Epstein-Ermittlungen: Durchsuchung bei der Pariser Rothschild-Bank

Logo der Bank Edmond de Rothschild
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© AFP
Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist die Edmond de Rothschild-Bank in Paris am Dienstag durchsucht worden. Dabei sei es um den französischen Diplomaten Fabrice Aidan gegangen, der zeitweise dort gearbeitet und Kontakt zu Epstein gehabt habe, hieß es aus informierten Kreisen. Die französische Finanzstaatsanwaltschaft ermittelt derzeit wegen Bestechung von Amtsträgern. 

Die Rothschild-Bank habe ihre Bereitschaft erklärt, mit der Justiz zusammenzuarbeiten, hieß es weiter. Sie habe ihrerseits eine interne Untersuchung gegen den ehemaligen Beschäftigten eingeleitet. 

Aidans Name war Anfang des Jahres in den Epstein-Akten aufgetaucht. Der französische Diplomat, der zeitweise einen Posten bei den Vereinten Nationen in New York hatte, pflegte demnach engen Kontakt zu Epstein. Er ließ ihm unter anderem vertrauliche Dokumente zukommen und zeigte sich auch sonst gefällig. 

So bat ihn Epstein etwa um die Schuhgröße des norwegischen Diplomaten Terje Röd-Larsen, für den Aidan arbeitete, um diesem ein Paar teure Schuhe mit dessen Initialen zu schenken. Die norwegische Justiz ermittelt derzeit gegen Röd-Larsen wegen des Verdachts schwerer Korruption.

Aidan war zudem 2013 wegen des Besuchs kinderpornografischer Websites ins Visier der US-Justiz geraten. Er verließ die USA auf dem Landweg, bevor es zu Ermittlungen hätte kommen können. In Frankreich wurden die Vorwürfe nicht weiter verfolgt. Von 2014 bis 2016 war Aidan bei der Rothschild-Bank angestellt. 

Sein Fall war 2016 in einem Buch mit dem Titel "Die dunkle Seite des Quai d'Orsay" geschildert worden, ohne ihn namentlich zu nennen. Epstein schickte Aidan später kommentarlos einen Link zu einem Artikel, der sich auf das Buch bezog. Offensichtlich war ihm klar, dass es sich dabei um Aidan handelte.

Das Außenministerium in Paris schaltete im Februar die Justiz ein. Außenminister Jean-Noël Barrot versicherte, nichts von dem Fall gewusst zu haben.

Seit der Veröffentlichung von drei Millionen Dokumenten aus den Epstein-Akten gerieten zahlreiche Politiker und Prominente, die in den Dokumenten zitiert sind, unter Druck. Eine Erwähnung in den Akten bedeutet jedoch noch keine Verwicklung in Epsteins Affären.  

Der weltweit vernetzte US-Investor Epstein soll mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Er war 2008 wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden. 2019 wurde er wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen erneut festgenommen. Im August 2019 wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden.

AFP