Natürlich hat der Verein viele Millionen in die Hand genommen, um sukzessive Schwachstellen im Kader auszumerzen, unter anderem musste der Unglückstorwart des vergangenen Champions-League-Finales, Loris Karius, dem Brasilianer Allison Becker weichen. Am Ende geht es um Punkte und Titel, ein Premier-League-Titelaspirant ist sicher keine Hippie-Kommune. Und trotzdem schafft es Jürgen Klopp auf glaubwürdige Weise, dem dreckigen Millionengeschäft des Profifußballs auf unkonventionelle Art ein wenig Wärme einzuhauchen, zu der erfolgreiche Trainerkollegen wie Pep Guardiola, José Mourinho oder Louis van Gaal nie in der Lage wären.

Klopp will kein Menschenfänger sein

Klopp wehrt sich gegen den oft verwendeten Begriff "Menschenfänger", der tatsächlich immer ein bisschen nach Sekte klingt. Er wolle niemanden fangen. Stattdessen appelliert er an die gegenseitige Verantwortung, innerhalb der Mannschaft, in der Kabine, aber auch im Alltag. Im Leben gehe es immer um menschliche Beziehungen, hat er in einem Interview gesagt. Wer nur für sich selbst Verantwortung tragen wolle, der müsse alleine im Wald oder auf einem Berg wohnen. Ansonsten trage man immer ein wenig Verantwortung – schon wenn man einen Raum mit Menschen betrete, beeinflusse man automatisch die Stimmung in diesem Raum.

Und deshalb wähle er seine Spieler nicht ausschließlich nach ihren Qualitäten als Kicker aus, sondern auch danach, ob sie menschlich nach Melwood, jenem berühmten Trainingsgelände des FC Liverpool, passen, wo laut Klopp inzwischen jeder Spieler jeden Namen jedes Angestellten kenne. Was passiert, wenn eine auf diese Weise zusammengestellte, extrem homogene Truppe ins Rollen gerät, was so eine Einheit bewegen kann, wurde in dieser Saison nicht nur im Jahrhunderthalbfinale gegen den FC Barcelona deutlich.

Ein Lehrstück in moderner Menschenführung

Der Erfolg von Klopp ist ein Lehrstück in Sachen moderner Menschenführung, von dem die Bayern, aber auch wir alle etwas lernen können: Beim FC Liverpool geht es um gegenseitigen Respekt und Empathie, um extreme Hingabe, aber auch um die Fähigkeit zur realistischen (Selbst-)Einschätzung. Der Fußball sei keine Frage von Leben und Tod, hat Liverpools Trainerlegende Bill Shankly einmal gesagt, er sei viel ernster. Jürgen Klopp predigt mit seiner Haltung gerne das Gegenteil: Titel und Triumphe sind eine feine Sache, aber es gibt Wichtigeres.

Eine humanistische Haltung, der in hysterischen Zeiten wie diesen eine besondere Bedeutung zukommt. Deshalb sollten wir uns nicht nur als Fußballfans über Jürgen Klopps ersten Titel mit dieser fantastischen Mannschaft freuen. Sondern in erster Linie als Menschen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(