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Youtube: Rezo 2.0: Wie zwei Österreicher nun die ÖVP vor der Wahl "zerstören" wollen

Inspiriert von Rezo: Zwei Österreicher haben Videos auf Youtube veröffentlicht. Sie wollen es damit dem deutschen Youtuber gleichtun – und die ÖVP vor der Wahl am Sonntag "zerstören".

Wer hätte vor ein paar Monaten gedacht, dass ein Youtuber eine Volkspartei wie die CDU in eine Krise stürzen kann? Wahrscheinlich niemand. Und dann kam Rezo eine Woche vor der Europawahl, kritisierte die etablierten Parteien in seinem Video "Die Zerstörung der CDU" wegen ihrer Sozial- und ihrer Klimapolitik scharf – und löste plötzlich eine Debatte aus.

Der stern und der "Spiegel" setzten den Influencer aufs Cover, das ZDF sprach mit Blick auf die Ergebnisse der Europawahl von einem "Rezo-Effekt" und Satiriker Jan Böhmermann lud Rezo Anfang Juni in seine Late-Night-Show "Neo Magazin Royale" ein. Dass Konstantin Kladivko und "Working Class Hero" nun die gleichen medialen und gesellschaftlichen Reaktionen auslösen, ist eher unwahrscheinlich. Dazu haben die beiden österreichischen Youtuber (wenn man sie nach einem Video überhaupt so nennen kann) schlichtweg zu wenig Abonnenten (jeweils beide weniger als 1000). Dennoch haben sie mit ihren Videos, die sie vor gut einer Woche veröffentlicht haben, auf sich aufmerksam gemacht.

Inspiriert von Youtuber Rezo

Genau wie Rezo rechnen sie in einem längeren Clip mit der Politik ab – genauer gesagt mit der österreichischen CDU, der ÖVP. "Die echte Zerstörung der ÖVP" und "Die Zerstörung der ÖVP" heißen ihre Videos. Sie kritisieren darin die Bildungs- und Klimapolitik der konservativen Partei – und führen wie der deutsche Youtuber deren Standpunkte vor: "Kein anderes Land in der EU hat weniger Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt", sagt beispielsweise Konstantin Kladivko in seinem Video.

Am Ende ihrer minutenlangen Dialoge rufen sie dann dazu auf, auf keinen Fall die ÖVP zu wählen. Die Partei sei schließlich nicht in der Lage, eine politische Antwort auf die großen Fragen der Zeit zu geben. Zählt man die Aufrufe der beiden Videos zusammen, wurden diese über 150.000 Mal ("Working Class Hero" 55.000 Aufrufe und  Konstantin Kladivko 100.000 Aufrufe, Stand Samstagmittag) aufgerufen.

Österreich: ÖVP liegt in Umfragen vorne

Damit trennen sie von den Klickzahlen eines Rezos (16 Millionen) immer noch Welten. Dennoch sei das ein Erfolg, wie die österreichische Autorin und Netzexpertin Ingrid Brodnig auf Twitter schreibt: "Dafür, dass die beiden zwei unbekannte YouTube-User sind, ist das trotzdem ein beachtlicher Klick-Erfolg."

Am Sonntag wird in Österreich der Nationalrat gewählt. Die ÖVP um ihren Spitzenkandidaten und Ex-Kanzler Sebastian Kurz haben gute Chancen, wieder stärkste Kraft zu werden. In Umfragen liegt die Konservativen bei 33 Prozent. Dass die beiden Videos wie Rezo Einfluss auf das Wahlergebnis am Sonntag haben werden, ist allerdings unwahrscheinlich. Dazu sind die Abrufzahlen dann doch zu niedrig.

rpw