Indischer Milliardärssohn bietet Pablo Escobars Flusspferden neues Zuhause

Escobars Flusspferde haben sich zu einer Plage entwickelt
Escobars Flusspferde haben sich zu einer Plage entwickelt
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In Kolumbien wird schon seit langem diskutiert, was mit den Flusspferden des berüchtigten Drogenbarons Pablo Escobar geschehen soll. Nun hat der Sohn eines indischen Milliardärs den riesigen Tieren ein neues Zuhause angeboten. Anant Ambani, Sohn von Mukesh Ambani, Chef der Konzerngruppe Reliance Industries, erklärte am Dienstag, er habe bei der kolumbianischen Regierung offiziell beantragt, die Entscheidung zur Tötung der Flusspferde nicht umzusetzen und ihm eine "sichere, wissenschaftlich begleitete Umsiedlung der Tiere" zu gestatten.

Auf diese Weise sollen 80 Flusspferde in seinem Vantara-Tierpark ein "dauerhaftes Zuhause" finden, erklärte der Unternehmer-Sohn. Der Zoo im westindischen Bundesstaat Gujarat bezeichnet sich als "eines der weltgrößten Wildtier-Rettungs-, -Pflege und Schutzzentren". 

Dort leben nach Angaben der indischen Zoo-Behörde bereits hunderte Elefanten, 200 Löwen, 160 Tiger, 250 Leoparden, 900 Krokodile sowie 50 Bären. Experten haben wiederholt kritisiert, der Vantara-Park beherberge zu viele Tiere, darunter Exemplare von bedrohten oder seltenen Arten.

Der mächtige und schwerreiche Drogenbaron Escobar hatte vor Jahrzehnten aus Afrika die in Südamerika nicht heimischen Flusspferde für seinen Privat-Zoo nach Kolumbien importiert. Nachdem der Gründer des berüchtigten Medellín-Kartells 1993 von Sicherheitskräften erschossen worden war, breiteten sich seine Flusspferde und deren Nachfahren unkontrolliert entlang des Magdalena-Flusses aus. 

Die Pflanzen fressenden, aber äußerst wehrhaften Tiere entwickelten sich zu einer Plage: Sie griffen wiederholt Fischer an, so dass Rufe laut wurden, die riesigen Tiere abzuschießen.

In einem ausführlichen Rettungsplan legt Ambani dar, die Flusspferde sollten mithilfe von Tierärzten gefangen werden und im Vantara-Tierpark unter Bedingungen gehalten werden, die ihrem natürlichen Lebensraum entsprechen.

"Diese 80 Flusspferde haben es sich nicht ausgesucht, wo sie zur Welt gekommen sind, noch haben sie die Umstände verschuldet, in denen sie sich jetzt befinden", erklärte Ambani. "Sie sind lebendige, zu Empfindungen fähige Wesen und wenn wir die Möglichkeit haben, sie durch eine sichere und humane Lösung zu retten, haben wir die Verantwortung, das zu versuchen." Zugleich sagte der Milliardärssohn zu, eine Umsiedlung werde "vollständig zu Kolumbiens Bedingungen" erfolgen.

AFP

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