Das Handelsabkommen werde die Partnerschaft zwischen der EU und Indien "auf ein neues Niveau heben", sagte die Sprecherin. Die EU erhofft sich mehr Exporte nach Indien, darunter Autos und einige Agrarprodukte. Indien könnte mehr Stahl, Medikamente und Textilprodukte liefern. Das Abkommen soll zudem Patenthürden abschaffen und dafür sorgen, dass Zertifizierungen gegenseitig anerkannt werden.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hofft auf eine deutliche Senkung der indischen Zölle in der Auto- und Maschinenbaubranche sowie für Chemieprodukte. Dann könne das Abkommen "eine derzeit absolut wünschenswerte Konjunkturhilfe" sein, erklärte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier. Er forderte, Indien müsse sich auch beim Handel mit Dienstleistungen insbesonderen im IT-Bereich öffnen.
Indien erhebt hohe Zölle auf eine Reihe von Produkten. Beim Import von Autos etwa wird bislang ein Aufschlag von 70 Prozent fällig. Der Zoll für Olivenöl liegt bei 45 Prozent, für Wein und Spirituosen bei 50 Prozent. Die Zölle für viele Medikamente sowie Pestizide liegen bei zehn Prozent.
Indien ist mit rund 1,4 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde und dürfte Schätzungen zufolge in diesem Jahr zur viertgrößten Volkswirtschaft aufsteigen - die EU will sich einen Zugang zu dem Land sichern, das bislang hohe Zölle erhebt. Umgekehrt ist die EU bereits Indiens größter Handelspartner.
Die EU bemüht sich um alternative Handelspartner, nicht zuletzt, seit US-Präsident Donald Trump mit seiner Zollpolitik für Probleme in der europäischen Exportwirtschaft sorgt. Mit Indien will die EU außerdem in der Cybersicherheit und der Terrorismus-Abwehr enger zusammenarbeiten.