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Deutsche Bank streicht 1900 Stellen


Die Deutsche Bank kämpft mit einem milliardenschweren Sparprogramm und dem Abbau von fast 2000 Stellen gegen schrumpfende Gewinne an.

Die Deutsche Bank kämpft mit einem milliardenschweren Sparprogramm und dem Abbau von fast 2000 Stellen gegen schrumpfende Gewinne an. Insgesamt sollen 1900 Arbeitsplätze wegfallen, allein 1500 davon im Investmentbanking, wie die Deutsche Bank in Frankfurt am Main mitteilte. Der Konzern wolle drei Milliarden Euro einsparen, der angekündigte Stellenabbau solle hierzu mit rund 350 Millionen Euro beitragen.

Zuvor hatte die Deutsche Bank im Zeichen der Euro-Schuldenkrise für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch vermelden müssen. Deutschlands größtes Bankhaus fuhr von April bis Juni zwar ein Plus von 661 Millionen Euro nach Steuern ein - das war aber nur fast halb so viel wie vor einem Jahr. Damals blieben der Deutschen Bank unterm Strich 1,2 Milliarden Euro. Bereits im ersten Quartal hatte das Institut mit einem Gewinn von 1,4 Milliarden Euro einen Rückgang um ein Drittel verbucht.

Die europäische Staatsschuldenkrise belaste "weiterhin das Investorenvertrauen und die Kundenaktivitäten über alle Geschäftsbereiche hinweg", erklärte das neue Führungsduo der Bank - der Investmentbanker Anshu Jain und Deutschland-Chef Jürgen Fitschen. Jain und Fitschen hatten den langjährigen Vorstandschef Josef Ackermann im Juni abgelöst, sich bisher aber nicht zur künftigen Strategie des Instituts geäußert.

Die neuen Bank-Chefs erklärten, der vor allem im Investmentbanking geplante Stellenabbau solle "im Wesentlichen außerhalb Deutschlands" vollzogen werden. Bereits in den vergangenen Tagen hatten Medien über einen solchen Schritt spekuliert.

Die Sparte galt bisher als Gewinnbringer. Im zweiten Quartal fiel hier der Gewinn jedoch deutlich niedriger aus. Das Ergebnis vor Steuern schrumpfte demnach um 63 Prozent auf 357 Millionen Euro.

Mit Blick auf die Verwicklung von Mitarbeitern der Deutschen Bank in den kürzlich bekanntgewordenen Skandal um die Manipulation von Interbanken-Zinsen kündigte die Deutsche Bank an, künftig die Unternehmenskultur ändern zu wollen. "Die Deutsche Bank bekennt sich dazu, beim Kulturwandel in der Finanzindustrie in der vordersten Reihe zu stehen", erklärte der Konzern. Dazu wolle die Bank ihre Vergütungsgrundsätze überprüfen - sowohl was die absolute Höhe von Bezügen angehe wie auch mit Blick auf die Ausgewogenheit von Bezügen für Mitarbeiter und Ausschüttungen an Aktionäre.

Aufsichtsrat-Chef Paul Achleitner erklärte in einem Brief an die Belegschaft, dass in den Zinsskandal nach unternehmensinternen Untersuchungen "eine begrenzte Zahl von Mitarbeitern" verwickelt ist. Nach derzeitigem Stand sei aber kein derzeitiges oder früheres Vorstandsmitglied des Instituts beteiligt gewesen. Bisher hatte sich in die Bank in der Angelegenheit offiziell nicht geäußert.

Neben der eigenen Aufarbeitung der Deutschen Bank läuft bei dem Institut derzeit auch eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht BaFin in Zusammenhang mit dem Zinsskandal, in dessen Zentrum die britische Großbank Barclays steht. In der Affäre geht es um die Manipulation des britischen Zinssatzes Libor, zu dem in Großbritannien Banken anderen Instituten Geld leihen, und des europäischen Interbanken-Zinses Euribor. Die Zinssätze werden auf Grundlage der Angaben von Banken berechnet. Dabei sollen Institute falsche Angaben gemacht haben, um Vorteile zu erlangen.

AFP AFP

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