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Satire

Skandal bei Google: Endlich sagt's mal einer! Warum eine Revolution der weißen Männer längst überfällig ist

Ein von Google wegen sexistischer Äußerungen gefeuerter Software-Entwickler verklagt den Konzern wegen Diskriminierung. Ein willkommener Anlass für diesen ganz und gar nicht ernst gemeinten Beitrag zur Debatte.

Weiße Männer

Auslaufmodell? Der weiße Mann wehrt sich

Ich bin ein weißer Mann. Und ich habe es nicht leicht. Wir weißen sehen uns im Alltag einer ständigen Unterdrückung ausgesetzt. Zum Beispiel beruflich: Viele Konzerne wenden illegale Einstellungsquoten an, um den erwünschten Prozentsatz von Frauen und bevorzugten Minderheiten zu erfüllen. Aber auch im sogenannten zwischenmenschlichen Bereich: Seit Beginn dieser komischen #Metoo-Debatte kann ich meine Kollegin kaum noch mit einem knackigen Klaps auf den Hintern begrüßen, ohne dass sie sich gleich sexuell belästigt fühlt.

Die verfolgt mich in jeder Lebenssituation. Inzwischen muss ich ja schon ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich mir von meiner Frau ein schönes Zigeunerschnitzel braten lasse. Kurz: Mein ganzes Leben gleicht einem einzigen Spießrutenlauf. Und so wie mir geht es Millionen von weißen Männern in der westlichen Welt. Lange Jahre der Unterdrückung haben ihre Spuren hinterlassen. Viel zu lange schon leben wir in einer Welt, in der Hollywood-Filme so herabwürdigende Titel wie "Weiße Jungs bringen's nicht" tragen dürfen. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis einem von uns der Kragen platzt. Bis ein weißer Mann auf die Barrikaden geht und die überfällige Revolution anzettelt.

Google und die "Dominanz liberaler Ideologie"

Dieser Mann heißt James Damore. Der Software-Entwickler wurde im August vergangenen Jahres von gefeuert, bloß weil er in einem (ABSOLUT LEGITIMEN!!!!) internen Schreiben den geringen Anteil von Frauen in der Technologiebranche mit biologischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern erklärt hatte.

Außerdem hat er in seinem Manifest offen angesprochen, dass die Dominanz liberaler Ideologie bei Google eine offene Diskussion über derartige Themen verhindere. Er und andere Männer kaukasischer Herkunft würden "geächtet, schlecht gemacht und bestraft" wegen ihrer "konservativen politischen Ansichten" und, genau: weil sie weiße Männer sind! Warum also bitte die ganze Aufregung? Damore spricht doch nichts als Wahrheiten aus und deckt eklatante Missstände im Innenleben eines Weltkonzerns auf.

Endlich sagt's mal einer!

Wie so viele Pioniere vor ihm musste auch Damore für seinen Mut büßen. Aber er wäre nicht der Gerechtigkeitskämpfer, der er ist, wenn er sich nicht wehren würde. Deshalb geht er jetzt juristisch gegen seinen früheren Arbeitgeber vor. Es werde ein Prozess wegen Diskriminierung angestrengt, teilt die Anwaltsgruppe des Mandanten mit. Ein mutiges Zeichen in Zeiten wie diesen!

Wir sind alle James Damore!

Denn wenn nicht langsam etwas passiert, befinden wir weißen Männer uns auf dem direkten Weg in den Abgrund. Wir müssen uns jetzt zusammentun, alleine haben wir keine Chance. Wir müssen mit vereinten Kräften vorgehen, müssen zusammenkommen an den Orten, an denen wir noch wir selbst sein können, in unserer natürlichen Umgebung, dort, wo wir geschützt sind vor den Gefahren unserer ganz und gar nicht mehr gleichberechtigten Gesellschaft: in der Spielothek, im Yacht-Club, in den Umkleidekabinen unserer Fußballvereine, an den Theken verrauchter Gaststätten bei einem schönen Herrengedeck. Und wenn alle Stricke reißen, sollten wir in der Zeit zurückreisen, in die Fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts oder so, um uns mal ganz genau anzuschauen, warum es unseren Vorgängern so viel besser ging als uns heute.

Damore darf kein Einzelfall bleiben. Jeder einzelne weiße Mann ist jetzt gefordert. Wir müssen endlich aufstehen und uns wehren. Wir sind alle James Damore!


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