HOME

Weltklimabericht: Die Erderwärmung kommt: Fünf Tipps, wie du das Klima schützen kannst

Wenn die Staaten der Welt nicht handeln, wird sich die Erde schneller erwärmen als gedacht – mit drastischen Folgen. Was Verbraucher tun können, um das Klima zu schützen.

Damit unser Klima nicht im Nebel der Fabriken versinkt, muss sich schnell etwas ändern, sagt der Bericht des UNO-Klimarates.

Damit unser Klima nicht im Nebel der Fabriken versinkt, muss sich schnell etwas ändern, sagt der Bericht des UNO-Klimarates.

Um die steht es schlimmer als gedacht – das sagt zumindest der aktuellste Bericht des UNO-Klimarates. Bei einem Treffen in Südkorea haben Klimaforscher die neusten Zahlen vorgestellt und weitreichende Veränderungen gefordert.

Die Forscher haben sich mit der Frage beschäftigt, ob es möglich ist, die Erderwärmung auf anderthalb Grad im Vergleich zu Beginn des Industriezeitalters zu beschränken – und wie sich das dann verändern würde. "Schnelle und weitreichende" Veränderungen seien nötig bei der Energieerzeugung, der Landnutzung, dem Städtebau, im Verkehrs- und dem Bausektor sowie der Industrie, heißt es dazu.

Ziele verfehlt

Eigentlich stand in den letzten Jahren das Ziel im Raum, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen - im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters. Beim Weltklimagipfel in Paris 2015 beauftragten alle teilnehmenden Staaten einen Bericht zur Lage – und legten das zu erreichende Ziel auf 1,5 statt zwei Grad fest. Damit wollten sie nochmal deutlich machen, wie wichtig das Thema Klimaschutz ist.

Ein Anstieg um 1,5 Grad wird die Welt zwar beeinträchtigen – aber längst nicht so stark wie zwei Grad. Und schon jetzt hat sich die globale Temperatur in manchen Gegenden um 1,2 Grad erhöht. Was das für die Welt bedeutet, macht der Sonderforschungsbericht deutlich: Bei einer um "nur" 1,5 Grad würden deutlich weniger Arten sterben, der Meeresspiegel würde nicht so deutlich steigen und auch das Dürrerisiko in gewissen Regionen würde sinken.

Sofort handeln

Um dieses Ziel aber überhaupt zu erreichen, muss laut den Forschern besser gestern als heute gehandelt werden. Bis zum Jahr 2030 müssten die Emissionen, also der Ausstoß von Treibhausgasen, im Vergleich zum Jahr 2010 um 45 Prozent sinken. Bis spätestens 2050 müsste der Ausstoß an Kohlendioxid sogar bei Null sein. Aktuell stößt die Menschheit aber jedes Jahr circa 41 Tonnen CO2 aus. Sollte das so bleiben, wird irgendwann zwischen 2030 und 2052 die 1,5 Gradmarke überschritten werden – wenn sich nichts ändert, ist sogar bis zum Ende des Jahrhunderts damit zu rechnen, dass die Temperatur  um 2,6 bis vier Grad steigt.

Was aber wäre nötig, um das Ziel bis zum Ende des Jahrhunderts zu erreichen? Sicher ist, dass starke Veränderungen nötig wären: Die Nutzung von Kohle als Brennstoff müsste reduziert und bis 2050 sogar komplett eingestellt werden. Im Gegenzug sollten erneuerbare Energien wie Biomasse, Wind und Sonne 70 bis 85 Prozent des Stromverbrauches decken. Auch die Industrie müsste ihren Ausstoß an Kohlenstoffdioxid drastisch senken – und stattdessen zum Beispiel durch Aufforstung CO2 aus der Luft entfernt werden.

Der nächste Klimagipfel findet Ende Dezember im polnischen Katowice statt. Aber was können wir tun, um das Klima zu unterstützen? Klimaschädlich ist vor allem das Gas Kohlenstoffdioxid (CO2), das zum Beispiel entsteht, wenn fossile Stoffe wie Erdöl oder Kohle verbrannt werden - also hauptsächlich bei der Produktion von Energie. Im Umkehrschluss produzieren wir mit fast all unseren Handlungen CO2: Beim Reisen, beim Einkauf von Produkten oder beim Heizen. Mit diesen Tipps kann jeder seinen CO2-Fußabdruck verkleinern:

1. Fahrradfahren oder Car-Sharing statt Auto und Motorrad

Eine Streck von 100 Kilometern mit dem verursacht durchschnittlich 1,4 Kilogramm CO2 – mit Bus und Bahn verbraucht man auf der selben Distanz durchschnittlich 320 bis 750 Gramm. Die Werte hängen natürlich immer davon ab, mit wie vielen Personen und welchem Auto man fährt, welche Strecke und wie lange.

2. Fleischkonsum reduzieren

Auch Konsum produziert CO2. Kleidungsstücke, aber eben auch Lebensmittel erzeugen bei ihrer Produktion Kohlenstoffdioxid. Wenn jeder Deutsche nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnten jährlich bis zu neuen Tonnen Treibhausgas eingespart werden, schätzt der WWF. Aber wie produziert Fleisch CO2? Für die Weidehaltung von Tieren werden weltweit Grünflächen abgeholzt – um die Tiere zu halten, oder aber um Futtermittel wie Soja anzubauen. Und auch wenn es witzig klingt: Das Pupsen von Kühen schadet ebenfalls der Umwelt. Kein kleiner Faktor in der Massentierhaltung, ganz abgesehen von ethischen Aspekten.

3. Regionale Produkte kaufen

Das Gemüse auf dem Wochenmarkt stammt im besten Fall vom Bauern um die Ecke – und wurde nicht aus Brasilien oder Asien importiert und hat dabei lange Transportwege hinter sich gebracht. In diesem Sinne sollte man jedoch nicht nur regional, sondern vor allem saisonal einkaufen: Erdbeeren im November stammen sicher nicht von deutschen Feldern, sondern werden aus Gewächshäusern in wärmeren Gefilden importiert und produzieren dabei CO2.

4. Fernreisen vermeiden

Fliegen gilt als der größte Klimakiller. Für 100 Kilometer fallen pro Kopf 2,4 Kilogramm CO2 an – bei einem Kurzstreckenflug mit 100 Passagieren sind das auf 1000km 2,4 Tonnen CO2. Wer nicht immer an die Ostsee oder in benachbarte Länder reisen will, kann überlegen, seinen Flug zu kompensieren: Dabei zahlt man je nach Länge des Fluges einen Betrag, der schließlich an Klimaschutzprojekte gespendet wird. Doch so verlockend die Möglichkeit klingt, einfach alle Emissionen auszugleichen – auch die Spende an ein Unternehmen mit seriösen Spendenzielen kann auf lange Sicht den Verzicht auf Fernreisen nicht kompensieren.

5. Im Haushalt sparen

Jeder kann in seinen eigenen vier Wänden das Klima schützen, indem er Energie spart. Den Stecker bei Geräten zu ziehen, statt sie auf Standbye zu stellen, senkt nicht nur die eigenen Stromkosten, sondern auch den CO2-Verbrauch. Ebenso der Austausch von Glühbirnen: Mit Energiesparlampen oder LEDs lebt nicht nur die Lampe länger, sondern man kann im Vergleich zu einer 60-Watt-Glühbirne bis zu 250 Kilogramm CO2 im Jahr sparen. Auch die Spül- und Waschmaschine immer komplett zu füllen und nicht nur wenige Teile zu waschen, senkt das Energielevel.

lau