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Peinlicher Fauxpas: Ungarns Regierung wirbt mit Pärchen aus "Distracted Boyfriend"-Meme für traditionelle Werte

Ungarn will die niedrige Geburtenrate des Landes steigern. Deshalb hat Viktor Orbáns Regierung nun eine Plakat-Kampagne gestartet. Allerdings ist ihr dabei ein peinlicher Fauxpas unterlaufen.

Hach, junge Liebe. Ist sie nicht schön? Das dachte sich offenbar auch die ungarische Regierung, als sie mit einem Plakat für ihre konservative Familienpolitik werben wollte. Darauf zu sehen war ein scheinbar glückliches Paar. Ein Mann hält seine Freundin im Arm. Sie schaut ihn vertrauensvoll an. Beide lächeln. Das scheinbar perfekte Symbolbild.

Allerdings hätte man bei der Auswahl etwas genauer hinsehen sollen. Denn das Paar kennt man von einem anderen sehr berühmten Foto – und zwar vom "Distracted Boyfriend"-Meme. Darauf schaut genau jener Mann, der hier scheinbar so glücklich ist, einer anderen Frau hinterher, während ihn seine Freundin deshalb entgeistert anstarrt.

Plakat sorgt für Lacher im Netz

Aufgefallen ist dieser Fauxpas "Financial Times"-Journalistin Valerie Hopkins. "Das glückliche Paar, das die Kampagne der ungarischen Regierung zur Werbung für ihre Familienpolitik verwendet, ist bereits im Internet berühmt ... und nicht dafür, dass sie unsterblich ineinander verliebt sind", twitterte sie.

Das nun ausgerechnet mit jenem Paar, das nicht unbedingt für traditionelle Werte steht, für ein konservatives Familienbild geworben wird, sorgt derzeit für jede Menge Lacher im Netz. Eine Twitter-Userin schreibt zynisch: "Das Paar hat seine Probleme in den Griff bekommen – und lebt nun glücklich in Ungarn." Ob es das ungarische Plakat wirklich gibt und wo, in welcher Stadt, es hängt, können wir gerade noch nicht sagen. Jedoch haben mehrere Medien bereits darüber berichtet.

Ungarn und seine umstrittenen Plakatkampagnen

Der Hintergrund der Kampagne ist der "Aktionsplan zum Schutz der Familie". Damit will die amtierende Fidesz-Regierung die niedrige Geburtenrate des Landes steigern. Das hatte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán im Februar in seiner Rede zur Lage der Nation angekündigt.

Erst kürzlich hatte eine andere Plakatkampagne für Aufsehen gesorgt. Darin unterstellte die ungarische Regierung dem EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und dem ungarisch-amerikanischen Milliardär György Soros, bewusst illegale Einwanderung in die EU zu fördern und damit die innere Sicherheit Ungarns zu gefährden. Daraufhin wurde Orbáns Partei scharf kritisiert. Möglicherweise droht nun sogar der Rauswurf aus dem Kreis der europäischen Konservativen, der Europäischen Volkspartei (EVP). Laut übereinstimmenden Medienberichten soll darüber in der kommenden Woche entschieden werden.

Quellen: SZ-Magazin / Politico / Twitter / Spiegel

rpw