Es handele sich nicht um eine „unmögliche Herausforderung“, sagte Premierminister Keir Starmer bei der Londoner Tech Week. Die betroffenen Unternehmen gehörten zu den innovativsten der Welt und könnten entsprechende Technologien entwickeln - „und wenn sie sich dafür entscheiden, das nicht zu tun, dann werden wir handeln und das Gesetz ändern“, warnte der Regierungschef: „Wenn es um die Sicherheit unserer Kinder geht, ist Abwarten keine Option.“
Die Regierung betonte, Technologieunternehmen hätten die „moralische Verpflichtung“, Kinder vor Missbrauch, Nötigung und Erpressung durch Nacktbilder zu schützen. Mit neuen Gesetzen sollten Bußgelder für Firmen eingeführt werden, die dem nicht nachkommen. Es sei nicht ausgeschlossen, auch die Chefs der Tech-Firmen persönlich haftbar zu machen.
Einer von der Regierung zitierten Untersuchung der Stiftung Internet Watch Foundation zufolge ging es in 91 Prozent der 2024 gemeldeten Fällen von sexuellem Online-Missbrauch Minderjähriger um von Kindern selbst aufgenommene Bilder.
Apple habe zwar kürzlich eine Altersüberprüfung für Nutzer in Großbritannien gestartet und damit als erstes Unternehmen Sicherheitsvorkehrungen für Minderjährige eingeführt, erklärte das Innenministerium. Bislang seien Handy-Kameras oder Messaging-Apps wie Snapchat jedoch nicht so programmiert, dass sie Nacktaufnahmen erkennen. Damit sei es Kindern nach wie vor möglich, Nacktbilder zu machen, anzuschauen, weiterzuleiten und zu speichern.
Laut britischen Medienberichten will Starmer in den kommenden Tagen ein Verbot bestimmter Social-Media-Plattformen für Kinder unter 16 Jahren verkünden. Australien hatte im Dezember als weltweit erstes Land ein solches Verbot eingeführt.