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Meinung

Pflichtwartezeiten für alle: Was soll das denn?! CDU-Politikerin will spontane Tattoos verbieten

CDU-Politikerin Gitta Connemann schlägt ein Verbot für spontane Tattoos vor. Muss man Menschen vor ihrer eigenen Dummheit bewahren? Nein, findet unsere Autorin und glaubt, in den meisten Fällen sei das auch gar nicht nötig. 

Verbot von spontanen Tattoos

Junge Menschen lassen sich immer häufiger tätowieren. Aber brauchen wir wirklich ein Verbot für Spontan-Tattoos?!

Getty Images

Wer selbst tätowiert ist, kennt das: Manche der eigenen Tattoos waren Ideen, die man schon vor Jahren hatte, manche sind sehr persönlich, manche einfach nur Körperschmuck ohne Bedeutung – und manche sind spontan aus einer Laune raus entstanden. Doch egal, ob lange geplant oder plötzliche Eingebung: Ich liebe alle meine Tattoos. Umso weniger kann ich den Vorschlag von Politikerin Gitta Connemann verstehen.

Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU will vor allem junge Menschen jetzt offenbar vor übereilten Tätowier-Besuchen schützen. Und zwar mit einem Verbot für spontane Tattoos. Sie schlägt Pflichtberatungen mit Bedenkzeit bis zum eigentlichen Stechen vor. "Erst beraten, dann warten, dann tätowieren – wenn es überhaupt noch dazu kommt", sagt die CDU-Politikerin gegenüber dem "Tagesspiegel". Tattoos, die unter Alkoholeinfluss oder Gruppenzwang zustande kommen, sollen so verhindert werden.  

"Da war ich besoffen"-Tattoos gibt es nur im Fernsehen – oder auf Malle

In einem Tattoostudio scheint Gitta Connemann selbst noch nie gewesen zu sein. Seriöse Tätowierer tätowieren nicht ohne vorherige Beratung – und vor allem keine betrunkenen Menschen. Wer hat schon Lust auf lallende Kunden, die sich im besten Fall beim Stechen noch übergeben müssen?! Klar, schwarze Schafe gibt es überall, aber die meisten dieser "Da war ich besoffen"-Tattoos gibt es nur im Fernsehen – oder auf Malle (obwohl sich das nicht ausschließt). Und wer Freunde hat, die einen dazu zwingen, sich tätowieren zu lassen, hat wohl eher ein ganz anderes Problem. 

Menschen, die sich tätowieren lassen, sind in der Regel volljährig – und das ist gut so. Ja, mit 15 kann man nicht unbedingt abschätzen, ob die süßen Schmetterlinge auf dem Steiß wirklich eine so gute Idee sind. Dass man dafür mindestens 18 sein muss, ergibt vollkommen Sinn. Aber Erwachsene muss man doch wirklich nicht in allen Lebenslagen vor ihrer eigenen Dummheit schützen. Wer sich von einem Tätowierer stechen lässt, ohne vorher abzuchecken, ob der es überhaupt drauf hat und im Studio ordentlich gearbeitet wird, ist dann vielleicht einfach selbst schuld. Es gibt Google, es gibt Instagram, es gibt Facebook. Überall kann man sich über Erfahrungen anderer Kunden informieren und die Werke des Künstlers begutachten. Menschen, die sich heutzutage noch blind von einem dahergelaufenen Dorf-Tätowierer stechen lassen und dann vom Ergebnis enttäuscht sind, hilft auch keine Wartezeit. (Mal ganz abgesehen von denen, die sich von einem "Freund" tätowieren lassen, der sich bei Ebay eine Maschine ersteigert hat.)

Wartezeiten gibt es sowieso schon

Und aropos Wartezeit: Die gibt es in den meisten Fällen sowieso. Wer sich einen guten Tattoo-Künstler aussucht, muss oft lange auf einen Termin warten, denn viele haben durch den Kundenandrang Wartezeiten von mehreren Monaten. Nur weil eine Politikerin meint, Tattoos seien böse (man lese den Rest des "Tagesspiegel"-Textes) und junge Menschen zu kurzsichtig für lebenslange Entscheidungen wie Tattoos (wobei man die sich mittlerweile sogar gut weglasern lassen könnte), müssen nicht alle anderen, vernünftigen Menschen, die auch mal Lust auf ein spontanes Tattoo haben, bestraft werden.

Klar, sind Kontrollen in Tattoostudios wichtig. Und dass sich jeder Hans und Franz im Netz eine Maschine kaufen und ein Gewerbe als Tätowierer anmelden kann, ist auch nicht gerade super. Aber ein bisschen gesunden Menschenverstand sollte man bei Tattoo-Fans schon voraussetzen können und dürfen. Liebe Frau Connemann, wir sind nicht dumm.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.