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Meinung

Nach Weltklimabericht: Kurz vor der Klimakatastrophe: Wir müssen endlich aufhören, dumme Fragen zu stellen!

Der Sonderbericht des Weltklimarats ist nicht beunruhigend, sondern dramatisch. Der Menschheit bleiben noch wenige Jahre für einen verzweifelten Versuch, die Katastrophe abzuwenden. Trotzdem glaubt ein Drittel der Deutschen immer noch nicht an den Klimawandel. Ein Wahnsinn.

Klimakatastrophe

Die Welt – eine Wüste? Diese Utopie könnte nach der Klimakatastrophe durchaus wahr werden.

Mit dem Wetterbericht hat der Mensch traditionell ein Problem: Er stimmt oft nicht. "Wenn ich wissen will, wie das Wetter wird", hat meine Oma immer gesagt, "dann schaue ich aus dem Fenster." Eine Einstellung, die heute auch in größerem Kontext noch erschreckend viele Menschen teilen.

Zum Beispiel Donald Trump. Der hat die globale Erderwärmung schon vor Jahren als "totalen" und "sehr teuren" Scherz bezeichnet. Inzwischen bestreitet er den Klimawandel zwar nicht mehr so ganz, wie er in einem aktuellen CBS-Interview angibt, ist sich aber sicher: "Er könnte sehr wohl wieder zurückgehen." Analysen von Experten, denen zufolge der Mensch die Verantwortung trägt, zweifelt der US-Präsident allerdings weiter an, denn: "Wissenschaftler haben eine politische Agenda." (Das hätten sie Trump dann immerhin voraus, aber das ist ein anderes Thema).

Jeder dritte Deutsche glaubt dem Bericht nicht

Die Wissenschaftler, die Trump wohl meint, haben für den Weltklimarat IPCC im Auftrag der Regierungen in der vergangenen Woche ihren Sonderbericht präsentiert. Ihre Einschätzungen als dramatisch zu bezeichnen, wäre untertrieben. Bis 2030 müsse der weltweite CO2-Ausstoß um 45 Prozent sinken, nur dann ist eine überlebenswichtige Beschränkung der Erderwärmung auf 1,5 Prozent überhaupt noch möglich. "Die nächsten Jahre sind wahrscheinlich die wichtigsten in der Geschichte der Menschheit", so Wissenschaftlerin Debra Roberts im Rahmen der Vorstellung des IPCC-Berichts.

Nun ist es eine Sache, wenn ein schlichtes und verantwortungsloses Gemüt wie Donald Trump wissenschaftliche Fakten ins Lächerliche zieht, oder wenn ein populistischer Parteihaufen wie die AfD den Klimawandel "hinterfragt" – schließlich erwartet von diesen Leuten schon lange niemand mehr eine intelligente, fundierte Einschätzung zu irgendeinem gesellschaftlich relevanten Thema.

Aber wir, also du und ich, sollten wirklich schlauer sein, als uns mit verschwörungstheoretischem Geschwätz aufzuhalten. Inzwischen zählt jede Sekunde. Wie kann es also sein, dass laut einer Umfrage der "Bild am Sonntag" ein Drittel der Deutschen den Bericht des Weltklimarats für unglaubwürdig hält? Ein verdammtes Drittel!

Was hat es mit diesem dämlichen Misstrauen gegenüber ausgewiesenen Experten auf sich? Ist es Faulheit, Angst oder Verblendung, dass so viele Menschen immer noch so dumme Fragen stellen wie: Sind 0,5 Grad nicht egal? Sind andere Länder nicht viel schlimmere Umweltverschmutzer? Und ist die Welt überhaupt noch zu retten?

Die Antwort auf die letzte Frage liefert der IPCC-Bericht gleich mit: Ja, auch wenn es knapp wird. Und sie beinhaltet die Antwort auf eine andere Standardfrage: Kann ich allein überhaupt etwas ändern? Die Antwort: JA, verdammtnochmal, denn wenn jeder von uns mithilft, ist keiner von uns alleine, und wenn das nicht jeder von uns kapiert, wird schon bald keiner von uns mehr auf diesem Planeten leben können.

Die Klimakatastrophe beginnt und endet bei uns

Michael Jackson hat schon vor 30 Jahren in "Man In The Mirror" gesungen: "If you want to make the world a better place / Take a look at yourself and then make a change." Eine so schlichte wie ergreifende Botschaft, die dieser Tage nicht treffender daherkommen könnte, denn die Klimakatastrophe beginnt und endet bei uns. Mag sein, dass die Erde nur noch mit radikalen Maßnahmen zu retten sein wird. Aber bis dahin sind wir aufgefordert, mit dem Mann im Spiegel anzufangen. Die Veränderung bei uns selbst zu suchen. Und endlich aufzuhören, noch mehr wertvolle Zeit mit saudummen Fragen zu verschwenden.

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