"Wir suchen derzeit noch nach einem Mitglied der Gruppe", sagte am Mittwoch (Ortszeit) die Polizeichefin von Nevada County, Shannan Moon. Allerdings kämen die Helfer wegen der Wetterbedingungen kaum voran. "Von extremen Wetterbedingungen zu sprechen, ist fast untertrieben", sagte Moon. Am Unglücksort herrschten "jede Menge Schnee und orkanartige Winde, die die Sichtweite stark einschränken". Der Vermisste sei angesichts der Wetterbedingungen "vermutlich tot".
Nachdem unmittelbar nach dem Unglück am Dienstag sechs Mitglieder der Ski-Gruppe gerettet werden konnten, wurden acht weitere am Mittwoch nur noch tot geborgen. Nach Angaben von US-Medien handelt es sich um eines der schwersten Lawinenunglücke in den Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, sprach von einer "entsetzlichen Tragödie".
Der Veranstalter der Skitour, Blackbird Mountain Guides, erklärte, die elf Gäste und vier Tourenleiter seien auf dem Rückweg gewesen, als sie von der Lawine erfasst wurden. Mehrere Mitglieder der 15-köpfigen Gruppe kamen von einer privaten Schule, die auf Skisport spezialisiert ist. "Wir sind eine unglaublich enge und verbundene Gemeinschaft. Diese Tragödie hat uns alle tief getroffen", erklärte Stephen McMahon, der Geschäftsführer der Sugar Bowl Academy. "Das Beste, was wir tun können, ist, unseren Athleten und ihren Familien beizustehen und sie zu unterstützen und ihnen den nötigen Raum und die Zeit zum Trauern und Heilen zu geben."
Gouverneur Newsom dankte den örtlichen Behörden im Onlinedienst X für ihre schnelle Reaktion. Nach seinen Angaben waren fast hundert Rettungskräfte im Einsatz, um die Verschütteten aufzuspüren.
Ein heftiger Wintersturm tobt seit Sonntag in Kalifornien. Er führte südlich von Los Angeles zu starken Regenfällen und in den Bergen im Norden des Bundesstaates zu starken Schneefällen. Die Behörden gaben eine Lawinenwarnung aus und riefen Touristen auf, die Sierra Nevada zu meiden. Es herrsche dort Lebensgefahr.