Knapp ein Jahr nach dem Zusammenstoß zweier Frachter in der Nordsee ist der Kapitän des verantwortlichen Schiffes zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Strafmaß wurde am Donnerstag von einem Gericht in London verkündet. Dieses hatte den aus Russland stammenden Kapitän des Schiffes der Hamburger Reederei Ernst Russ bereits Anfang der Woche der fahrlässigen Tötung schuldig befunden. Bei dem Unglück war ein Mensch getötet worden.
Das Frachtschiff "Solong" der Hamburger Reederei Ernst Russ hatte im März 2025 in der Nordsee den vom US-Militär gecharterten Tanker "Stena Immaculate" gerammt. Dieser ankerte zu diesem Zeitpunkt rund 20 Kilometer vor der Küste der britischen Grafschaft Yorkshire. Durch die Kollision brach auf beiden Schiffen Feuer aus, ein Besatzungsmitglied der "Solong" kam ums Leben. Der Tod des philippinischen Besatzungsmitglieds "war völlig vermeidbar, und die Schuld liegt allein bei Wladimir Motin", befand das Gericht mit Blick auf den verurteilten Kapitän.
Die "Stena Immaculate" war zum Zeitpunkt der Kollision mit Flugbenzin beladen, das teils ins Meer lief. Eine zwischenzeitlich befürchtete Umweltkatastrophe konnte aber verhindert werden.