"Wir glauben weiterhin, dass das Abkommen der beste Weg ist, um die Zukunft der Militärbasis langfristig zu sichern, aber wir haben immer gesagt, dass wir das Abkommen nur weiter vorantreiben, wenn es die Unterstützung der USA hat", erklärte der Sprecher. London stehe dazu weiter mit den USA und Mauritius im Gespräch.
Das Abkommen zur Rückgabe der Chagos-Inseln im Indischen Ozean war im Mai vergangenen Jahres vom britischen Premierminister Keir Starmer unterzeichnet worden. Es sieht vor, dass Großbritannien den etwa 2000 Kilometer nordöstlich von Mauritius gelegenen Archipel an seine ehemalige Kolonie zurückgibt. Für den dortigen US-britischen Militärstützpunkt wurde für den Zeitraum von hundert Jahren eine Pacht vereinbart.
Wie der britische Sender BBC berichtete, war ein Gesetzentwurf zur Rückgabe des Archipels im Parlament verfallen. Mit der Vorlage eines neuen Gesetzentwurfes werde nicht gerechnet, hieß es unter Berufung auf Regierungsvertreter.
Trump hatte dem Abkommen nach seiner Unterzeichnung zunächst zugestimmt, es im Januar aber in seinem Onlinedienst Truth Social massiv kritisiert und die Rückgabe der Chagos-Inseln als "große Dummheit" kritisiert.
Zu Beginn der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran Ende Februar hatte Starmer zunächst jegliche britische Beteiligung abgelehnt und den USA zunächst auch die Nutzung britischer Militärbasen verweigert. Wenig später gab Starmer aber bekannt, dass er einer US-Anfrage zur Nutzung britischer Stützpunkte für einen "speziellen und begrenzten Verteidigungszweck" zugestimmt habe. Bei einem der Stützpunkte handelte es sich um Diego Garcia.
Der Außenminister von Mauritius, Dhananjay Ramful, sagte in Port Louis, sein Land werde "keine Mühe scheuen, um alle diplomatischen oder rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Dekolonisierungsprozess in diesem Teil des Indischen Ozeans zu vollenden". Es handele sich um eine "Frage der Gerechtigkeit".
Der Justizminister von Mauritius, Gavin Glover, sagte einer örtlichen Zeitung, die Entscheidung der britischen Regierung sei "keine Überraschung", und verwies auf die angespannten Beziehungen zwischen Starmer und Trump. "Wir sind abhängig von den britisch-amerikanischen Beziehungen ... die USA und Großbritannien müssen eine Einigung erzielen", sagte er. Am 22. April werde es ein Treffen mit der britischen Regierung zum Chagos-Abkommen geben, kündigte er an.