Die Forscher - darunter acht Nobelpreisträger - geben die Verantwortung für die Entwicklung Großmächten wie den USA, China und Russland. Sie seien "zunehmend aggressiv, konfrontativ und nationalistisch geworden", erklärten die Wissenschaftler.
Die internationale Zusammenarbeit komme vielerorts zum Erliegen, hieß es weiter. Sie sei aber "entscheidend, um die Risiken eines Atomkriegs, des Klimawandels, des Missbrauchs von Biotechnologie, der potenziellen Bedrohung durch Künstliche Intelligenz und andere apokalyptische Gefahren zu verringern", hieß es weiter.
Die Wissenschaftler verwiesen unter anderem auf den "New START"-Vertrag zur Verringerung strategischer Waffen der USA und Russlands, der kommende Woche ausläuft. "Zum ersten Mal seit über einem halben Jahrhundert wird es nichts geben, was ein außer Kontrolle geratenes nukleares Wettrüsten verhindert", mahnte der Physiker Daniel Holz von der Universität Chicago.
US-Präsident Donald Trump hat mit der Wiederaufnahme der Atomtests gedroht. Zudem treibt er ein Raketenabwehrsystem namens "Goldene Kuppel" (Golden Dome) voran.
Scharfe Kritik äußerte Holz zudem an dem US-Vorgehen in der Stadt Minneapolis, wo Einsatzkräfte am Rande von Protesten gegen Trumps Einwanderungspolitik in den vergangenen Wochen zwei US-Bürger erschossen hatten. "Die Geschichte hat gezeigt, dass Konflikte und Elend folgen, wenn Regierungen ihren eigenen Bürgern gegenüber nicht mehr rechenschaftspflichtig sind", betonte Holz.
Die sogenannte Weltuntergangsuhr gibt es seit 1947. Damals - zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs - war die Uhr auf sieben Minuten vor Mitternacht gestellt worden. Nach dem Ende des Kalten Krieges stellten die Forscher die Zeiger auf die bisher am weitesten entfernte Uhrzeit vor Mitternacht ein: 23.43 Uhr.